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Eine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.

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    Bilder vom Wolkenkratzerbau in New York haben wir ja schon viele gesehen, aber ich persönlich freue mich immer wieder, wenn ich mal welche finde, die nicht vom Bau des Empire State Buildings stammen, die ja doch etwas inflationier vorhanden sind.

    Das Exemplar oben, das ich ebenfalls auf der Facebook-Seite "The Old New York Page" entdeckt habe, wurde am 12. Juni 1908 aufgenommen und stammt vom Bau des Metropolitan Life Towers, der von 1909 bis 1913 das höchste Gebäude in New York und auf der Welt werden sollte.

    Ich vermute, dass der Blick hinter der Baustelle in Richtung Süden zeigt, da man weder vom nahegelegenen Madison Square Park, noch vom Flatiron Building oder vom Madison Square Garden etwas erkennen kann, die aber sichtbar sein müssten, wenn der Blick gen Westen oder Norden gerichtet wäre.

    Die Bildersammlung bei Getty Images enthält noch weitere Aufnahmen vom Bau des Metropolitan Life Towers, die das Foto oben prima ergänzen:














    Weitere Beiträge zum Metropolitan Life Tower findest Du hier:
    http://nygeschichterucksack.blogspot.de/2013/03/metropolitan-life-insurance-building.html



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  • 06/25/17--05:37: 48 Wall Street Eagle
  • google street view


    Es ist zwar schon ein gutes halbes Jahr her, dass ich ein kleines Leserrätsel veröffentlicht habe, das sich um die geflügelte Statue da oben auf dem Gebäude drehte, aber vielleicht war der eine oder andere schon im letzten Dezember mit dabei und kann sich erinnern. 

    Hier ist nochmal das Rätsel....

    ...und hier die Auflösung:


    Einer konnte sich auf jeden Fall noch erinnern. Dirk Stichweh, der Autor des Buches "New York Skyscrapers", kann auch nach Veröffentlichung der Neuauflage nicht von den Hochhäusern lassen. Vor einigen Wochen war er wieder in New York City und hat erneut den einen oder anderen Wolkenkratzer bestiegen. 

    Darunter war auch jener an der Adresse 20 Exchange Place im Financial District in Südmanhattan und von dem aus hat man eine ungestörte Aussicht auf das nicht weit entfernt stehende Hochhaus an der Adresse 49 Wall Street, dessen Spitze wiederum mit der rätselhaften Flügelfigur geschmückt ist.

    google earth



    Wie gesagt, als er da oben auf 20 Exchange Place stand und so in die Runde schaute, fiel ihm beim Anblick der Adler-Statue auf dem 48 Wall Street wieder mein Beitrag vom Dezember ein und da hat er nochmal eine schöne aktuelle Aufnahme von dem Federviech geschossen. Vielen Dank Dirk :-)


    photo by Dirk Stichweh







    Wer gerne mal einen Blick in Dirks Buch werfen möchte, kann das hier bei einem bekannten internationalen Buchhändler tun:








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  • 09/28/17--11:10: Comparing Old and New


  • Sooo - nach längerer Pause erstmal eine leichte Aufwärmübung. Ich greife mal auf eine meiner Lieblingsseiten bei Facebook zurück, "DirtyOld1970sNYC", die haben immer schönes Material zum Vergleichen von ALT und NEU.

    Also, das Foto oben wurde knapp hinter den 1970ern im Jahr 1982 in New York City geschossen und zeigt lt. Bildbeschreibung die Nord-Ost-Ecke der Straßenkreuzung Lexington Avenue / 90th Street im Osten von Manhattan. 

    Im Zentrum des Bildes sieht man J. Brauns Liquor Store. Wer von Euch noch nicht selbst in den Staaten war, weiß vielleicht auch noch nicht um die besondere Bedeutung der Liquor Stores. Die Möglichkeiten, Alkohol käuflich zu erwerben, erlebt man in den Staaten auf sehr unterschiedliche Weise, jeweils abhängig von den Vorschriften in dem Bundesstaat, in dem man sich gerade befindet. So liberal, wie wir es in Deutschland haben, also, dass man quasi in vielen Lebensmittelläden und Supermärkten auch Wein, Bier und Spirituosen kaufen kann, habe ich es in den USA bisher nur im Staat Maine erlebt, also ganz oben rechts an der Ostküste auf der Karte, in dem Staat, in dem viele Romane von Stephen King spielen. In manchen Staaten ist es so, dass man zwar Bier und Wein in Supermärkten erwerben kann, aber für Spirituosen in "Liquor Stores" gehen muss. Und dann kann ich mich noch an Staaten erinnern, wo man Alkohol ausschließlich in "Liquor Stores" erwerben konnte oder Bier nur in "Beer Stores" und Wine nur in "Wine Stores". Zumindest für die alkoholkonsumierenden Bewohner der Vereinigten Staaten dürfte dieses dennoch ein Fortschritt gegenüber der Vergangenheit sein, denn von 1919 bis 1931 griff die Prohibition, also das landesweite Verbot, alkoholische Getränke herzustellen, zu verkaufen und zu transportieren. Wenn man allerdings dann in so einen Liquor Store geht und dort dann regalweise harten Alkohol in 5- und 10 Liter-Kanistern sieht, dann weiß man, dass man sich gerade in den Staaten befindet, wo alles unbedingt größer sein muss als anderswo. Das gilt allerdings für die Gefäße mit Softdrinks in den Supermärkten, die sind auch häufig eher für den großen Durst. 

    Zurück zum Bild. 



    Die Aufnahme von J. Braun LIQUORS soll also vor 35 Jahren an der Kreuzung Lexington / 90th Street entstanden sein. Dann schauen wir doch mal nach, wie es dort auf der Nordostecke heute aussieht. 

    Also, wir befinden uns in der oberen Hälfte der Insel Manhattan östlich etwa in der Mitte vom Central Park in einem Bereich, der vermutlich noch zum Viertel "Upper East Side" gehört.

    google maps


    Jetzt tausche ich mal die Karte gegen eine Satellitenaufnahme und gehe etwas näher ran.



    Dann schalten wir auf die Drei Dimensionen um...



    ... und drehen das ganze Bild noch um 90 Grad nach links, um besser auf den Ort des Geschehens schauen zu können. 



    Und da sind wir auch schon dort, wo wir hinwollen. Dort mit dem roten Kreuz sehen wir die Bebauung des Grundstücks an der Nordostecke der Kreuzung Lexington Avenue / 90th Street:



    Na bitte, es sieht so aus, als ob es in New York auch Dinge gibt, die sich länger als ein paar Jahre halten. Den Liquor Store von J. Braun gibt es dort jedenfalls immer noch, genauso wie vor 35 Jahren.




    Ich wechsel dann mal von der 90th Street rüber in die Lexington Ave, um das Ausgangsfoto besser nachstellen zu können. 



    So ganz klappt es mit der Perspektive nicht, aber wir kommen dem ganzen schon recht nahe:




    Wer mal einen Blick in das Innere des Shops werfen möchte, kann das hier tun, die Maxi-Behälter, die ich oben beschrieben habe, findet man hier aber nicht, dafür war das Geschäftslokal vermutlich zu klein, um sich solche Granaten leisten zu können:


    Hier kann man erfahren, dass J. Braun für Julius Braun steht, der das Geschäft 1940 ins Leben gerufen hatte. Heute ist es nicht mehr im Besitz der Familie Braun, aber die Nachfolger haben wenig Veränderungen vorgenommen, so dass dieses Geschäft bis heute weitestgehend erhalten geblieben ist und immer noch den Namen des Gründers trägt. 

    Zu späterer Stunde sieht das Geschäft von außen so aus:



    Die Neonreklame scheint immer noch original zu sein, ist mittlerweile allerdings schon leicht angebeult wie man sieht und fällt sicherlich in die Kategorie VINTAGE.

    Apropos Vintage: 

    Dieses Gemälde von George Heinmuller zeigt den Schnittpunkt 90th Street / Lexington Avenue zu einem deutlich früheren Zeitpunkt, als das Gelände noch felsiger und unebener und die Upper West Side noch kein Nobelviertel war und der ärmere Teil der Bevölkerung dort in einfachen Holzhütten siedelte. 

    George Heinmuller, Lexington Avenue and 90th Street, Shattertown, from the collection of the museum of the city of New York


    Bei https://www.oldnyc.org habe ich noch zwei Aufnahmen aus der Prä-J.Braun LIQUORS-Ära entdeckt. 

    Im August 1937 hat George D. Chinn dieses Photo von der Nordostecke der Kreuzung aufgenommen, mit viel 90th Street und wenig Lexington Avenue. 



    Die These von der Geschäftsgründung 1940 scheint sich zu bestätigen, das Geschäftslokal gab es vorher auch schon, aber 1937 war dort noch nicht die inzwischen bekannte Neonreklame angebracht und auch der Name war noch anders. 




    Glücklicherweise hat Herr Chinn seine Position verändert und  noch eine zweite Aufnahme aus anderer Hand, bei der der interessante Teil nicht so im Halbdunkel liegt wie oben. 


    Und hier sieht man, dass der Alkoholhandel in diesem Gebäude offenbar Tradition hat, denn das Schild an der Front über dem Bürgersteig entlang der Lexington Avenue verrät, dass auch 1937 schon LIQUORS im Erdgeschoss gehandelt wurden.

    Der Laden schien zuvor den Namen PRIMADORA getragen zu haben. 




    Nachdem wir mit dem ersten Foto allenfalls an den DirtyOld1970s gekratzt haben, wollen wir jetzt mal direkt vom Ende zum Anfang springen. 


    Ich liebe diese Aufnahme, vor allem diese Mischung aus Coca-Cola-Reklamen und kyrillischen Schriftzügen. 

    Die Bildbeschreibung gibt als Jahr der Entstehung des Fotos 1970 an und als Aufnahmeort die Hausnummer 144 Second Avenue. Damit führt uns die Reise dieses Mal in den Süden von Manhattan zur Kreuzung 2nd Avenue und East 9th Street und hinein in das Viertel mit dem Namen "East Village".



    Man findet den Aufnahmeort des Photos nur einen Block östlich vom Cooper Square:



    Das Gebäude, das im Foto erscheint, befindet sich an der Südostecke der Kreuzung 2nd Avenue / East 9th Street:





    Und so sieht das aus, wenn man hinunter auf Straßenniveau geht:



    Ok, die auffälligen Coca-Cola-Reklamen, die diesen Ort vor 47 Jahren noch geschmückt haben, sind zwischenzeitlich verschwunden. Aber zwei andere Merkmale deuten darauf hin, dass wir hier richtig sind. Da wäre zum einen der Schriftzug VESELKA, den man sowohl auf dem alten Photo als auch auf dem Street View wiederfindet:




    Die Übersetzung hat mich jetzt überrascht. Denn das ukrainische Wort веселка bedeutet übersetzt: "Regenbogen". Aber warum auch nicht, schöner Name für ein Lokal. 

    Kyrillische Schriftzüge sind auch bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Wenn man zum Beispiel rechts um die Ecke geht und sich die Front des Gebäudes an der East 9th Street ansieht, sieht man mehr kyrillische Schriftzeichen:



    Und an der 2nd Avenue gibt es rechts neben dem Lokal auch eine Tür, die kyrillisch beschriftet ist:



    Mal ganz abgesehen von dem südlich gelegenen Nachbarn an der 2nd Avenue, dem "Ukrainian National Home" mit dem "Ukrainian Eastville Restaurant" im Erdgeschoss. 



    Aber auch über das "Veselka", dass wir hier etwas weiter nördlich in voller Größe bewundern können, hält der Street View noch interessante Informationen bereit. 



    Denn ähnlich wie bei dem Liquor Store kann auch das Veselka bereits auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken, die in diesem Fall 1954 begann, denn so lange werden an diesem Ort schon traditionelle ukrainische Speisen verkauft:



    Wer mal einen Blick hinter die Kulissen werfen und / oder mehr erfahren möchte, kann hier die Webseite besuchen: http://www.veselka.com/

    Es ist schön zu sehen, dass auch hier ein schon länger vorhandenes Stück New York erhalten geblieben ist, allerdings ist die Zeit auch nicht stehen geblieben, man hat sich schon ein gewisses Maß an Mühe gegeben, um das Veselka zeitgemäß in das 21. Jahrhundert hinüberzuretten. Hier nochmals der direkte Vergleich zwischen 1970 und 2012:




    Hier sehen wir eine historische Aufnahme vom Gebäude, bevor das Veselka dort einzog, entstanden um das Jahr 1940: 



    Und hier haben wir eine Aufnahme von Wlodymyr Darmochwal, der nach dem 2. Weltkrieg aus der Ukraine nach New York City flüchtete und 1954 in dem kleinen Geschäftslokal an der Ecke 9th Street / 2nd Avenue ein Geschäft mit Süßigkeiten, Zigaretten, Zeitungen in ukrainische Sprache und allem sonst, was die Nachbarn aus der Umgebung so brauchten, eröffnete. 



    Von 1975 stammt diese Aufnahme aus der Sammlung des MCNY: 

    Edmund Vincent Gillon, Ukrainian businesses and organizations on Second Avenue at the intersection of Ninth Street, 
    1975, from the collection of the museum of the city of New York

    Das Veselka aufgenommen im Jahr 1980 von Carole Teller:



    Zum Vergleich nochmal das Veselka von 1970 in einer alternativen Version 10 Jahre zuvor:



    Das Veselka war vor gar nicht so langer Zeit auch schon mal Drehort für einen Film, nämlich "Mistress America" von 2015 wurde unter anderem dort aufgenommen:





    Wer noch nicht genug hat und sich noch ein wenig über das Veselka und Ukrainian Food informieren möchte, kann diesen Links folgen:










    weitere Links:

    Und mit einer Nachtaufnahme lasse ich den Abschnitt über das Veselka ausklingen:



    OK - gehen wir jetzt mal von den Detailansichten auf bestimmte Straßenecken zu einem etwas größeren Blickwinkel über. Wir springen 9 Jahre in der Zeit nach vorne in das Jahr 1979 und befinden uns hier auf der 42nd Street, die hier in greifbarer Entfernung von der 6th Avenue geschnitten wird, also nur einen Steinwurf weit westlich vom Times Square entfernt. Der Blick geht nach Westen:


    Nunja, bisher waren wir ja mit Orten konfrontiert, die sich ein wenig verändert haben, aber durchaus wiedererkannt werden konnten. Für diesen Ort trifft das nicht zu. In den 38 Jahren seit 1979 hat sich an diesem Ort eine ganze Menge verändert. Ungefähr soviel:



    Den einzigen Orientierungspunkt, den ich finde, ist das Gebäude am Südende vom Times Square, das "One Times Square", das im 1979er-Foto dieses hier mit der hellen Fassade sein müsste:



    Man merke sich die großen Rechtecke an der Spitze des Turms und vergleiche jetzt mit einer Aufnahme des One Times Square vom Beginn der 1980er:



    Heute ist das One Times Square von oben bis unten mit Werbebannern, Reklametafeln und Bildschirmen "geschmückt", so dass es gegenüber 1979 nur noch schwer wieder zu erkennen ist. 




    Und so wie das One Time Square dem totalen Werbeangriff geopfert wurde, so ist auch das alte schmutzige New York, das in den 70ern rund um den Times Square zu Hause war, heute weggeputzt und unter einer dicken Schicht von Schminke, Neubauten, grellem Licht und Lärm verschwunden. 



    Rechts die Position des Fotografen auf der linken Straßenseite der 42nd Street am Bryant Park, kurz vor der Kreuzung mit der 6th Avenue. Links (Apotheke Walgreens) gelb markiert das One Times Square. 



    Nächstes Foto, wir bleiben im Jahr 1979, springen nur weiter an einen anderen Ort:



    Wir befinden uns wieder an der Second Avenue, dieses Mal aber weiter nördlich an der Kreuzung mit der 58th Street und blicken nach Süden. Dagegen gehalten mal eine aktuelle Ansicht vom gleichen Ort aus: Auch hier haben einige Veränderungen stattgefunden, aber man findet die wesentlichen Blickfänge auch in der Ansicht von 2014 wieder:






    Auch das Hochhaus im Bildhintergrund steht noch, ist nur etwas durch die Neubauten verdeckt. Wenn man sich die 2nd Avenue ein Stück nach Süden hinunterbewegt, dann kann man es auch gut wiedererkennen:





    Den freien Ausblick die 2nd Avenue hinunter gab es vor 100 Jahren vom Straßenniveau aus nicht, damals verlief dort die Hochbahntrasse der "2nd Avenue Elevated Railroad":



    Einen besseren Überblick hatte man erst oben auf der Konstruktion, so wie auf dieser Aufnahme von 1917:


    Zu Beginn der 1940er neigte sich die Zeit der Hochbahnlinie entlang der 2nd Avenue ihrem Ende entgegen. Im letzten Jahr 1942 entstand noch diese schöne Panoramaaufnahme. Rechts im Bild gut zu erkennen das Chrysler Building von 1930:



    Nächste Aufnahme, wir springen wieder zurück zum Anfang der 70er und in mein Geburtsjahr 1971:



    In der Bildmitte schön zu sehen die Zwillingstürme des alten World Trade Centers, dass sich 1971 selbstverständlich noch im Bau befand. Wir befinden uns laut Bildbeschreibung auf der Madison Street im Süden von Manhattan, auf dem Abschnitt zwischen Ruttgers und Pike Street, der Blick zeigt nach Süden. 



    Also eine Frage ist schon mal geklärt: es handelt sich um die Manhattan Bridge, die in der Aufnahme quer durch das Bild brückt. 



    Und wenn wir noch etwas näher herangehen, können wir die Kulisse des Bildvordergrunds aus dem Foto schon ganz gut eingrenzen:





    Schön, dass auch 2014 wieder ein Teil vom neuen World Trade Center den Hintergrund der Ansicht schmückt. 







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  • 09/29/17--09:24: Columbus Circle - Teil 1


  • New York Edison Company, Columbus Circle at night, ca 1915, from the collection of the museum of the city of New York

    Der Columbus Circle war in diesem Blog sicherlich schon einige Male Thema und wurde auch schon das eine oder andere Mal gestreift, aber so richtig in den Fokus gerückt habe ich ihn bisher noch nicht. Das ist eigentlich schade, da mich nostalgische Erinnerungen mit diesem Ort an der Südwestecke des Central Parks verbinden. 



    Bei meinem ersten Aufenthalt in New York City im Jahr 1992 befand sich die Unterkunft in der Nähe vom Columbus Circle. In dem gelb markierten Haus unten rechts an der 63rd Street war seinerzeit ein YMCA, in dem man uns untergebracht hatte. Und wir hatten Gutscheine für ein Frühstücksrestaurant am Columbus Circle, entweder in der 60th Street oder in der 59th Street. Und natürlich war die Station Columbus Circle auch unser Zugang zum U-Bahn-Netz von New York. 

    Der Columbus Circle, den ich vor 25 Jahren erlebt habe, unterscheidet sich bereits wesentlich von dem, den man aktuell antrifft, wenn man New York und den Central Park besucht. Und so hat sich dieser markante Fleck in der Mitte von Manhattan im Laufe der Jahrzehnte schon häufiger verändert. Und das werde ich mal versuchen auseinanderzuklamüsern.

    Ich denke, es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten, weil der Columbus Circle nicht einfach nur ein Kreisverkehr ist, sondern auch der Schnitt- und Treffpunkt einer ganzen Reihe von Straßen. 

    Ich nehme mal das Luftbild aus dem Jahr 1924 bei NYCityMaps, um das genauer zu beschreiben:



    Da wäre erst mal der Central Park, der mit seiner Südwest-Ecke an den Columbus Circle stößt, die größte der grünen Lungen in Manhattan:



    Dann ist der Columbus Circle einer der markanten Verkehrsknotenpunkte entlang der Broadways. Der verläuft in Nord-Süd-Richtung (oder andersrum) durch Manhattan, aber nicht am Raster orientiert, sondern quer dadurch, so dass er immer wieder die künstlich festgelegten Avenues schneidet. Und an den Schnittpunkten des Broadways findet man dann auch immer wieder markante Plätze. 

    Im Falle des Columbus Circles schneidet der Broadway....


    ... die Eighth Avenue, die vom Süden her kommend bis zum Columbus Circle den Namen "8th Avenue" trägt. Auf ihrem Weg an der Westseite des Central Parks trägt sie den Namen "Central Park West" und im Anschluss bei ihrem Verlauf durch Harlem den Namen "Frederick Douglass Boulevard". 


    Daneben nehmen natürlich auch die von West nach Ost verlaufenden Querstraßen in Manhattan Einfluss auf den Columbus Circle und den Zuschnitt der Grundstücke, die ihn umgeben. 

    Wichtigste Querstraße - weil im Centum des Columbus Circles schneidend - ist die 59th Street. Die heißt vorübergehend, so lange sie an den Central Park grenzt Central Park South. Und in der Gegenwart ist sie vom Westen her kommend für einen Straßenblock unterbrochen, weil das jemand das Time Warner Center und noch ein paar andere Gebäude in den Weg gestellt hat. 



    Einen Block weiter nördlich folgt die 60th Street ...



    ... und zwei Blöcke weiter nördlich die 61st Street:



    Ein Block unterhalb der 59th Street verläuft die 58th Street...


    ... und zwei Blöcke südlich die 57th Street:



    Durch den in das Straßengitter hineinverpflanzten Kreisverkehr sowie den Broadway und die 8th Ave, die aufeinander zu und später wieder auseinander laufen ergeben sich eine Reihe von inselartigen Straßenblöcken...


    ... und die übrigen angrenzenden Straßenblöcke mussten sich an den Verlauf des Kreisverkehrs anpassen: 



    Aber wie ist der Columbus Circle entstanden? Ich beginne mal mit dem wunderbaren Spielzeug auf der Seite smithsonianmag.com, bei der man eine sehr alte und gut aufgelöste Karte Manhattans aus dem Jahr 1836 und ein aktuelles Satellitenbild auf sehr einfache Weise mit einander vergleichen kann. In diesem Fall liegt die alte Karte oben und über ein Fenster wird das Satellitenbild darübergelegt: 





    Wenn man das Fenster in die Zukunft wegnimmt, dann offenbart sich, wie es 1836 in der Umgebung des Columbus Circles aussah. Nämlich ländlich.



    1836 gab es weder den Kreisverkehr am Schnittpunkt von 8th Avenue, Broadway und 59th Street noch gab es den Central Park, der entstand erst Jahrzehnte später. Allerdings befand sich westlich von der 8th Avenue in diesem Bereich eine kleine Siedlung, eher eine Ansammlung von Bauernhöfen, Dorf würde ich dazu noch nicht sagen wollen. 



    Die Stadt New York reichte mit ihren Ausläufern 1836 gerade mal hoch bis zur 14th Street und bis zur Südgrenze des Union Squares. Darüber war Manhattan noch von Bauernhöfen, Landwirtschaft und kleinen Dörfern geprägt. 

    Das zeigt unter anderem diese Zeichnung, die auf 1861 datiert ist, mit dem Zeichner etwa auf der Höhe des heutigen Columbus Circles und mit Blick nach Norden. Links der Broadway, rechts die heutige Central Park West:



    Hier nochmal der rechte Teil des Bildes mit der Central Park West / 8th Avenue....


    .... und der linke Teil des Bildes mit der Umgebung des Broadways in etwas größer:




    Leider gibt es aus den früheren Jahrhunderten nur wenige verfügbare Karten von New York, die so weit hinaufreichen. Na klar, die Stadt und die Bebauung brauchten eben erst einige Zeit, bis sie soweit hinaufreichten. Deshalb ist das nächste Fundstück auch erst wieder aus dem hier schon häufig gezogenen Bromley-Stadtatlas von 1879:



    Vermutlich kann man die Karte so interpretieren, dass die Umgebung des zukünftigen Columbus Circles 1879 noch nicht durchgehend bebaut war, sondern nur sporadisch das eine oder andere Gebäude auf den Grundstücken der Umgebung errichtet worden war. Es ist aber auch durchaus möglich, dass einfache Wohnhäuser aus Holz hier keine Berücksichtigung gefunden haben, sondern nur markante Gebäude. Die oben präsentierte Zeichnung von 1861 hat ja gezeigt, dass dort in den 1860ern schon mehr Häuser standen, als hier eingezeichnet sind. 



    Drei Dinge fallen auf der Karte auf: 

    Der Kreisverkehr ist bereits in das Raster aufgenommen, es ist aber unklar, ob er bereits gebaut wurde oder die Erwähnung in der Zeichnung planerischer Natur ist. 

    Weiterhin kann man sehen, dass es sich schon damals um einen Verkehrsknotenpunkt handelt. Bei den Linien für den öffentlichen Personennahverkehr, die hier verlaufen, dürfte es sich um Schienen für Pferdeomnibusse handeln, denn elektrifizierte Straßenbahnen oder Verkehrsmittel mit Verbrennungsmotor dürfte es 1879 noch nicht gegeben haben. 

    Im Süden kann man auf der kleinen Verkehrsinsel zwischen Kreisel, 58th Street, 8th Ave und Broadway schon ein Hotel entdecken, das "Grand Boulevard Hotel". Einerseits mag einem das etwas früh vorkommen, wenn sonst in der Umgebung noch recht wenig steht, andererseits macht ein Hotel hier vielleicht doch Sinn, denn erstens ist es an dieser Stelle gut an den innerstädtischen Verkehr angebunden und befindet sich direkt in unmittelbarer Nähe vom Südwesteingang des Central Parks. Und aus anderen Beiträgen wissen wir schon, dass auch am Südostende des Central Parks Hotels angesiedelt waren (man denke nur an das New York Plaza). 

    An der Stelle, an der später das Grand Boulevard Hotel errichtet wurde, könnte während des Amerikanischen Bürgerkriegs das "Old Halfway House" gestanden haben, die Zeichnung ist auf 1864 datiert und liefert einen sehr frühen Eindruck des Ortes, an dem später der Columbus Circle entstand:



    Etwas weiter westlich, aber dennoch noch in der Nähe stand auf dem Block zwischen 8th und 9th Avenue und 58th und 59th Street die "Havemeyer Mansion", hier auf einer Zeichnung von 1861, also vom Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs. 



    Auf der 1879er-Karte ist dieses Gebäude nicht erkennbar eingezeichnet. Das kann einerseits bedeuten, dass es die Havemeyer Mansion 1879 schon nicht mehr gab oder andererseits, dass das Gebäude vielleicht nicht bedeutend genug für eine Erwähnung war. 



    Wir erreichen das Jahr 1891, wieder ziehe ich einen bekannten Stadtatlas von Bromley:



    Es fällt auf den ersten Blick auf, dass in den 12 Jahren seit 1879 die Umgebung nun schon deutlich dichter bebaut wurde.




    Und im darauffolgenden Jahr, genauer gesagt am 16. September 1892, wurde das nachfolgende Foto aufgenommen, das die Grundsteinlegung für das Columbus Monument zeigt. 

    Paul Mac Gahan, Columbus Circle, showing laying of cornerstone of Columbus Monument, 16 Sep 1892, 
    from the collection of the museum of the city of New York

    1892, na klickt da bei Euch was? Es war nicht ohne Grund, dass ausgerechnet 1892 ein Columbus Monument in New York errichtet wurde. Dahinter stand natürlich der 400. Jahrestag der Entdeckung des Kontinents Amerika durch Christoph Kolumbus. Und praktischerweise hatte man jetzt auch noch einen großen Namen, nachdem man diesen markanten Platz benennen konnte: Columbus Circle - Kolumbus-Kreisel.

    Ich komme nochmal zurück auf das Photo, das nicht nur den historischen Moment für die Benennung des Columbus Circles zeigt, sondern auch ein frühes Stadium der Bebauung, die ihn umgab: 



    In diesen Gebäuden im Bildhintergrund wurde damals die Reitkunst gepflegt, die Bauten rechts und links vom Broadway gehören zur "Riding Academy" und hinter dem Gebäude mit dem Türmchen lagen die "Mineola Stables", ausgedehnte Pferdeställe. 



    Dann möchte ich das Augenmerk noch kurz auf eine frühe Form des Internets lenken. 1892 wurde noch die Telegrafie für die schnelle Fernkommunikation genutzt und hier am Columbus Circle sehen wir noch die hohen Holzständer, die die Kabel für die Telegrafie innerhalb der Stadt trugen, am Straßenrand stehen. Wegen schlechter Erfahrungen in Winterzeiten, wenn Eis und Schnee die Kabelbäume immer wieder durch ihr Gewicht beschädigten und wegen neuer Techniken wie Telephonie und Verlegung der Kabel unter die Erde verschwanden diese frühen Zeugnisse der Telekommunikation irgendwann aus dem Antlitz der Straßen. 



    Ach ja, ich hatte oben im Zusammenhang mit der Karte von 1879 geschrieben, dass vermutlich Pferdeomnibus-Linien über den Columbus Square führten. Hier kann man in dem ganzen Gewimmel auf dem Platz ein Exemplar in der linken Bildmitte ziemlich gut erkennen, dass zu der Linie entlang der 59th Street gehört haben dürfte:



    Nur etwa drei Wochen entstanden diese Aufnahmen, die das Errichten der Säule für das Monument zeigen, photographiert am 16. Oktober 1892:

    Raising of the Clumbus Column, 9th Oct 1892, from the collection of the museum of the city of New York


    Ähnlich wie beim Foto von der Grundsteinlegung befindet sich der Photograph auch hier wieder auf einem Gebäude südlich vom Columbus Circle und photographiert in nördliche Richtung. Allerdings steht er dieses Mal etwas weiter östlich, weshalb die Perspektive auf die gegenüberliegenden Gebäude sich ein wenig verschiebt. 



    Man kann aber ohne größere Probleme hinter dem Monument das Gebäude der "Riding Academy" zwischen Broadway (links) und "Central Park West" (rechts) wiedererkennen. 

    Und die ganzen Mühen müssen ja auch zu irgendwas führen. Deshalb können wir auf dieser frühen Aufnahme, datiert auf ca. 1895, erstmalig das damals noch nagelneue Columbus Monument bewundern. Offenbar gab es wieder was zu feiern, denn zwischen Monument und Riding Academy ist eine große Tribüne mit Sitzplätzen aufgebaut worden. 

    Columbus Monument, ca 1895, from the collection of the museum of the city of New York


    Zeit, mal wieder einen Stadtatlas zu ziehen, dieses Mal ist der von 1897 dran: 



    Die Gebäude der Riding Academy bestimmen immer noch ein Viertel des Kreises. Und auf der kleinen Insel zwischen Broadway und 8th Avenue steht inzwischen das "Hotel Pomeroy".



    Im Jahr 1897 wurde auch verkehrstechnisch etwas geändert am Columbus Square, denn es sind Photos von Bauarbeiten erhalten geblieben. Ich bin mir nicht sicher, was genau da in den Boden hineingebaut wird, ich vermute aber, es hat mit der Umstellung von Pferdeomnibussen auf eine elektrifizierte Straßenbahn zu tun. Die Cable Car-Linie entlang des Broadways dürfte es nicht sein, die wurde zu Beginn der 1890er gebaut. Und der Bau der ersten U-Bahn-Linie von New York, die auch am Columbus Circle vorbeiführte, dürfte das ebenfalls nicht sein, denn die Bauarbeiten fanden erst im frühen 20. Jahrhundert statt. 

    Auf jeden Fall ist es schön, dass diese Aufnahmen existieren, weil sie nebenbei nochmal einen Blick auf ein frühes Erscheinungsbild des Columbus Circles ermöglichen. Was die Kulisse rund um den Columbus Circle angeht, erhalten wir hier mal einen neuen Blickwinkel, denn bisher haben wir immer von Süden nach Norden geschaut. Hier stand der Photograf im Westen und hat gen Osten fotografiert.

    Columbus Circle, July 7th 1897, from the collection of the museum of the city of New York

    Links oben führt die 59th Street an der Südseite des Central Parks entlang, davor links im Vordergrund das erst fünf Jahre alte Columbus Monument. Das Eckgrundstück zwischen 59th Street und Broadway ist - wie auf der Karte - unbebaut. Rechts oben sehen wir endlich mal die Bebauung auf dem Inselblock zwischen Broadway (links) und 8th Avenue (rechts jenseits des Bildrands). Die Karte sagt "Hotel Pomeroy", die Beschriftung am Gebäude sagt "Oriental Hotel". aber egal, das müsste das gleiche Gebäude sein. Wie lange das in der Version schon auf dem Straßenblock steht, kann ich leider nicht sagen. 



    Auch die nächste Aufnahme ist sehr interessant und aufschlussreich in Bezug auf die Bebauung rund um den Columbus Circle. Dieses Mal steht der Photograf ungefähr im Nordwesten und photographiert in südliche Richtung. 



    Am linken Bildrand oben sehen wir den übrigen Teil des "Oriental Hotels", der an die 8th Avenue grenzt. In der Mitte im Hintergrund und rechts im Hintergrund sieht man die bis dato noch unspektakuläre Bebauung des Kreisviertels im Südwesten. Im Bildvordergrund die technischen Anlagen, die hier gerade in die Straße eingebaut werden. Leider weiß ich zu wenig über solche Anlagen, um mit Sicherheit sagen zu können, was hier gerade zu sehen ist. 

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Schon etwas früher am 16.06.1897 entstand die folgende Aufnahme, die wiederum den Blick von Westen nach Osten zeigt, dieses Mal mit etwas mehr Central Park drauf. 

    Columbus Circle, June 16th 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Für einen U-Bahn-Bau ist der Graben eindeutig nicht tief genug. Links ein Mann mit einem Landvermessungsgerät, rechts ein Herr mit einem langen Stock. Ich hoffe der hat nur die Verantwortung getragen und nicht mit dem langen Stock den Arbeitern im Graben Beine gemacht. 

    Gleicher Tag, anderer Blickwinkel von ca. Nord nach Süd: 

    Columbus Circle, June 16th 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Links im Hintergrund sieht man die 8th Avenue, rechts im Hintergrund die unspektakuläre Bebauung bzw. Unbebauung des südwestlichen Kreiselviertels. Und sehr schön getroffen das noch zeitgenössische Verkehrsmittel: ein ziemlich gut besetzter Pferdeomnibus fährt über die 59th Street an der Baustelle vorbei. 

    02. Juli 1897, wir blicken in östliche Richtung, im Hintergrund der Central Park und die 59th Street, die hier Central Park South heißt. Bitte beachten, wieder im Bild sind im Hintergrund und im rechten Teil einige Pferdeomnibusse. 

    Columbus Circle, July 2nd 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    10. Juli 1897, wir blicken auf den Platz vor dem Hotel Oriental und den neuen Gleiskörper, der gerade installiert wird. 

    Columbus Circle, July 10th 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    3. Juli 1897, der Blick geht nach Süden, die 8th Avenue hinunter:

    Columbus Circle, July 3rd 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Eine weitere Aufnahme von 1897 mit einem noch nicht gezeigten Blickwinkel, nämlich dem nach Nordwesten. Links oben müsste die 59th Street auf den Kreisel treffen und die breite Straße in der Mitte und rechts, das müsste der Broadway sein, dessen Fahrbahnen ab hier durch einen begrünten Mittelstreifen voneinander getrennt sind.

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Auf den nächsten Aufnahmen wurde mal wieder in nördliche Richtung fotografiert, man sieht die markante Front der "Riding Academy" und die Südwestecke des Central Parks im Hintergrund. Leider ist die Auflösung hier nicht mehr so hoch wie bei den ersten Aufnahmen.


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Noch zwei Aufnahmen von Nord nach Süd, allerdings erheben wir uns aus der Frosch- in die Vogelperspektive: 


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Zur Abwechslung nochmal der Blick nach Westen, vornehmlich die 59th Street hinunter, die links am Eckgebäude mit dem Türmchen vorbeiführt. Dort kann man heute nicht mehr lang, weil dort heute das monumentale Time Warner Center im Weg steht. 


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Was wir hier an Grünzeug im Hintergrund sehen, ist nicht der Central Park, sondern die Mittelstreifenbegrünung des Broadways. Auf dem zweiten Foto erkennen wir die Front der Riding Academy wieder. 


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Zur Abwechslung mal wieder ein großes Foto, geschossen in südliche Richtung die 8th Avenue hinunter. Links im Bildhintergrund das Hotel Oriental: 

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Und nochmal die beachtliche Konstruktion, die hier in die Straße eingebaut wird, Blickrichtung Osten die 59th Street hinunter, Central Park im Hintergrund. 

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Der Photograph begibt sich nach Norden, ein Stück in die Central Park West hinein und fotografiert nach Süden, neben der Riding Academy stehend: 

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Links das Hotel Oriental im Hintergrund, in der Bildmitte das Columbus Monument und dahinter die Fortsetzung der 8th Avenue Richtung Süden. Auf dem nächsten Bild die gleiche Blickrichtung, nur von einer Position weiter südlich, dieses Mal ist das Hotel Oriental mal ziemlich vollständig getroffen: 

    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Noch zwei Aufnahmen mit Blick nach Norden, Blickfang ist mal wieder die Fassade der Riding Academy, zusätzlich geschmückt mit zwei großen Flaggen.


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Zwei Aufnahmen vom Westen her mit Blick nach Nordosten - Osten, mit viel Central Park im Hintergrund:


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Gleiche Blickrichtung, aber nun mit dem Fotografen wieder näher an der Straße:


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Noch mal der Blick nach Norden, einmal in die Central Park West hinein, einmal von weiter südlich mit der Fassade der Riding Academy im Blick:


    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    Und zuletzt nochmal der Blick nach Westen die 59th Street hinunter mit dem Fotografen schon in der 59th Street und zweimal nach Nordwesten vom Columbus Circle zum Broadway hin, das markante Eckhaus an der 59th Street mit der dunklen Fassade und dem Türmchen verrät mal wieder die Blickrichtung.



    Columbus Circle, 1897, from the collection of the museum of the city of New York


    So, ich denke, wir haben dank der großzügigen Bilderserie von 1897 einen umfassenden Eindruck davon gewonnen, wie es gegen Ende des 19. Jahrhunderts rund um den Columbus Circle aussah. Damit neigt sich der Beitrag genauso wie dereinst das 19. Jahrhundert seinem Ende entgegen. 

    Es folgen noch zwei Aufnahmen von 1898, bei denen der Fotograf in der 8th Avenue gestanden hat und vom Süden hoch Richtung Norden und Columbus Circle fotografiert hat. Und an dem Tag waren eine Menge Fahrradfahrer auf den Straßen, wahrscheinlich ein Sonntag und kein Werktag (ist aber nur eine Vermutung). 


    Columbus Circle from 8th Avenue, 1898, from the collection of the museum of the city of New York


    Und passend zum Abschluss noch eine kleine Aufnahme von 1899, photographiert in nordöstliche Richtung und mit Blick auf das Columbus Monument:

    Columbus Circle, 1899, from the collection of the museum of the city of New York


    Und ohne es konkret beweisen zu können, bilde ich mir ein, dass die Bahnen, die hier das Bild kreuzen, nicht mehr von Huftieren gezogen werden. Kann aber auch nur ein Zufall sein. 

    In der nächsten Folge schauen wir uns dann mal an, wie es ab Beginn des 20. Jahrhunderts so weiter ging am Columbus Circle. 

    FORTSETZUNG FOLGT




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  • 09/29/17--09:49: Article 2
  • IN DIESER WOCHE (LETZTE SEPTEMBERWOCHE) WURDEN FOLGENDE ZWEI BEITRÄGE IM BLOG VERÖFFENTLICHT:

    1. Comparing Old and New
    https://nygeschichte.blogspot.de/2017/09/comparing-old-and-new.html

    2. Columbus Circle - Teil 1
    https://nygeschichte.blogspot.de/2017/09/columbus-circle-teil-1.html




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  • 09/29/17--09:53: Columbus Circle 1892 (hq)
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  • 10/08/17--07:15: Comparing Old and New


  • Leider habe ich an diesem Wochenende nur wenig Zeit fürs Bloggen, aber ganz ohne wollte ich da nicht rausgehen. Die Arbeit an der nächsten Columbus-Circle-Folge geht voran, allerdings ist die Bildrecherche, -speicherei und -sortiererei sehr zeitintensiv, deshalb braucht das noch ein wenig bis Folge 2. 

    Nun zum Thema. Quelle ist mal wieder die Facebook-Seite "DirtyOld1970sNYC". Oben sehen wir eine Aufnahme, die auf Mitte der 1970er datiert wurde. Zu sehen ist dort die 65th Street an der Kreuzung mit dem Bay Parkway. 

    Der Standort befindet sich dieses Mal nicht in Manhattan, sondern in Brooklyn und zwar so ziemlich mittendrin:

    google maps


    Ich schalte mal um auf Vogelperspektive und gehe ein wenig näher an die Kreuzung ran:




    Um den Aufnahmeort zu finden, habe ich mal eben in die Straßenansicht reingespinxt. Also, der Photograph stand auf der 65th Street und schaute vom Westen her in südöstliche Richtung. 



    Also drehen wir die Ansicht nach links um 90 Grad...



    ... und gehen noch etwas näher heran, dann haben wir die Kulisse, in der das Photo entstanden ist:



    So sieht es da unten heute aus:



    Und nun die Gegenüberstellung von Einst und Jetzt:




    Bei "Hebrew National" handelt es sich um eine Firma, die mit koscheren Fleischwaren handelt. In Brooklyn dürfte es dafür einen Markt geben, denn dort wohnen u.a. auch zahlreiche Einwohner mit jüdischem Glauben. Von daher macht die überdimensionale Reklame an diesem Ort sicherlich Sinn.








    Die zweite Aufnahme entstand vermutlich jenseits der 1970er, als Datum wurde ca. 1969 angegeben. Aber das passt ja auch noch fast in den Rahmen, ist ja nur knapp über den Rand hinaus:



    Diese Aufnahme führt uns wieder zurück auf die Insel Manhattan. Das Foto entstand nur zwei Straßenblocks westlich vom Columbus Circle an der Kreuzung West 60th Street, die im Bildhintergrund kreuzt, und Amsterdam Avenue mit Blickrichtung nach Norden.



    Wir gehen mal wieder näher ran und schauen uns das Umfeld an:




    Der Photograph müsste ungefähr so wie eingezeichnet gestanden haben, als er die Aufnahme geschossen hat:



    Es ist allerdings auch nicht zu übersehen, dass sich seit der Aufnahme eine Menge an diesem Ort getan hat.





    Der "Delicatessen Sandwich Shop" ist nicht mehr an dieser Stelle. Stattdessen befindet sich in der Basis des Hochhauses, das gegenwärtig an der Südwestecke der Kreuzung steht, ein "Olympic Flame Diner". 



    Dafür ist das vierstöckige Gebäude mit der hellen Fassade und dem Flachdach links hinter der Kreuzung noch vorhanden, genauso wie das Hochhaus mit der Ziegelfassade, das den Bildhintergrund beherrscht:




    Um sich der alten Aufnahme zu nähern, müsste ich möglichst eine Aufnahme mit weniger Grünzeug finden:




    Ärgerlicherweise ist der Streetview-Wagen an dieser Stelle zwar schon ungefähr 10-mal entlanggefahren, aber immer nur zwischen Mai und September, daher gibt es keine Möglichkeit, den Bäumen zu entgehen. Ich versuche es trotzdem mal:





    Über Erricos Delicatessen Sandwich Shop habe ich leider nichts gefunden, der Laden ist vermutlich schon lange Geschichte. 

    Wenn man sich an der Position um 180 Grad dreht und nach Süden blickt, entdeckt man an der Westseite der Amsterdam Avenue noch ein schönes altes Gebäude, das von der Optik her gut an einer Straße passt, die sich Amsterdam Avenue schimpft. 



    Dabei handelt es sich um die "Haaren High School" an der Adresse 899 Tenth Avenue und 59th Street, die man hier auf einer Aufnahme von 1920 sieht:



    Hier der Eingangsbereich im Detail:





    Auch ein Blick hinauf zum großzügig verzierten Dach lohnt sich:



    Heute befindet sich in dem offenbar 1903 errichteten oder eingeweihten Gebäude das "John Jay College of Criminal Justice".



    Und mit den nachfolgenden zwei Aufnahmen des Gebäudes vom Süden her aus dem Jahr 1937 endet dieser Beitrag:






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  • 10/14/17--14:54: Saint Jude's Church (1890)
  • Saint Jude's Church at East 55th Street, ca. 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Bei der Recherche für einen anderen Beitrag bin ich auf Bildmaterial von dieser wunderbaren alten Kirche an der East 55th Street in Brooklyn gestoßen, der ich hier einen kurzen Beitrag widmen möchte. 


    Saint Jude's Church at East 55th Street, ca. 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Diese Kirche, die hier gegen Ende des 19. Jahrhunderts photographiert wurde und die dem heiligen Judas geweiht war, scheint nicht mehr zu existieren.

    Viel war über diese Kirche bei Google nicht zu erfahren, lediglich der Brooklyn Eagle erwähnt in seiner Ausgabe vom 22. Januar 1927 eine St. Jude's Church an der Ecke 55th Street und 14th Avenue in Brooklyn. 

    Ein Blick auf die Gegenwart verrät, dass sich dort an der Kreuzung heute keine Kirche mehr befindet:

    google maps


    Interessehalber habe ich mal das passende Luftbild von 1924 bei NYCityMap gezogen:



    Ich vermute, dass das gelb eingefärbte Gebäude an der Südwestecke der Kreuzung 55th Street (rot) und 14th Avenue (blau) die gesuchte Kirche ist. Es macht jedenfalls den Eindruck, dass man die sechs hohen Bogenfenster des Gotteshauses auf dem von oben aufgenommenen Foto wiedererkennen kann.





    1951 stand auf dem Grundstück jedenfalls schon jener Wohnblock mit H-förmigem Grundriss, den man auch heute noch an dieser Stelle findet:



    Die Immobilien-Information zu diesem Gebäude verrät, dass es 1931 errichtet worden sein soll. Somit wäre die St.-Judas-Kirche also schon seit mindestens 85 Jahren aus dem Stadtbild von Brooklyn verschwunden. 



    Saint Jude's Church at East 55th Street, ca. 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Bleibt also nur noch übrig, das schon lange verschwundene Gotteshaus zumindest virtuell noch einmal zu betreten und sich von innen anzusehen:

    Saint Jude's Church at East 55th Street, ca. 1890, from the collections of the museum of the city of New York




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  • 10/14/17--15:23: The Browning School
  • The Browning School, ca 1898, from the collections of the museum of the city of New York


    Wir bleiben nochmal im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts und werfen einen Blick auf jene Menschen, die damals die Stadt New York City bevölkerten, in diesem Fall die Schüler einer Jungenschule an der 55th Street in Manhattan, die den Namen "The Browning School" trug. 

    Die Aufnahme oben soll ca. 1898 entstanden sein, die Aufnahme unten ist auf Mai 1895 datiert. 

    The Browning School, May 1895, from the collections of the museum of the city of New York


    Die Browning School existiert heute noch, befindet sich aber seit den 1920ern nicht mehr an der 55th Street, sondern an der 62nd Street. 

    Sie wurde 1888 gegründet als Privatschule für Jungen in New York City. Unter anderem besuchten drei Sprösse der Familie Rockefeller diese Schule. 



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  • 10/14/17--17:14: The New Netherland
  • Byron Company, Hotel Netherland, 1905, from the collections of the museum of the city of New York


    Dieser Beitrag soll einem verlorenen Hotelklassiker gewidmet sein, der einst an der Ecke 59th Street und 5th Avenue stand und damit zur Gruppe der großen Luxushotels am Südostende des Central Parks gehörte. 

    Hotel New Netherlands and Hotel Savoy, 1893, from the collections of the museum of the city of New York


    Das Hotel New Netherlands wurde 1892-93 für William Waldorf Astor gebaut und von William H. Hume entworfen. Es handelte sich um eines der ersten Gebäude in New York, das in der Steel-Frame-Bauweise errichtet wurde, bei dem ein Stahlgerüst das Gewicht des Gebäudes trug und nicht mehr alleine die Außenmauern, weshalb Hochhäuser möglich wurden, die zuvor nicht realisierbar waren.

    Byron Company, New Netherlands, 59th Street, 1898, from the collections of the museum of the city of New York


    Mit einer Höhe von 71 Metern und 17 Stockwerken war es bei seiner Fertigstellung das höchste Hotelgebäude auf der Welt und passte mit diesem Anspruch gut in die Hudson-Metropole, wo zu jener Zeit auch das höchste Gebäude der Welt stand, das World Building am City Hall Park. 






    Das New Netherlands war als Luxushotel eingestuft, bot für den geneigten Gast aber auch Apartmentlösungen an. Diese waren allerdings nicht mit einer Küchenzeile ausgestattet. Für die Einnahme von Mahlzeiten begab man sich in das hoteleigene "Louis Sherry Restaurant".

    American News Company, Hotels The Netherland The Savoy, NY, ca 1905, from the collections of the museum of the city of New York

    Zusammen mit dem "Savoy" und dem gegenüberliegenden "Plaza" prägte das "Netherlands" die Hotellandschaft an der 5th Avenue auf Höhe des 59th Street. 

    Central Park, showing Hotels Netherland and Savoy, NY, ca 1906, from the collections of the museum of the city of New York


    Hotels Netherland and Savoy, Central Park Circle, ca 1905, from the collections of the museum of the city of New York


    Das New Netherland wurde 1908 in Hotel Netherland umbenannt. 






    Street Scenes at 59th Street and 5th Avenue, ca 1905, from the collections of the museum of the city of New York


    1912 mit dem neuen Namen gut sichtbar auf dem Dach platziert:



    Ein paar wenige Innenansichten aus dem New Netherland sind noch erhalten geblieben: 






    Wie vielen anderen Hochhäusern der ersten Generation war auch dem Hotel Netherland kein dauerhafter Aufenthalt in der Skyline am Central Park vergönnt, nach 33 Jahren endete die Geschichte des Hotels im Winter 1926 mit dem Abriss. 



    Links:


    Eigentlich wäre die Geschichte ja an dieser Stelle zu Ende, aber 1927 wurde auf dem Grundstück zeitnah ein neues Hochhaus errichtet, wieder ein Hotel und eines, das an den Vorgänger namentlich direkt anknüpfte, das "Sherry Netherland"



    Dieser sympathische Hochhausklassiker wurde 1927 errichtet und gehört inzwischen auch schon seit 90 Jahren zur Skyline am südlichen Central Park. 

    Central Park Views, 1933, from the collections of the museum of the city of New York


    Dabei begann die Geschichte dieses Wolkenkratzers nicht gerade glücklich, denn noch während der Bauphase gerieten die oberen Stockwerke am 12. April 1927 in Brand und aus dem Gebäude wurde eine überdimensionale Fackel, die die Umgebung auf schaurige Weise illuminierte. 





    Ein Beitrag hierzu aus der New York Times vom 18.11.2012:

    Das Feuer brannte 12 Stunden lang und war bis nach Long Island sichtbar.

    Doch nach diesen Startschwierigkeiten wurde doch noch alles gut und das Sherry Netherland wurde als Apartmenthotel wegen seiner großartigen Aussicht auf den Central Park und die Fifth Avenue zu einer beliebten Wohnadresse.

    Central Park Plaza, 1937, from the collections of the museum of the city of New York


    Der Brand von 1927 scheint vergessen und die etagengroßen Apartments im schmalen Turm des Gebäudes sind heute besonders gefragt. 

    Warum, dass kann man auf den nachfolgenden Fotos sehen, die den Ausblick vom 25. Stockwerk des 170 Meter hohen Gebäudes demonstrieren:



    View from 25th floor of the Sherry Netherland, October 22 1927, from the collections of the museum of the city of New York


    Und mit dieser zu Beginn der 1930er entstandenen Aufnahme vom abendlichen Sherry Netherland lasse ich den Beitrag ausklingen und verabschiede mich auch selber in die Nacht. 

    Central Park at night, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York



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    S. Marksville, Probably the store of Jacob Hans, 59 Cannon Street, ca 1886, 
    from the collections of the museum of the city of New York

    Die Facebook-Seite https://www.facebook.com/TheOldNewYorkPage?fref=nf hat in den vergangenen Stunden dieses schöne alte Photo aus der Sammlung des Museums der Stadt New York veröffentlicht, das einen Süßigkeitenladen zeigt, der sich einst auf der Lower East Side von Manhattan befand. 

    Die Aufnahme soll ungefähr 1886 entstanden sein und wäre damit auch schon mehr als 130 Jahre alt.

    Das es sich bei dem Besitzer des Süßwarenladens vermutlich um Jacob Hans handelt, konnte ich nicht vollständig nachvollziehen. Der einzige Hinweis, den ich in dieser Richtung finden konnte, ist das Schild in der Mitte am oberen Bildrand, auf dem der Name "HANS" stehen könnte. 

    Die allwissende Suchmaschine hat aber zu "Jacob Hans" leider nichts weiter ausgespuckt. Was aber noch dafür sprechen könnte, ist der Umstand, dass sich die Adresse auf der Lower East Side befindet und dort war ja die Dichte mit Einwanderern aus deutschsprachigen Ländern ziemlich hoch. Und auf eine solche Herkunft deutet der Name Jacob Hans dann schon hin. 

    Leider funktioniert bei mir seit einiger Zeit nicht mehr der Zoom in die Bilder aus der Sammlung des MCNY. Ich habe noch nicht herausgefunden, was der Hintergrund ist, ob das z.B. inzwischen eine Option ist, für die man bezahlen muss. Sich beim MCNY zu registrieren, reicht jedenfalls nicht. Wer die Lösung kennt, wird gebeten, einen Kommentar zu hinterlassen. 

    Deshalb konnte ich auch leider nicht sagen, was auf den Tafeln im Schaufenster steht. Die wenigen lesbaren Schilder verraten jedenfalls, dass im Candy Store nicht nur mit Süßigkeiten gehandelt wurde, sondern dass man dort auch Zigarren kaufen und (vermutlich abnehmbare) Hemdkragen und Manschetten zum Reinigen abgeben konnte (LAUNDRY COLLARS AND CUFFS). Das Schild "FLATS" rechts über die Dame im Eingangsbereich könnte auf Wohnungen hindeuten, ich halte es aber für wahrscheinlicher, dass es hier um die Dienstleistung "Bügeln" geht, flat iron ist schließlich ein Bügeleisen, soviel haben wir dank des Hochhausklassikers am Madison Square schon gelernt.

    Ich möchte noch einen Blick auf den Standort des Candy Stores werfen. Der soll sich an der Adresse 59 Cannon Street befunden haben.

    google maps


    Wir sehen, dass sich die Adresse auf der Lower East Side im Süden von Manhattan befindet, unmittelbar unterhalb der Auffahrt / Abfahrt der Williamsburg Bridge auf der Manhattan-Seite.


    Bei der Cannon Street handelt es sich nur um ein ganz kurzes Sträßchen im Schatten der Williamsburg Bridge. 




    Ich setze den Google-Street-View-Mann mal vor der Mündung der Cannon Street in die Delancey Street ab, wie gesagt im Schatten der Williamsburg Bridge:




    Was aber eigentlich interessiert, ist der Blick von dieser Position aus in die Cannon Street hinein. 


    Auch wenn die Häuser links älter aussehen, als die rechts, so fällt es mir dennoch schwer zu glauben, dass sie schon 130 Jahre auf dem Buckel haben. Leider kommt man mit dem Street View nicht in das Sträßchen hinein. 



    Die Immobilien-Informationen bei NYCityMaps bestätigen diese Vermutung, auch wenn sich die Informationen dort nicht unbedingt immer als belastbar erwiesen haben. Danach sind die Häuser auf der rechten Seite 1952 gebaut worden und die auf der linken Seite 1910. 



    Da wir jetzt gerade mal bei NYCityMaps sind, habe ich auf das Luftbild von 1924 umgeschaltet, um noch einer Vermutung nachzugehen. Nämlich die, dass die Cannon Street nicht immer ein Sträßchen gewesen ist, sondern durch städtebauliche Maßnahmen drastisch verkürzt wurde. Und siehe da - auch wenn das Luftbild an genau dieser Stelle mit einem Text überklebt und etwas unsauber zusammengetüdelt ist - anno 1924 war auf jeden Fall noch mehr Cannon Street vorhanden als 2017:



    Dank des Brückenbaus über den East River hinweg und starker städtebaulicher Eingriffe im Verlauf des 20. Jahrhunderts gibt es in Süd-Ost-Manhattan nicht nur viele "Lost Buildings", sondern auch einiges an Material zum Thema "Lost Streets"

    Ich ziehe mal den Bromley-Stadtatlas von 1891, der dieses Viertel zu einem Zeitpunkt zeigt, als die ab 1896 errichtete Williamsburg Bridge noch nicht existierte. 



    Glücklicherweise ist der Bildausschnitt dieser Karte so gewählt, dass er den gesamten Verlauf abbildet, den die Cannon Street einst hatte. Nämlich an der Houston Street im Norden beginnend



    Sie begann im Norden mit der Mündung in die "Houston Street", kreuzte dann während des Verlauf in südlicher Richtung die "Stanton Street", ...


    ... gefolgt von der Rivington Street (grün), der Delancey Street (wo heute die Ausläufer der Brücke entlangführen) und der Broome Street, ...


    .... um am südlichen Ende schließlich in die Grand Street zu münden.



    Bis in die Gegenwart ist nur der kurze, einen Straßenblock lange Abschnitt zwischen Broome Street im Süden und Delancey Street im Norden erhalten geblieben. 


    Ein Abgleich der Hausnummern mit der Karte verrät außerdem, dass der Teil der Straße, in dem sich der Candy Store einst befand, heute nicht mehr erhalten ist. Die Hausnummern ab 50 aufwärts befanden sich nämlich in erst in dem Abschnitt der Straße, der zwischen der Rivinton Street im Norden und der Delancey Street im Süden lag. 



    Das Haus mit der Nummer 59 Cannon Street muss man sich ungefähr dort vorstellen, wo heute die Brückentrasse verläuft. 



    Da aber in den 116 Jahren seit Erstellung der Karte einiges vor Ort verändert wurde, was den Verlauf und die Anordnung der Straßen in diesem Gebiet angeht, lässt sich nicht mehr präzise sagen, wo 59 Cannon Street damals gestanden hat. Heute heißen zum Beispiel beide parallelen Straßen oberhalb und unterhalb der Williamsburg Bridge Delancey Street.



    Von dem verlorenen Abschnitt, in dem sich 59 Cannon Street befunden hat, konnte ich keine Bilder finden, aber es existiert Bildmaterial von dem Abschnitt zwischen Broome Street und Delancey Street, der bis heute erhalten geblieben ist, sich in Teilen aber heftig verändert hat.

    Die Bilder vermitteln einen Eindruck davon, wie es in den 1920ern und 1930ern in der Lower East Side an der Cannon Street ausgesehen hat und der wahrscheinlich auch auf den verschwundenen Abschnitt angewendet werden könnte.

    Cannon Street - Broome Street 1920


    Broome and Cannon Street 1933


    Cannon Street from under the bridge viewing north 1939


    Cannon Street from Broom Street

    South from Cannon Street / Broome Street 


    Looking north from below Cannon Street / Broome Street


    Und mit den nachfolgenden Photographien, die sich auf die römisch-katholische Kirche "St. Rose of Lima" konzentrieren, die einst südöstlich der Delancey Street am Abschnitt der Cannon Street nördlich der Broome Street gestanden hat und deren Position noch einmal verdeutlicht, wie schwer die Eingriffe und Veränderungen in diesem Gebiet waren, möchte ich den Beitrag abschließen. 











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  • 11/04/17--10:35: Comparing Old and New


  • Und schon wieder ein Wochenende, in dem kaum Luft für den herkömmlichen Zeitvertreib bleibt. Ein Richtfest, ein Geburtstag und ein Familienfrühstück verlangen nach Teilnahme. Deshalb greife ich auf die Schnelle mal wieder auf Bewährtes zurück und präsentiere eine neue Folge von Comparing Old and New. Das Ausgangsmaterial stammt wieder von der Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/DirtyOld1970sNYC

    Das Foto oben wurde 1974 aufgenommen und blickt auf den Verkehr der Brooklyn Bridge in Fahrtrichtung Ost / Brooklyn, im Hintergrund sieht man Südmanhattan rund um das Rathaus der Stadt.

    google street view

    Da der Google-Street-View-Mann sich unlängst noch auf den Fußgängerüberweg über die Brooklyn Bridge begeben hat, kann man sich dem Aufnahmeort ganz gut annähern.


    Jetzt müssen wir nur noch den richtigen Ausschnitt heraustrennen. Mal schauen:




    Die Autos haben sich in den 43 Jahren zwischen den beiden Aufnahmen natürlich schon verändert. Was aber gleich geblieben ist, sind zum Beispiel die Gebäude der "Pace University", die links bzw. südlich von der Brückenrampe errichtet wurden. 

    Und auch das Trio historischer Gebäude rechts im Hintergrund ist bis heute erhalten geblieben:




    Da hätten wir im Vordergrund mit kleinem Türmchen das Rathaus der Stadt New York von 1812, eingebettet in den nach ihm benannten City Hall Park. Dahinter zwei New Yorker Hochhäuser der ersten Generation, die bis heute erhalten geblieben sind. Links mit flachem Dach das "Postal Telegraph Building" von 1894 und rechts mit spitzem Dach das "Home Life Insurance Building", ebenfalls 1894.





    Der dunkle Kasten links daneben steht auch heute noch, dabei handelt es sich um ein Bürogebäude mit der schlichten Bezeichnung 250 Broadway, es stammt vom Anfang der 1960er-Jahre und war zum Zeitpunkt der Aufnahme gut 10 Jahre alt. 




    Hier nochmal das ganze im 3-D-Panorama-Blick:




    Die nächste Aufnahme entstand zwei Jahre später im Jahr 1976 und etwas weiter nördlich auf Manhattan, um genau zu sein, an der Kreuzung der 11th Avenue mit der 30th Street mit Blickrichtung nach Süden:



    Es springt einen nicht direkt an, aber jenes die Straße überquerende Bauwerk, an dem die Zigarettenreklame für die Marke "Salem" angebracht ist, hat es in den vergangenen Jahren aufgrund einer spektakulären Umwidmung zu einiger Berühmtheit gebracht.

    Es handelt sich nämlich um das nördliche Ende einer rein gewerblich genutzten Hochbahntrasse, die heutzutage als "Highline Park" eine beliebte Attraktion für Bewohner und Touristen darstellt. 



    Blickt man nach links, sieht man den bereits auf dem ehemaligen Gleiskörper angelegten Park, ....



    .... und rechts endet die Hochbahntrasse vor der Kulisse des Hudson Rivers und den Hügeln New Jerseys im nirgendwo.



    Sieben Jahre später strahlt dieser Ort immer noch eine erhebliche Unruhe aus, bedingt durch die massiven Bauarbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft links.



    Dank des Hudson Yards-Projektes entstehen hier eine handvoll nagelneuer Wolkenkratzer:



    In den 40 Jahren zwischen 1976 und 2016 sind einiger Veränderungen passiert, aber man kann auch noch einiges wiedererkennen:



    Der Panoramablick bringt noch einen Aspekt zu Tage, der auf Straßenniveau nicht zu erkennen war: rechts und links von der 11th Avenue befinden sich die (Abstell)Gleise der Pennsylvania Station. Dieser bedeutende New Yorker Bahnhof befindet sich einige Blocks weiter östlich zwischen 7th und 8th Avenue unterhalb des Madison Square Gardens. 



    Das letzte Photo führt uns aus Manhattan heraus hinüber in den Süden von Brooklyn und zurück zum Anfang der 1970er und hinein in mein Geburtsjahr 1971:



    Der Photograph befand sich bei der Aufnahme an der Kreuzung 55th Street und 4th Avenue und blickte in nördliche Richtung. 

    Die Inseln zwischen den beiden Fahrspuren sehen immer noch ähnlich aus, aber Ähnlichkeiten bei den Häusern zu finden, fällt doch ziemlich schwer. 



    Vielleicht hat der Zahn der Zeit in diesem Viertel in den letzten 46 Jahren besonders stark genagt. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass nicht die richtige Kreuzung als Ausgangspunkt angegeben wurde. 





    Und noch ein allerletztes Foto aus dem Jahr 1973, dieses Mal wieder Manhattan im Südwesten:



    Im Hintergrund rechts sieht man die zu diesem Zeitpunkt noch nagelneuen Twin Towers, davor das Vesey Building vom Anfang der 1920er. Interessant sind die Häuser im Vordergrund links, die möglicherweise älter sind, als sie im ersten Augenblick aussehen, es könnte sich nämlich um ehemalige Wohnhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts handeln. 

    Wer dazu mehr erfahren möchte, der folge diesem Link:



    Auch wenn diese Aufnahme nicht die gleiche Perspektive zeigt, so taucht in beiden Aufnahmen der Schriftzug"NECKES-EICHENBAUM" an den Fassaden auf. 

    Auch hier fällt es schwer, den Aufnahmeort zu rekonstrieren. Sollte das 1973-er-Foto aber tatsächlich in der Harrison Street aufgenommen worden sein, dann sieht es dort heute so aus:




    Hier habe ich nochmal versucht, das Ausgangsfoto im Panorama (vom Osten her gesehen) nachzuvollziehen. Markiert sind die Position des Photographen und die alten Häuser in der Harrison Street rechts sowie die ehemaligen Positionen des Twin Towers und das Vesey Building links. 



    Dankeschön für die Aufmerksamkeit.



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    Schon bei meinem dritten Aufenthalt in New York City im Jahr 2006 war mir diese Stimme aufgefallen, die mit "Stand clear of the closing doors, please" auf manchen U-Bahn-Linien nach einem Stationshalt die bevorstehende Abfahrt des Zuges ankündigte. Und ich weiß noch, wie wir den Sing Sang der Ansage nachgeäfft haben.


    2011 habe ich dann hier im Blog einen kurzen Beitrag zu dem Thema verfasst, das offenbar noch mehr Leute interessiert hat, denn der Beitrag ist in den TOP 5 der  am meisten aufgerufenen Beiträge:



    Nachdem der wichtigste Blog schon lange darüber berichtet hatte :-)  haben sich dann auch renommierte Medien wie der Spiegel oder die Welt mit dem Thema befasst.




    Den größeren Informationsgehalt hat in diesem Fall der Beitrag in der Welt, den ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich weiterempfehle. 

    Und sowohl hier als auch an anderer Stelle muss man leider lesen, dass die berühmte Ansage von Charlie Pellett mittelfristig ein Teil der New Yorker U-Bahn-Geschichte bzw. Stadtgeschichte werden wird, denn betriebswirtschaftlich gesehen ist sie von ihrer Dauer her zu lange ausgefallen, so dass wiederum die U-Bahn-Züge zu lange am Haltepunkt stehen und unnötig lange warten müssen, bis die Ansage vorbei ist. Deshalb soll eine neue, kürzer gefasste Ansage das lieb gewonnene "Stand Clear of the Closing Doors please" ersetzen und auf diese Weise Betriebskosten einsparen. 

    Was mich angeht, so könnte ich gut damit leben, wenn mich die Ansage noch auf ein paar Besuchen in New York begleiten würde, Betriebswirtschaft hin, Kosten her. Ach ja, und diesen Kurzfilm über den Mann hinter der Stimme möchte ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten. 






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    Nanu, habe ich vor einigen Wochen gedacht, schon wieder ein GEO Special über New York City, da war doch gerade erst eins im Handel. Aber das gerade erst liegt auch schon wieder sechs Jahre zurück. Die Ausgabe links stammt von April 2011, die Ausgabe rechts von September 2017. So schnell vergeht die Zeit. 

    Wo wir gerade dabei sind. Es ist schon fast wieder einen Monat her, als dieser Blog still und heimlich seinen 11. Geburtstag gefeiert hat. Losgegangen ist es am 11. Oktober 2006, seitdem hat der Blog bereits viermal sein Erscheinungsbild geändert und mittlerweile wurden 1813 Beiträge veröffentlicht. HAPPY BIRTHDAY nachträglich!





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  • 11/08/17--13:46: Gene Palma



  • Vor einigen Wochen habe ich die Autobiographie des ehemaligen Kraftwerk-Musikers Karlheinz Bartos gelesen. Der war 1975 als Schlagzeuger und Vibraphonist mit Kraftwerk auf deren erster USA-Tournee unterwegs gewesen und unter anderem in New York City aufgetreten. Dort in der Umgebung des Times Squares schaute er sich die Performance eines Straßenmusikers an, den er ein bis zwei Jahre später in Martin Scorseses Film "Taxi Driver" wiedererkannte. 




    Obwohl der Auftritt von Gene Palma in Taxi Driver vergleichsweise kurz ausfällt, scheint er doch Eindruck hinterlassen zu haben und das nicht nur bei Karl Bartos oder mir. Ein guter Grund, dem New Yorker Straßenmusiker-Original einen kurzen Beitrag hier im Blog zu widmen.

    Nachfolgend sehen wir einen kurzen Ausschnitt aus Taxi Driver. Dem Taxifahrer Travis Bickle ist es gelungen, seine Angebetete Betsy zu einem gemeinsamen Kinobesuch zu überreden und führt sie zum Times Square aus, wo sich damals zahlreiche Kinos befanden. Allerdings nicht nur die normalen, sondern auch die mit den Ferkelfilmen. Auf ihrem Weg zum Kino passieren die beiden Gene Palma, der dort auf dem Bürgersteig seine übliche Trommler-Performance vorführt. Anschließend verschwinden die beiden in dem Pornokino "Lyric" an der 42nd Street. 





    Gene Palma war vor allem in den 1970ern und 1980ern als Straßenmusiker in New York City präsent und führte  seine Schlagzeugübungen auf der Straße oder in U-Bahn-Stationen vor.
















    Dabei hat er wohl nur in den warmen Monaten als Straßenmusiker gearbeitet, was sich nachvollziehen lässt, denn wer kann schon stundenlang an freier Luft Schlagzeug spielen, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt kreisen. In den Wintermonaten hat sich der Straßenmusiker dann mit gewöhnlichen Tätigkeiten seinen Lebensunterhalt verdient.

    Es ist unklar, ob Gene Palma noch lebt. In einem Kommentar zu dem oben veröffentlichten Filmausschnitt habe ich gelesen, dass er bereits 2005 verstorben sein soll. Dank Taxi Driver wurde ihm bereits zu Lebzeiten ein kleines Denkmal gesetzt, das bis heute die Erinnerung aufrecht erhält.




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  • 11/13/17--12:25: The Deuce (2017)
  • cap from trailer #3


    Das passt meine ich ganz gut zum letzten Beitrag, der von einem New Yorker Straßenmusiker handelte, der gerne mal seine Bühne im Umfeld des Times Squares suchte und einen kurzen Auftritt in einem der wichtigsten New York-Filme der 1970er hatte. 

    cap from trailer #3


    Diese TV-Serie, die im September bei HBO gestartet ist, führt ebenfalls dorthin in das Times Square-Umfeld und zwar in die Zeit ganz zu Beginn der 1970er. als der Times Square und die 42nd Street nach jahrzehntelangem Abstieg schmierig und gefährlich waren. 

    cap from trailer #1


    Ob die Serie was taugt, vermag ich nicht zu sagen, aber die Trailer sehen recht vielversprechend aus. Und für uns, die wir ja auch immer mit einem historisch interessierten Blick auf solche Werke schauen, gibt es scheinbar auch einiges  zu entdecken. Wie zum Beispiel die Zwillingstürme noch während der Bauphase, die mal irgendwo den Bildhintergrund schmücken.

    cap from trailer #1


    Interessant finde ich den Umstand, dass es scheinbar egal ist, ob man das New York der 1920er wieder aufleben lässt oder jenes vor 47 Jahren Anfang der 1970er, es muss auf jedenfall eine Menge getrickst werden, weil sich die Schauplätze im Laufe der Zeit massiv weiterentwickelt und dabei verändert haben.




    caps from trailer #2


    Wie lange die Trailer lauffähig bleiben, vermag ich nicht zu sagen, ich hoffe, dass sie zumindest eine Woche durchhalten, bei YouTube weiß man ja nie so genau, was passiert.











    Links:


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  • 11/15/17--08:56: The Get Down (2016)
  • trailer cap

    Ok, wenn wir gerade schon mit TV-Serien über das historische New York dran sind, dann sollte ich auch einen Beitrag über "The Get Down" von Baz Luhrmann reinpacken, den ich schon seit einiger Zeit vor mir herschiebe, aber immer wieder vergessen habe. Genau, von dem Baz Luhrmann, der seinerzeit mal diesen Film "Romeo und Julia" mit Claire Daines und Leonardo di Caprio gemacht hat, noch zu Prä-Titanic-Zeiten. 

    trailer cap


    Und zu "The Deuce" passt das auch ganz gut, denn auch hier führt uns die Reise in das New York City der 1970er, aber nicht wieder zum Times Square zu Beginn des Jahrzehnts, sondern dieses Mal mehr in die Bronx gegen Ende der Dekade. 

    Wer Baz Luhrmann über Romeo und Julia hinaus kennt, weiß, dass neben visuellen Eskapaden auch Musik immer eine große Rolle in seinen Werken spielt und diese Serie hat sich zum Ziel gesetzt, die Anfänge des Hip Hops zu beleuchten, jener Musikrichtung, die in New York City in der zweiten Hälfte der 1970er entstanden ist.

    trailer cap


    Das ist ein völlig anderer Ansatz, sich der Geschichte von New York zu nähern, als dieses bei "The Deuce" der Fall ist und das macht die Serie wahrscheinlich eher mit "Vinyl" vergleichbar. Im Gegensatz zu Vinyl habe ich aber weder "The Get Down" noch "The Deuce" bisher gesehen und lasse mich im Moment noch ausschließlich von den bunten Bildern in den Trailern blenden. Wer die Gelegenheit und das Interesse hat, sollte aber gerne mal einen Versuch starten.





    Links:




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  • 11/17/17--13:30: Virgin and the Lover (1973)
  • vidcaps


    Na gut, nachdem wir zuletzt zweimal ein künstlich erzeugtes historisches New York besucht haben, soll die Reise nun wieder in das echte New York der 1970er gehen. Wir besuchen das Jahr 1973 und nutzen als Reisemittel dieses Mal einen Erwachsenenfilm. 

    Natürlich sind Erwachsenenfilme in erster Linie für einen Zweck gemacht worden. Punkt. Aber unter Umständen kann man zwischen den Zeilen, zwischen den Turnübungen auch noch mehr finden. Wie zum Beispiel bei "Virgin and the Lover" vom New Yorker Regisseur Kemal Horulu. Nebenher ist der nämlich auch ein ziemlich interessantes und zum Glück nicht ganz konventionelles Zeitzeugnis vom New York in der ersten Hälfte der 1970er. Schauen wir mal rein und bestaunen die Menschen, die Autos, die Wohnungen, die Mode und die Farben.



    Der Film beginnt damit, dass der Hauptdarsteller einen Psychiater aufsucht. Dabei gibt es Straßenansichten zu sehen, bei denen ich leider nicht herausfinden konnte, wo das aufgenommen wurde, ich gehe aber mal von Manhattan aus.






    Der Royal Flower Shop scheint nicht mehr zu existieren, Google war da jedenfalls ratlos. 

    Die Kamera bleibt dann auf diesem historischen Gebäude stehen, in dem der Seelendoktor wohl seine Praxis haben soll. Erkennt jemand dieses Gebäude? Ich war da bisher noch nicht erfolgreich, dabei hatte ich eigentlich gedacht, dass die Parknähe die Möglichkeiten eingrenzen würde.



    In der Praxis erwartet uns dann ein schöner kleiner nostalgischer Farbsturm. So waren sie halt, die Siebziger.








    Als der Patient dem Doc seine Probleme schildert, wird es dann noch etwas bunter:





    Schreibtische noch ganz ohne Arbeitsplatzrechner:




    Moderne Telekommunikation anno 1973, zumindest hat das Telefon schon Tasten:




    Es folgt ein kurzer Schwenk über das Hochhäusermeer von Manhattan bis hin zu einer Avenue. Ich vermute, dass ich sich bei dieser Avenue um die Third Avenue handelt. Begründung folgt später. Der Schwenk beginnt demnach mit Blick in nordöstliche Richtung und wandert dann nach links, also nach Westen. 





    Wir folgen dem Hauptdarsteller plus Anhang durch das abendliche Manhattan...






    ... bis sie kurz, aber vergeblich versuchen, in einen Club namens "Mr. Laffs" hereinzukommen. 






    Der hat erfreulicherweise noch ein paar Spuren in der großen Suchmaschine hinterlassen. Hier sehen wir eine Photographie, die 1974 in der Diskothek "Mr. Laffs" entstanden ist:



    Eine weitere Aufnahme vom Eingangsbereich des Mr. Laffs, möglicherweise ein Filmstandbild:



    Diesem ehemaligen Profi-Baseball-Spieler namens Phil Linz hat das Mr. Laffs (neben einigen anderen Restaurants) für 23 Jahre gehört:




    Diese bei EBay angebotenen "Free Drink Chips" verraten uns zumindest mal, wo sich der Club befunden hat: nämlich an der Hausnummer 1189 First Avenue zwischen 64th Street und 65th Street:




    Das bestätigt auch die New York Times in einem Beitrag von 28.05.1976:



    Damit können wir zumindest mal einen Schauplatz nachvollziehen. Der allerdings irgendwann zwischen 1973 und 2017 verschwunden ist und durch einen Neubau ersetzt wurde, wie es aussieht.


    google maps


    Kehren wir zurück zum Paar und folgen ihnen weiter durch die Nacht, bis sich vor dem Wohnhaus des Anhangs die Wege trennen. Die Begleiterin stellt sich als eine der Vorzimmerkräfte des Psychiaters heraus, die offenbar in ihrer Wohnung ein Labor beherbergt und auch aus der Laborausstattung Weíßwein trinkt. 














    Wir erinnern uns nochmal an den ersten Schwenk von vorhin, der hier endete:



    Nun folgt ein zweiter Schwenk, der dank prominenter Gebäude verrät, wo wir da hinblicken. Links außen das damalige PanAm Building, heute Metlife, in der Mitte links unverkennbar das Chrysler Building. 



    Und die Avenue, die einen Block östlich des Chrysler Buildings verläuft, ist die Third Avenue:



    Dieses Mal schwenkt die Kamera nicht weiter nach Westen, sondern die Third Avenue hinab:






    Wir begleiten den Hauptdarsteller für ein kurzes Stück Fußweg...



    ... dann blickt die Kamera kurz auf diesen Gebäudeeingang mit der markanten Aufschrift "FILM CENTER", was wohl den Eindruck erwecken soll, dass sich in diesem Gebäude der Arbeitsplatz des Hauptdarstellers befindet, der augenscheinlich auch was mit Film zu tun hat.








    Bei dem Gebäude handelt es sich um das 1928 fertiggestellte "Film Center Building", ursprünglich noch mit einer Hochbahn (9th Ave El) vor der Tür, später nicht mehr. 



    Film Center Building, 1928, 1929, 1948, from the collection of the museum of the city of New York




    Die Adresse des Gebäudes ist 630 Ninth Avenue im Westen von Manhattan, zwischen 44th und 45th Street, in räumlicher Nähe zur Lincoln Tunnel-Ausfahrt, die etwas weiter südlich zu finden ist.





    Schauen wir mal in den Film rein, an dem der Hauptdarsteller gerade arbeitet. Der führt uns in eine andere bunte New Yorker Wohnung, in der eine Brillenträgerin auf eine Verabredung wartet.
















    Soll reichen. Es wird dunkel an der Third Avenue...




    ... aber beim Psychiater ist immer noch Sprechstunde ...






    ... na bitte, ein Wählscheiben-Telefon ...



    ... und wieder leichte Verwirrung, was das Outfit angeht ...



    ... aber ein neuer Anlauf bei der alten Verabredung verspricht mehr Erfolg:



    Man könnte ja zum Beispiel mal schön zusammen im Central Park Ruderboot fahren.











    Und wenn man schon einmal im Park ist, dann sollte doch wohl auch noch eine Kutschfahrt drin sein.










    Im Anschluss geht es in die Wohnung der Angebeteten, die wir schon einmal besucht haben.









    Später landet der Hauptdarsteller wieder in der Abendzeit auf der Straße. Hawaii Kai war ein ehemaliges polynesisches Restaurant, dass von 1962 bis ca. 1989 im Winter Garden Building an der Hausnummer 1638 Broadway befand. 



    Diese Location liegt ein kleines Stück nördlich vomTimes Square auf Höhe der 50th Street.




    Die nachfolgenden Aufnahmen stammen wahrscheinlich auch vom Umfeld des Times Squares, darauf deuten jedenfalls die markanten Leuchtreklamen über den Kino- und Theatereingängen hin. 


    Das Ambassador Theatre, das auf der ersten Aufnahme im Hintergrund strahlt, steht an der 49th Street zwischen Broadway und 8th Avenue.







    Am Ende haben sich der Hauptdarsteller und seine Angebetete doch noch gekriegt und füttern jetzt Eichhörnchen im Central Park:





    Und sogar der Psychiater scheint sein Glück gefunden zu haben. 



    Ende der Zeitreise. Wer mir bis hierhin gefolgt ist, den möchte ich nochmal an das Rätsel erinnern, das ich zwischendurch irgendwo eingestreut hatte. Kennt jemand dieses historische Gebäude und wenn ja, wo steht es?



    Links zum Film und Regisseur:




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    So, ich habe die aufwändige Bilderrecherche durch die von mir regelmäßig genutzten zwei Großarchive erstmal abgeschlossen. 

    Jetzt kann es demnächst endlich weitergehen mit einer neuen Folge über die Geschichte des Columbus Circles, dann starten wir zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 

    Aber wohl nicht mehr an diesem Wochenende. 

    Stay tuned. 

    (Bild: NYPL Digital Collections)

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  • 11/19/17--10:57: Hart Island
  • Jacob Riis, The Potters Field, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Halloween ist zwar schon ein paar Tage vorbei, aber die Novembertage sind trotzdem früh dunkel und schummrig, deshalb sind also insgesamt ganz gute Bedingungen, um einen dazu passenden Ort aufzusuchen. Der Weg führt uns hinauf nach ganz oben in den Norden von Manhattan, wo sich zwischen Pelham Bay und Long Island als östlichster Teil der Bronx die Insel "Hart Island" befindet.





    Wir kennen das ja schon aus früheren Beiträgen: die Inseln, die zum Stadtgebiet von New York gehören, wurden selten als Naherholungsgebiet genutzt, sondern bevorzugt zur Unterbringung von Quarantäne- und Isolierkliniken für Menschen mit ansteckenden Krankheiten, als Standort für Gefängnisse oder psychiatrische Kliniken. 

    Während des Amerikanischen Bürgerkriegs befand sich dort ein Kriegsgefangenenlager der Union. 1868 kaufte die Stadt New York die Insel aus dem Privatbesitz einer in der Bronx lebenden Familie Hunter. 

    Danach wurden dort eine Nervenheilanstalt und eine Tuberkulose-Krankenhaus errichtet. Hier das Convalescent Hospital in den späten 1870ern:







    Die Gebäude befanden sich auf dem südlichen, schmaleren Teil der Insel:



    Heute sind diese Heilanstalten nicht mehr in Betrieb und dem langsamen Verfall überlassen. Ein paar stimmungsvolle Bilder von dort habe ich im Kingstonlounge-Blog via untappedcities gefunden. Wer noch mehr Photographien ansehen möchte, folge dem Link unter den Bildern. 








    Der Norden von Hart Island war dagegen einem anderen Zweck vorbehalten, er dient als Potter's Field, also als Armenfriedhof der Stadt New York, die dort bereits 800.000 Tote bestattet hat und weiterhin etwa 1.500 Tote pro Jahr beisetzt. 


    Der bekannte amerikanische Photograph Jacob Riis, der durch die ungeschönten Bilder aus den Armenvierteln von New York City berühmt wurde, photographierte bereits zu Beginn der 1890er die Beisetzungen auf dem Potter's Field von Hart Island:

    Jacob Riis, The Potters Field Consecrated Ground, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Jacob Riis, An Open Trench, Potters Field, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Jacob Riis, The Potters Field, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


     Jacob Riis, The Common Trench, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Jacob Riis, Harts Island, the docks, where the unknown dead are unloaded, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York


    Heute gilt die Insel als Sperrgebiet und ist grundsätzlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Bestattungen von namenlosen Toten und Kindern sowie Menschen, die sich die Kosten für eine reguläre Bestattung nicht leisten können, finden auch heute noch auf Hart Island statt, hierzu werden Sträflinge von der etwas südlicher gelegenen und zu Queens gehörigen Gefängnis-Insel Rikers Island eingesetzt. 

    Inzwischen finden die Beisetzungen wohl auch auf dem südlichen Teil der Insel statt, klar, irgendwann ist auch der Norden mal voll mit Gräbern.












    Gegenüber dem Luftbild von 1924 hat sich die Insel heute natürlich etwas verändert, aber - wie gesagt - die Nutzung als Armenfriedhof ist bis in die Gegenwart unverändert geblieben. 


    google maps


    Links:



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