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Eine Sammlung von Bildern, Filmen und Texten zur Geschichte von New York City. Über Hochhäuser, Straßen, Bahnen, Inseln und Menschen. Für Anregungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Gruß vom Schädel.
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    Im Weltkriegsjahr 1942 operierten deutsche U-Boote vor der amerikanischen Ostküste und näherten sich dabei der Stadt New York so weit, dass die Skyline von Manhattan für die deutsche Wochenschau aufgenommen wurde. Oben sieht man eine nachträglich colorierte Fassung.






    Die Originalaufnahmen waren natürlich in Schwarz-Weiß und wurden in der deutschen Wochenschau vom 28.02.1942 präsentiert. Nachfolgend ein Ausschnitt aus dieser Wochenschau, der die U-Boote betrifft und auch die Aufnahmen von New York City enthält. Die vollständige Wochenschau kann man hier abrufen:
    https://www.youtube.com/watch?v=cGgCCAfnHfA





    Hier sehen wir noch Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm des Smithsonian Channel, der sich ebenfalls mit den "Besuchen" der Deutschen Unterwasserboote in den Gewässern vor New York City befasst:










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  • 12/17/17--01:44: Empire State of Mind


  • Es ist erst acht Jahre her, dass dieser Song herausgekommen ist, gefühlt ist das aber schon länger her, denn "Empire State of Mind" von Jay Z featuring Alicia Keys hat sich seiner Veröffentlichung sehr schnell in die erste Reihe berühmter Songs über die Stadt New York vorgearbeitet und insbesondere der Refrain gehört inzwischen definitiv zu den Standards, wenn es gilt, bewegte Bilder von New York City mit Musik zu unterlegen. 

    Wiki:







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  • 12/17/17--09:57: Columbus Circle - Teil 4


  • Leserinnen und Leser, die den Blog in den vergangenen Wochen verfolgt haben, kennen ja sicherlich schon diese Mini-Serie über den Columbus Circle. Wer die Anfänge verpasst hat, kann sich hier nochmal schlau machen:


    In der heutigen Folge werden wir uns den Columbus Circle während des dritten Jahrzehnts im 20. Jahrhundert anschauen, also während der 1920er-Jahre. Die Luftaufnahme oben vom Columbus Circle (Mitte unten) und vom Times Square (oben links) ist irgendwann zu Beginn der 1920er entstanden, das genaue Datum ist leider nicht bekannt. Entgegen der Kartengewohnheiten blicken wir vorm Nordosten herab auf den Verkehrskreisel an der Südwestecke des Central Parks. 



    Zur Orientierung: wir haben den Broadway (1), der den Kreisel quer kreuzt, mit einer Fahrspur pro Richtung vom Südosten her in den Kreisel eintritt und ihn nach Nordwesten mit zwei Fahrspuren pro Richtung verlässt, dann ist da die 8th Avenue (2), die ebenfalls vom Süden auf den Kreisel trifft und ihn im Norden als Central Park West (3) wieder verlässt und schließlich noch die 59th Street (4), die den Kreisel in Ost-West-Richtung durchschneidet. 



    Ich fange mal dort an, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben, nämlich bei dem Neubau des Gotham National Bank Buildings an der 59th Street, nahe dem Columbus Circle. 



    Das am Übergang von den 1910ern zu den 1920ern errichtete Gotham National Bank Building war neben dem U.S. Rubber Company Building im Südosten des Kreisels das erste Hochhaus, das quasi direkt am Columbus Circle entstand, weitere sollten später folgen. 



    Die Bauphase des Gotham National Bank Building endete laut Emporis 1921, dann war das 81 Meter hohe und 24stöckige Bauwerk fertiggestellt. Es handelt sich um ein Lost Building, das nur gute 30 Jahre am Columbus Circle präsent war und schon mehr als 60 Jahre wieder verschwunden ist. 

     Irving Underhill, Gothan Nat Bank, 59th St at Columbus Circle, 1922, from the collection of the museum of the city of New York


    Als das Gotham National Bank Building gerade fertiggestellt war, ist ein Photograph mit seiner Kamera durch das Gebäude gezogen und hat die erinnerungswürdigsten Orte im Gebäudeinnern für die Nachwelt aufgenommen: 

    Gotham National Bank, Main Corridor, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Elevator Corridor, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Entrance to Bank from Corridor, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Entrance to Bank from Inside, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Interior of Bank from Mezzanine Floor Showing Bank Floor, 1921, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Interior of Bank looking Northeast from South West Corner, 1921, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, Safe Deposit Vaultsw, Inside of Vault, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, the Open Door of Safe, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Byron Company, Gotham National Bank, 59th Street and Columbus Circle, Interior, Foreign Department of Bank, 1921, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Neben dem Gotham National Bank Building war im Westen des Kreisels das inzwischen schon zwanzig Jahre alte Park Theatre mit der in den Verlauf des Kreisels einbetteten Fassade des Haupteingangs am Columbus Circle und dem Kuppeldach weiterhin ein Blickfang. Allerdings wirkte es aufgrund der in der Nachbarschaft inzwischen vorhandenen deutlich höheren Gebäude nicht mehr so imposant wie zu seiner Entstehungszeit kurz nach der Jahrhundertwende. Ein weitere klassischer Fall des in New York so oft geschehenen "Dwarfings", wo aus einstigen Goliaths Jahre später Davids werden.  





    1922 wurde das Park Theatre zum zweiten Mal nach 1911 umbenannt und hieß für ein Jahr "Minksy's Park Music Hall" und danach "Cosmopolitan Theatre", wie man hier den Fotografien aus den Jahren 1924 und 1926 und einer Karte von 1921-1923 entnehmen kann: 







    Mehr über die Geschichte des Theaters in englischer Sprache hier:



    Weiter machen möchte im Norden des Columbus Circles, also dort, wo sich zwischen Broadway im Westen und Central Park West im Osten ein trapezförmiges Grundstück befindet, das ursprünglich mal mit der Riding Academy bebaut war, die Anfang des 20. Jahrhunderts abbrannte, dann einige Jahre unbebaut war, um etwa zur Zeit des Ersten Weltkriegs mit einem zweistöckigen Gebäude, dem "Circle Building" bebaut zu werden. Letztes Mal haben wir gelernt, dass es sich dabei um ein sogenanntes Taxpayer Building handelte, ein Gebäude, das in erster Linie gebaut worden war, um die laufenden Kosten des Grundstückseigentümers wie zum Beispiel Steuern zu decken, bevor ein größeres Bauvorhaben realisiert werden konnte. 

    Broadway looking north from Columbus Circle, June 1 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    Auf dieser Aufnahme vom 1. Juni 1920 versteckt sich das American Circle Building zum größten Teil im rechten Bildbereich hinter dem Columbus Monument und einem Straßenbahnwagen. Im Bildhintergrund Mitte-Rechts verläuft der Broadway weiter Richtung Nordwesten, links am Broadway überragt immer noch jenes Hotel / Apartment-Gebäude die Umgebung, das einst das "Jermyn" war und inzwischen den Namen "Pasadena" trug. 



    Auf der Anfangs gezeigten Panoramaaufnahme mit dem Gotham National Bank Building in der Mitte war das "Pasadena" auch schön im rechten Bildhintergrund zu sehen: 



    Zurück zum Norden des Columbus Circles. Diese von erhöhter Position aufgenommene Photographie ist auf 1924 datiert und zeigt sehr schön das trapezförmige und zweistöckige American Circle Building, das nördlich an den Columbus Circle grenzte: 



    Gegen Mitte des Jahrzehnts wurde das American Circle Building als Standort für eine weitere überdimensionale Leuchtreklame im Umfeld des Columbus Circles ausgewählt, ganz offensichtlich wollte man den Times Square dahingehend herausfordern, wer am schönsten im Dunkeln Blinken und Funkeln konnte.

    Columbus Circle, ca 1925, from the collection of the museum of the city of New York


    Wenn ich das richtig interpretiere, dann könnte es sich bei "PRINCE ALBERT" um einen Pfeifentabak handeln. Wie ich darauf komme? Gleich!

    Die folgende Aufnahme wurde 1928 am Broadway nördlich der 60th Street in südliche Richtung geschossen und zeigt das American Circle Building inklusive Leuchtreklame von der Rückseite:



    Und 1929 zwei Aufnahmen des American Circle Buildings vom Süden her:




    Nochmal zum Pfeiffentabak, jetzt kann man es auch schon fast mit bloßem Auge entziffern, was rund um PRINCE ALBERT geschrieben steht: DISCOVER REAL PIPE PLEASURE. Wer kann da widerstehen?



    Das Bild von Prince Albert auf sechs Uhr war / ist auch auf den Dosen für den Pfeifentabak zu sehen:



    Der Tabak wurde nach dem früheren englischen Kronprinzen Albert Edward benannt, der von 1901 bis 1910 als Edward VII. direkt nach Queen Victoria König von England war. 



    Mehr über den Pfeiffentabak PRINCE ALBERT: 

    Mehr über Edward VII:


    Was auch noch ins Auge fällt, ist das Hochhaus an der Ecke Broadway / 60th Street, über das ich aber leider kaum etwas herausfinden konnte. Die Bildersammlungen schweigen sich da mehr oder weniger zu aus:



    1924 war es noch nicht gebaut, 1925 ist es schon fotografiert worden:




    Ich habe nochmal die Karten von 1923 und 1930 geprüft, aber mehr als die Info, dass es sich um ein Bürogebäude an der Adresse 1860 Broadway handelt, konnte man da auch nicht entnehmen. 





    Auch in den 1920ern musste der Columbus Circle sich wieder Umbauarbeiten stellen, die im Zusammenhang mit der Erweiterung des U-Bahn-Systems in Manhattan standen. Zu jener Zeit wurde nämlich dort zusätzlich zu der unter dem Broadway verlaufenden Linie auch noch eine Linie unterhalb der 8th Avenue gebaut, die sich genauso wie die Straßen oben an der frischen Luft unten im Erdreich kreuzten. 



    Laut Bildbeschreibung waren die Eingriffe in den Untergrund bei der Erweiterung des U-Bahnstation am Columbus Circle so gravierend, dass das Columbus Monument vorübergehend an einem anderen Ort aufgestellt werden musste. 



    An der Nordostecke des Central Parks ist alles recht friedlich, keine Veränderungen stören hier die Ruhe:

    American Art Publishing Co, Columbus Circle, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    The Maine Monument, 59th Street Entrance to Central Park, ca 1925, from the collection of the museum of the city of New York



    Es bleibt sogar die Zeit, noch ein paar Detailaufnahmen vom Maine Monument zu fertigen:

    Detail of the Maine Monument, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    Base-Maine Monument, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York






    Im Hintergrund der letzten Aufnahme aus dem Jahr 1928 kann man in der Mitte schön das "Sherry Netherland" wiedererkennen, über das ich hier im Blog im Oktober geschrieben hatte. 




    Auch an der Ostseite des Columbus Circles herrscht in den 1920ern relative Ruhe, auch hier ist die Ecke 59th Street / Broadway weiterhin durch jenes namenlose zweistöckige Gebäude geprägt, das gute 10 Jahre zuvor auf dem Eckgrundstück errichtet wurde.

     Edwin Levick, Columbus Circle, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    Es wäre allerdings zuviel erwartet, zu glauben, dass in New York angesichts eines Grundstücks mit so ausgezeichneter Lage alle die Füße still halten würden, deshalb verwundert es auch nicht, dass da in den 1920ern schon Pläne durchsickerten, die auf dem Grundstück auch gerne ein spektakuläreres Machwerk sahen als das damals aktuelle zweistöckige Haus. Wie zum Beispiel dieser Entwurf eines "Columbus Circle Buildings" von 1928:

    Wurts Bros, Columbus Circle Building, Rendering by N Gvosdeff, 10 29 1928, from the collection of the museum of the city of New York


    Aber vorläufig sollte es dort noch weiter so aussehen, wie auf diesen Fotografien von ca. 1920, mit dem Eckgebäude im Vordergrund, dem United States Rubber Company Building im Hintergrund und dem Hotel, das uns schon lange auf dem kleinen Grundstück zwischen Broadway und 8th Avenue begleitet und inzwischen den Namen "The New York American" trägt. 

    Frederic Lewis, Columbus Circle, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    1808 Broadway, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York


    Was ich bisher unterschlagen habe, ist ein Gebäude, das 1921 hinter dem Hotel an der 57th Street errichtet wurde, 25 Stockwerke und 96 Meter hoch und bis heute erhalten geblieben ist und von dem die folgende Aufnahme, die wir eben schon mal gesehen haben, entstanden ist:



    Ein guter Zeitpunkt, um sich ein zweites Mal in die Lüfte zu erheben und wie ein Vogel über den Columbus Circle zu schweben, vermutlich so zwischen 1921 und 1924:



    Mit den gelb markierten Gebäuden haben wir uns in dieser Folge schon befasst:



    Neu in der Skyline rund um den Columbus Circle ist zu Beginn das Fisk Building erschienen, das zwar auch nicht direkt am Columbus Circle steht, aber zunächst einmal sein Erscheinungsbild in südliche Richtung entscheidend mitprägte. Filigran ist was anderes, das Fisk Building gehört eher in die Familie der Klötze:

    Wurts Bros, 57th Street and Broadway, Fisk Building, 3-1-1922, from the collection of the museum of the city of New York


    Und wenn man da schon so einen Kasten stehen hat, der auch noch hoch hinausragt, dann liegt es doch wohl nahe, dass er auch noch eine schöne große Leuchtreklame angepappt bekommt, damit das Funkeln um den Columbus Circle noch runder wird: 



    Wurts Bros, West 57th Street between 8th Avenue and Broadway,  Fisk Building, 1921, from the collection of the museum of the city of New York


    Als die Luftaufnahme entstand, befand sich zwischen dem Fisk Building und dem kleinen Hotel direkt am Columbus Circle noch eine unbebaute Lücke...


    ... die man auch auf dem anfangs genutzten Luftbild finden kann:



    Diese Lücke kann man auf den frühen 1920er Columbus Circle-Fotos auch entdecken.





    Habermans Irving Underhill, Columbus Circle, New York City, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York




    Besagte Lücke sollte aber nicht immer eine Lücke bleiben. Deshalb entstand dort zunächst wieder ein weiteres Taxpayer Building mit dem schönen Namen "Colonnade Building":



    Das wurde nach seiner Fertigstellung 1924 auch ausgiebig und rundherum fotografiert, zunächst 8th Avenue, dann Broadway und schließlich vom Columbus Circle aus:

    57th Street and 8th Avenue, Colonnade Building, 4-4-1924, from the collection of the museum of the city of New York


    Wurts Bros, 57th Street and Broadway. Colonnade Building, 4-8-1924, from the collection of the museum of the city of New York


    Wurts Bros, 58th Street and 8th Avenue, Colonnade Building, 4-4-1924, from the collection of the museum of the city of New York


    Bei dem dreistöckigen Colonnade Building sollte es aber nicht lange bleiben, bereits 1927 ging es weiter und von 1927 bis 1928 wurde an dieser Stelle 26 Stockwerke und 96 Meter hoch gebaut. Aus dem Colonnade Building wurde dabei das General Motors Building. Laut Emporis steht es noch, die Reisemittel von Google zeigen vorort aber einen sehr modernen Neubau, der diesen Klassiker wohl irgendwann in den letzten Jahren ersetzt hat. 

    Hier sehen wir erste Abbildungen des General Motors Buildings vom Ende der 1920er, die wohl noch während der Bauphase entstanden sind:

    Edward Howard Suydam, Columbus Circle looking south, 1927, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Wurts Bros, Broadway and 57th Street, General Motors Building, ca 1927, Columbus Circle looking south, 1927,
     from the collection of the museum of the city of New York


    Hier nochmal das ursprüngliche Colonnade Building 1924 und das fertiggestellte General Motors Building aus der gleichen Perspektive:




    Und wie sich das gehört, bekommt auch das General Motors Building eine prächtige Leuchtreklame aufs Dach und kann mit den Nachbargebäuden um die Wette funkeln:

    New York Edison Company, Columbus Circle at night, Jan 9 1928, from the collection of the museum of the city of New York


    Schauen wir jetzt nochmal aus der Vogelperspektive auf den Columbus Circle, einmal Anfang der 1920er und einmal 1928 gegen Ende:





    Damit sind wir mit dem Material dieser Folge schon fast durch. Zwei Dinge habe ich noch: 

    Diejenigen, die die Füße nicht still halten können, hatten in den 1920ern an der Stelle des kleinen Hotels zwischen Broadway und 8th Avenue vorne am Columbus Circle ein schmales Hochhaus geplant, das aber nicht realisiert wurde. So hätte es aussehen können:

    Wurts Bros, West 59th Street and Columbus Circle, Rendering building for site of old Virginia Building, 1927, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Und dann gab es an der Ecke 57th Street / Eigth Avenue noch eine weitere Freifläche, auf der ebenfalls ein hohes Haus geplant wurde. 



    Dort entstand in der zweiten Hälfte der 1920er das International Magazine Building. 



    Wurts Bros, 57th Street at the SW corner of 8th Avenue, International Building, Hearst owner, 9-8-1928, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Der hier begonnene Wolkenkratzer wurde tatsächlich noch fertiggestellt, aber wohl nicht so, wie sich die Erbauer des Sockels das Ende der 1920er gedacht hatten. Als das Gebäude fertig war, kam die Weltwirtschaftskrise über New York und den Rest der Welt und für Weiterbauen war erstmal kein Geld mehr da. Fertiggestellt wurde dieses Bauwerk schließlich vor gut 10 Jahren im Jahr 2006. 



    Alle, die seitdem schon mal in Wirklichkeit am Columbus Circle gestanden haben, dürften den "Hearst Magazine Tower" aufgrund seines auffälligen Äußeren wahrgenommen haben. Tatsächlich wurde hier hochmodern das Wolkenkratzerprojekt fertiggestellt, das 80 Jahre zuvor begonnen worden war. Zeichnungen davon, wie der Wolkenkratzer eigentlich aussehen sollte, habe ich leider nicht auftreiben können. Die Abbildung, die man bei nyc-architecture finden kann, scheint nicht der ursprüngliche Entwurf des Gebäudes zu sein, auch wenn dort der Eindruck erweckt wird.


    OK, damit sind wir durch. Feierabend, danke fürs Einschalten. 


    - FORTSETZUNG FOLGT - 


    G.D.Hackett, Columbus Circle, ca 1920, from the collection of the museum of the city of New York




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    Nach ziemlich genau einem Jahr Pause ist es durchaus mal wieder Zeit für eine neue Folge der "Lower Manhattan Saga", einer Langzeitserie, die tatsächlich mit dieser schon mindestens 43 Folgen umfasst, dazu kommen noch ungezählte weitere Beiträge, die ebenso Teil dieser Serie sein könnten und sich auch schwerpunktmäßig mit der Vergangenheit von Südmanhattan befassen. 

    Wer die Lower Manhattan Saga nicht auf dem Schirm hat, kann sich hier schlau machen. Dort kann man auch sehen, wie der Blog mal ausgesehen hat, bevor er die aktuelle Optik erhalten hat. Der eine oder andere, der schon länger dabei ist, wird sich sicher noch erinnern:


    1. Another Visit at the Pulitzer Building

    Der Grund dafür, warum ich der Serie eine weitere Folge hinzufüge, ist auf einen Bild-Quellen-Tipp aus Leserkreisen zurückzuführen. Eines meiner liebsten Gebäude unter den "Lost Buildings" ist das World Building bzw. Pulitzer Building am City Hall Park, das als Hauptquartier für die New Yorker Tageszeitung "The New York World" errichtet wurde und das von 1890 bis 1955 an der Ecke Park Row / Frankfort Street stand. Touristen, die vielleicht schon mal von Brooklyn aus über die Brooklyn Bridge nach Manhattan gelaufen oder geradelt sind, sind am Standort dieses Gebäudes vorbeigekommen, denn dort befindet sich heute die Auffahrt / Abfahrt für Autos zur Brooklyn Bridge. Dank seiner Beliebtheit ist das Gebäude auch schon viele Male hier mit Beiträgen bedacht worden und hat sogar vor knapp 10 Jahren einen kleinen englischsprachigen Spin-Off erhalten. 

    Bisher habe ich noch nie ernsthaft die Bestände von gettyimages nach Bildern aus der Vergangenheit von New York abgesucht. Deshalb sind mir auch einige spektakuläre Bilder vom World Building entgangen, die dort eingestellt sind und die ich heute hier teilen möchte. Thanks to reader "Jew", who shared this information.

    Wir gehen dieses Mal nicht chronologisch vor, sondern arbeiten uns frei nach Schnauze durch das Bildmaterial. 



    Auf dem Foto sehen wir nicht den Gründer der "New York World" und den Erbauer des World Buildings Joseph Pulitzer, sondern seinen Sohn Herbert Pulitzer (1895 - 1955) in der Mitte mit dunklem Mantel und Hut. Das Photo entstand im März 1954 gegenüber vom Municipal Building, das den linken Teil des Bildes beherrscht. Und etwas gedämpft im Hintergrund sehen wir das World Building, ungefähr ein Jahr, bevor es abgerissen wurde. 



    Hier sieht man Herrn Pulitzer in seinem Büro im Inneren des World Buildings. Oben mit einer Miniatur der Freiheitsstatue und zwei Globen rechts und links auf der Fensterbank und unten beim Betrachten eines Reliefs, das das World Building zeigt. 



    Der Herr mit der Zigarre links von Herbert Pulitzer ist Franklin Pierce Adams (1881-1960), ebenfalls ein amerikanischer Journalist. Auch das nächste Photo, das wohl dieselben drei Personen zeigt, entstand am 01. März 1954 im Inneren des World Buildings. 



    Ich schlage vor, dass wir den beiden noch ein wenig länger auf ihrem Weg durch das Gebäude folgen. Wo genau sich die Herren hier befinden, vermag ich nicht zu sagen, es muss auf jedenfall irgendwo unter einem Dach sein, wenn dort ein Oberlicht angebracht ist. 



    Die runde Form des Umlaufes lässt vermuten, dass dieses Photo im unteren Teil der Gebäudekuppel entstanden ist:



    Ohne es letztendlich dank einer präzisen Bildbeschreibung beweisen zu können, möchte ich aber doch mal behaupten, dass wir auf dem nachfolgenden Foto Herrn Pulitzer auf einer Treppe im Inneren der Kuppel sehen, die zu der kleinen Aussichtsplattform auf der Gebäudespitze hinaufführt. 



    Hier zur Erinnerung die Gebäudespitze mit der Kuppel und der kleinen Aussichtsplattform nochmal auf einem Photo von ca. 1905:



    Ein letztes Mal wollen wir Herrn Herbert Pulitzer noch über die Schulter schauen:



    Er blickt hier von einem Balkon am World Building aus direkt hinunter auf das New Yorker Rathaus (City Hall). Gegenüber links im Bild sieht man zwei weitere Hochhausveteranen aus den 1890ern, die sich bis heute halten konnten, das Postal Telegraph Building links mit Flachdach und das Home Life Insurance Building mit Spitze rechts daneben. 

    Als Entstehungsort vermute ich diesen Balkon recht weit oben am Gebäude, der meines Erachtens als einziger ein gerundetes Geländer hat. 




    Und damit verabschieden wir uns von den beiden alten Zauseln vor der Tür des World Buildings:



    Damit ist die Reise durch die Zeit aber noch nicht zu Ende. Drehen wir mal die Zeit fast bis auf Anfang. Bilder vom Bau des World Buildings sind im Netz bislang kaum verfügbar, deswegen bin ich immer dankbar, wenn dann doch mal wieder eins auftaucht. Eigentlich wäre es doch zu erwarten gewesen, dass man den Bau des damals höchsten Bürogebäudes der Welt intensiver dokumentieren würde. Diese Aufnahme soll möglicherweise aus dem Jahr 1889 stammen und zeigt das noch nicht vollständig fertiggestellte World Building während der Bauphase. 




    Rechts im Bild sieht man die damalige Niederlassung der New York Times, in der Mitte mit der Spitze das noch alte Gebäude der New York Tribune und inzwischen ziemlich klein zwischen Tribune und World Building eingeklemmt das Gebäude der New York Sun. 

    1893 soll diese Aufnahme entstanden sein mit dem damaligen Dreigestirn: links City Hall, Mitte World Building, rechts Tribune Building.



    Hier sehen wir das immer noch recht neue World Building auf drei Aufnahmen von 1895:







    In diesem Panorama, das vermutlich von einem Pfeiler der Brooklyn Bridge aus aufgenommen wurde, sieht man auch das World Building von der Ostseite her. Entstanden sein soll dieses Photo ebenfalls 1895:




    Noch mal 1895, nochmal ein Photo von der Newspaper Row, dieses Mal aber die Rückseite:



    Links herausragend mit etwas dunklerer Fassade das American Tract Society Building, in der Mitte der Komplex der New York Tribune inklusive Anbau und rechts das Gebäude des New York World. 

    Ebenfalls irgendwo vom Osten Südmanhattans her stammt diese Aufnahme, der Photograph befand sich dabei aber noch südlicher als bei der vorausgegangenen:



    Der seltsame Turm rechts im Bild ist ein sogenannter Shot-Tower als Teil einer Munitionsfabrik. Oben wurde flüssiges Blei herabgegossen, dass sich im freien Fall zu Kugeln formte und abkühlte, so dass dann unten Munition für Schusswaffen ankam. Ich habe da in einem früheren Beitrag schon mal drüber geschrieben. In der Mitte sehen wir die Kuppel des World Buildings, links daneben das Türmchen des alten Tribune Buildings, links daneben recht markant das American Tract Society Building. 

    Was mir noch Rätsel aufgibt, ist das halbspektakuläre Gebäude links außen, das ist mir bisher - meine ich - noch nicht über den Weg gelaufen. Hat jemand eine Ahnung, was das für ein Gebäude sein könnte?



    Die Aussicht vom World Building in Richtung Brooklyn, aufgenommen vermutlich in der ersten Hälfte der 1890er:



    Auch nach Westen ergibt sich ein faszinierender spektakulär unspektakulärer Ausblick. In den frühen 1890ern säumen noch keine Hochhäuser den Broadway entlang des City Hall Parks. Blickfang ist nur das monumentale Post Office, links im Bild. 



    Ganz große Spezialisten erkennen im Hintergrund links das damalige und nur selten fotografierte Gebäude der Metropolitan Life Insurance Company, die später an den Madison Square umzog und noch später dort das höchste Bürogebäude der Welt errichten ließ (1909).



    Das nächste Photo dürfte ganz am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein und zeigt rechts den unteren Teil des noch nagelneuen Park Row Buildings von 1899, dem damals höchsten Bürogebäude auf der Welt. 



    Der New York Tribune hat das auf die Dauer nicht gefallen, immer so mickrig neben dem großen World Building herumzustehen, irgendwann war sie es leid, hat tief Luft geholt und sich mächtig aufgeplustert, wie man hier sieht:



    Eher selten ist dieser Blickwinkel vom Süden her auf die Newspaper Row:



    Die Situation in den 1910ern mit dem noch im Bau befindlichen Municipal Building:



    Menschenmassen warten vor dem World Building auf die Ankunft von Sportlern:




    Ein wichtiger Bestandteil des damaligen Nachrichtenverbreitungssystems: die Newsboys, aufgenommen auf der Frankfort Street nahe dem World Building:



    Für Passanten war an der Fassade des World Buildings ein Thermometer angebracht, an dem man die aktuelle Außentemperatur ablesen konnte. Allerdings dürfte die Skala wohl keine Grad Celsius gemessen haben, ich tippe da eher auf Fahrenheit. 




    Noch ein Blick ins Innere: das Büro des International News Service im World Building:



    Blick in einen United Press Newsroom im World Building in den frühen 1920ern, zu sehen ist United Press President Karl Bickel mit seiner Mannschaft:



    Wir nähern uns dem Ende der Geschichte: 24. Juli 1954 - noch steht das inzwischen 64 Jahre alte World Building an der Abfahrt / Auffahrt zur Brooklyn Bridge:



    Tja, und so war damals die Auffahrt / Abfahrt von der Brooklyn Bridge eingeklemmt zwischen das World Building rechts und ein anderes Gebäude links der Brücke:



    Und weil das Verkehrsmittel Auto immer mehr Platz benötigte, wurde Mitte der 1950er die Auffahrt und Abfahrt der Brooklyn Bridge neu gestaltet. Und in dem Zuge dürften alle Gebäude, die man hier noch rechts und links der Brücke sieht, zum Abriss verdammt worden sein. 

    Ich kann den Blickwinkel nicht hundertprozentig wiedergeben, aber dank der 3-D-Ansicht bei Google Maps bekommt man schon einen guten Eindruck, wie es heute an der Auffahrt / Abfahrt zur Brooklyn Bridge aussieht:

    google maps


    Wohlgemerkt, das World Building stand links der Frankfort Street, also ungefähr da:





    2. Goodbye Singer Building

    Ja, ich weiß, heute habe ich es irgendwie mit "Lost Buildings", die einst das höchste Gebäude der Welt waren. Da ist das bevorstehende Weihnachtsfest dran schuld, da werden auch immer wieder die gleichen Filme im Fernsehen gezeigt und so ist das hier im Blog zu Weihnachten auch, da werden die alten verschwundenen Wolkenkratzer mal wieder hervorgekramt. 

    Die Geschichte des Singer Buildings begann im 19. Jahrhundert, als an der Ecke Broadway und Liberty Street das erste Singer Building gebaut wurde, von jener Firma, die durch den Bau von Nähmaschinen reich wurde:




    Das alte Singer Building musste 1906 weichen und in den nächsten zwei Jahren entstand hier ein spektakulärer Neubau, der dank seines Turms mal wieder das höchste Gebäude auf der Welt wurde, wenn auch nur für ein Jahr (1908-1909), dann ging der Staffelstab an den Metropolitan Life Tower am Madison Square weiter. 















    Auch prominente und mutige Zeitgenossen turnen auf der Baustelle herum wie zum Beispiel Prince Wilhelm von Schweden 1907 im 99. Stockwerk des noch nicht vollendeten Singer Buildings:



    Ende 1907 neigen sich die Bauarbeiten langsam ihrem Ende entgegen. Die Baustelle sah immer etwas chaotisch aus, weil es eigentlich zwei Baustellen sind, die da photographiert wurden. Neben dem Singer Building wurde quasi direkt nebenan noch ein zweites spektakuläres, aber nicht so großes Hochhaus errichtet, der City Investing Tower, der auch langsam Form annimmt. 










    Und ab 1908 bereicherte das Singer Building die New Yorker Skyline als nun höchster Punkt in der Stadt um einen weiteren Blickfang, hier auf dem Photo, das nach 1915 aufgenommen wurde allerdings schon wieder vom Woolworth Building überragt:





    Bei Nacht sah das Gebäude auch sehr schick aus dank der Beleuchtung:



    Und ein paar Irrsinnigen kann selbst die Aussichtsplattform des höchsten Gebäudes der Welt nicht hoch genug sein, die müssen noch höher hinaus bis auf den höchsten Punkt am höchsten Gebäude der Welt. Das hat sich bis heute nicht geändert, nur dass sich die Zeitgenossen heute bei ihren Aktionen selbst filmen. Vor 110 Jahren reichte noch ein Photo aus der Ferne:



    Auf das Thema gekommen bin ich, weil die Facebook-Seite "Postcards from Old New York" in den letzten Tagen Bilder vom Abriss des Gebäudes veröffentlicht hat.

    Dieses hier von 1967 ist ja ziemlich bekannt: 



    Auch diese hier, die nochmal die ganze Größe des Hochhaus-Klassikers verdeutlichen:





    Ein wenig traurig stimmen mich diese Detailaufnahmen, die zeigen, wie sehr man den verschwundenen Wolkenkratzer mit Ornamenten versehen hatte, die ebenfalls nicht erhalten geblieben sind:








    Und diese Farbaufnahme vom Singer Building, entstanden 1968 während des Abrisses, war mir auch noch neu (glaube ich zumindest): 



    Die nachfolgenden Photos habe ich bei gettyimages entdeckt, sie entstanden zu einem Zeitpunkt im Februar 1969, als der Abriss des Singer Buildings so gut wie abgeschlossen war:












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    Liebe Leser, Folge 43 hat noch einen Nachschlag bekommen, den ich als Anhang der regulären Folge beigefügt habe. 

    Darin gibt es noch mehr Material zum World Building, das Gebäude-Rätsel ist auch gelöst und am Ende wartet noch ein schönes Skyline-Foto von 1966. Schaut mal rein:

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  • 12/21/17--09:11: Columbus Circle - Teil 5



  • In der Mini-Serie über den Columbus Circle haben wir inzwischen die fünfte Folge erreicht und die 1930er, das vierte Jahrzehnt im 20. Jahrhundert. 

    Hier sind die bisherigen Folgen: 


    Ich möchte heute mal etwas ungewohnt beginnen und statt der Gebäude eine Gruppe Menschen in den Mittelpunkt stellen. Der amerikanische Photograph Carl van Vechten hat im August und September New Yorker Kinder photographiert, die in der Hitze des New Yorker Sommers am Maine Monument gespielt haben. Wir schauen dabei immer noch 80 Jahre zurück in die Vergangenheit. 














     

    last pictures all Carl van Vechten, Boys playing in street by Maine Monument,  Aug and Sep 1937, from the collections of the museum of the city of New York


    Drei Aufnahmen vom Maine Monument sind auch noch dabei: 



    Carl van Vechten, Maine Monument detail, 1937, from the collections of the museum of the city of New York


    Mehr über Carl van Vechten erfährst Du hier, wenn du möchtest:

    Ich springe 5 Jahre zurück in die Vergangenheit zum Thanksgiving-Tag 1932. Manch einer weiß, dass das Kaufhaus Macys an Thanksgiving eine ungewöhnliche Tradition pflegt. Diese Tradition sieht vor, dass eine Parade mit riesigen aufgeblasenen Ballonfiguren der Goodyear Rubber and Tire Company. Ihr könnt Euch vielleicht erinnern, die hatten auch ein Gebäude mit Leuchtreklame in der Nähe des Columbus Circle. 

    Die erste Parade fand 1924 statt, die nachfolgend am Columbus Circle fotografierte war also schon die neunte Parade. Sie startete damals an der Ecke Convent Avenue und 145th Street und führte bis zum Herald Square zum Kaufhaus Macys. Später wurde die Route verändert. 

    Wer die letzten Folgen aufmerksam verfolgt hat, wird die dort beschriebenen Gebäudekonstellationen, die hier die Kulisse für das dargebotene Spektakel bilden, ohne Probleme wiedererkennen. Einzige auffällige Veränderung: im Norden des Columbus Circles befindet sich keine "Prince Albert"-Reklame mehr auf dem American Circle Building, sondern Coca Cola hat hier inzwischen ein überdimensionales Leuchtbanner aufgestellt. 


























    Ich fange mal wieder im Norden an und habe es ja eben schon gesagt. Ursprünglich war da in den 1920ern eine "Prince Albert"-Leuchtreklame auf dem trapezförmigen und weniggeschossigen American Circle Building zwischen Broadway (links) und Central Park West (rechts):

    George Miller, Columbus Monument, Columbus Circle, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Am 10. Februar 1936 hat Berenice Abbott diese berühmte Aufnahme vom Columbus Circle gefertigt und dabei auch die neue Coca Cola-Reklame verewigt:

    Berenice Abbott, Columbus Circle, Feb 10 1936, from the collections of the museum of the city of New York


    Alternativ wurde noch eine weitere Aufnahme gefertigt, bei der die Photographin etwas weiter rechts hinter der im Vordergrund befindlichen Leuchtreklame stand:

    Berenice Abbott, Columbus Circle Variant, Feb 10 1936, from the collections of the museum of the city of New York


    Hier der Blick vom Norden her in südliche Richtung den Broadway hinunter auf den Columbus Circle. Kann das sein, dass das American Circle Building links irgendwann mindestens ein Stockwerk dazubekommen hat oder meine ich das nur?

    George Hanstein, 61st Street and Broadway, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Rechts im Bild sieht man, dass sich im Westen auch was verändert hat. Das Hochhaus an der Westseite trägt jetzt nicht mehr den Namen "Gotham National Bank Building", sondern "Manufacturers Trust Company Building". Und damit das auch jeder Schlunz begreift, wurde oben auf dem Gebäude eine überdimensionale Leuchtreklame gen Norden und gen Südwesten aufgestellt, die den neuen Namen weithin verkündet. 




    Byron Company, Columbus Circle, Manufacturers Trust Company building, 1931, from the collections of the museum of the city of New York


    Den Eingang des Gebäudes möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten, der befindet sich direkt vorne am Circle, dort wo einst das ursprüngliche Gebäude der Gotham National Bank stand, die weiße Markise links vom Eingang sieht man auch auf dem vorausgegangenen Bild in der Mitte unten:

    Wurts Bros 1819 Broadway, Manufacturers Trust Company, Entrance, 1934, from the collections of the museum of the city of New York


    Ein Blick auf den Südwesten, auf das ehemalige Majestic Theatre, immer noch ganz gut zu erkennen an der Kuppel über dem Eingang, inzwischen schon wiederholt neubenannt und Anfang der 1930er wohl unter dem Banner von Ziegfeld unterwegs:

     Irving Underhill, Columbus Circle, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Das Billboard, also die überdimensionale Werbetafel neben dem Theater, die damals gerne mit Tabakwerbung gefüllt wurde, wird ca. 1934 neu bestückt. Das Anmieten dieser Werbefläche an prominenter Stelle war kein Schnäppchen, für einen Zeitabschnitt mussten damals 50.000 Dollar berappt werden. 



    Habt Ihr gesehen, das Theater trägt wieder den Namen COSMOPOLITAN. Naja, vielleicht ist da auch die Chronologie bei der ewigen Schätzerei, wann die Photos entstanden sind, etwas durcheinander geraten. 

    Und um es noch schlimmer zu machen, heißt das Theater auf dieser Aufnahme von 1936 wieder Park Theatre. War aber wirklich so, der Name des nahegelegenen Central Parks hat sich bei der Namensgebung ein zweites Mal durchgesetzt:



    In der zweiten Hälfte der 1930er oder auch später scheint aber noch etwas mit dem Theater passiert zu sein, was ich sehr bedauerlich finde, was man auf dem Photo oben aber nicht offensichtlich erkennen kann. 

    Ich weiß nicht, wann die folgende Aufnahme entstanden ist, ob sie noch aus den 1930ern stammt oder vielleicht auch später, leider ist sie nicht datiert. Ich zeige sie aber trotzdem mal auf Verdacht an dieser Stelle, vielleicht können wir sie später noch richtig einordnen.



    Der Photograph stand hier an der 59th Street und blickte von Osten her, von der Südseite des Central Parks auf den Columbus Circle. Gehen wir näher ran:



    Das sieht für mich so aus, als ob man die Kuppel über dem Theatereingang entfernt hätte, möglicherweise, um auf der dabei entstandenen Plattform noch eine Leuchtreklame od er ein weiteres Werbebanner anzubringen. Wenn das so zutrifft, dann schade. Weniger ist manchmal auch mehr.

    Gegen Ende der letzten Folge hatten wir ja schon erlebt, dass zwischen dem Broadway und der Fifth Avenue, auf dem Grundstück hinter dem kleinen Hotel direkt am Kreisel, also zwischen 58th und 57th Street ein neues Hochhaus dazugekommen war: das General Motors Building. Der Photograph Samuel Gottscho hat Anfang der 1930er dieses ergänzte Panorama am Columbus Circle mit ein paar Vertical Shots eingefangen: 

    Samuel Gottscho, Vertical shot of Columbus Circle from Century Apartments, April 6 1932, from the collections of the museum of the city of New York


    Gottscho-Schleisner, Inc, Columbus Circle from the roof of Century Apartments, April 4 1932, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, Columbus Circle from roof of Century Apartments, ca 1930-1933, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, Columbus Circle from Roof of Century Apartments, AM, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York




    Die abendliche Stimmung am Columbus Circle, seine Leuchtreklamen und die Nähe des Parks scheinen Herrn Gottscho ebenfalls zu einer interessanten Serie inspiriert zu haben, die auch Anfang der 1930er aufgenommen wurde:

    Samuel Gottscho, General Motors Building through trees in the Park, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, General Motors Building, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, Base of General Motors Building, at night, Feb 11 1932, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, Columbus Circle from Central Park entrance, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, General Motors Building thru trees in park, Feb 11 1932, from the collections of the museum of the city of New York


    Samuel Gottscho, Columbus Circle, 1932, from the collections of the museum of the city of New York


    Zwei weitere Aufnahmen vom Süden des Columbus Circles möchte ich noch zeigen, bevor es weiter zum Osten geht:





    Auch an der Südseite des Central Parks, die ja östlich vom Columbus Circle gelegen ist, werden die Häuser langsam aber sicher höher, wie die Postkarten schön bunt verraten: 


    Irving Underhill, Columbus Circle, ca 1935, from the collections of the museum of the city of New York


    Herr Gottscho hat bei seinen abendlichen Streifzügen um den Columbus Circle auch mal seine Kamera in die Richtung gehalten und dabei auch das Essex House erwischt, das 1931 fertiggestellt wurde: 

     Samuel Gottscho, Central Park South and Columbus Circle, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York


    Nochmal ein eben gezeigtes Bild als Erinnerung. Vor dem Hochhaus der U.S. Rubber Company links im Bild verläuft die 58th Street und davor befindet sich ein zweistöckiges Gebäude, das auf dem Dach noch umfangreiche Werbetafeln trägt. 



    Das zweistöckige Gebäude muss irgendwann in den 1930ern wieder abgerissen worden sein, sonst wäre diese Aussicht hier nicht möglich, die am 5. Oktober 1939 photographiert wurde: 



    Aha, wie ich schon vermutet habe, fand der Abriss im Sommer 1939 statt. Grund war der geplante Bau eines Apartment-Hochhauses an der Ecke 59th Street / Broadway. Die erste Aufnahme ist vom Mai 1939, die zweite wieder vom Oktober 1939:





    Und bei den nachfolgenden Aufnahmen scheint sich auf der Fläche schon eine Baugrube und kein Parkplatz mehr zu befinden: 





    Noch zwei Aufnahmen von der Ecke 59th Street / Broadway während der Übergangszeit:




    Ihr wollt aber jetzt sicher auch noch sehen, was da schönes Neues an die Ecke gesetzt wurde oder? Bitteschön: 





    Das Apartmenthaus 240 Central Park South wurde 1940 fertiggestellt. Und es steht bis heute an der Ecke 59th Street / Broadway. 



    Den Erdnussverkäufer am Columbus Circle hat das 1935 noch nicht sonderlich gekratzt, deshalb werde ich jetzt auch mal langsam den Schlussreigen einleiten. 

    George Herlick Federal Art Project, Peanuts, ca 1935, from the collections of the museum of the city of New York


    Eine Frage ist für mich aber noch offen und dafür müssen wir wieder ganz zum Anfang zurück, nämlich zu dieser Panorama-Aufnahme, die ich für diese Folge als Titel gewählt habe:



    Die soll von 1932 stammen, ich vermisse hier aber jenes namenlose Bürogebäude hinter dem American Circle Building, dessen genaue Identität ich letztes Mal schon nicht klären konnte, außer seiner Hausnummer am Broadway. 

    Man sieht das Hochhaus auch noch auf einigen Bildern der Luftballontier-Parade vom Thanksgiving 1932, zum Beispiel hier direkt unter dem Kopfe des bissigen Flughundes (?): 



    Oder hier am ganz linken Bildrand sieht man jenes Gebäude auch:



    Hier müsste es ja eigentlich sein, zumal wir es in den 1920ern dort schon gesehen haben, aber dort steht es nicht. 



    Auf dem Dach vom Hochhaus links steht schon die Manufacturers Trust Company-Leuchtschrift, also scheint die Aufnahme wirklich aus den 1930ern zu stammen: 



    Ich vermute einfach, dass die Zeitangaben nicht immer gestimmt haben und deshalb das Hochhaus mal da ist und mal verschwindet. 

    Hier sind wir (aus der letzten Folge) im Jahr 1924 und es steht noch kein Hochhaus: 

    https://digitalcollections.nypl.org/items/510d47dd-35fd-a3d9-e040-e00a18064a99


    Hier sind wir im Jahr 19XX und wir sehen immer noch kein Hochhaus an der Ecke 60th Street / Broadway. 



    Dann kommen wir (aus der letzten Folge) ca. im Jahr 1929 an und das Hochhaus steht: 




    Dann kommen die Gummitiere 1932: 


    Und zum Abschluss der kleinen Chronologie nochmal das Photo von Berenice Abbott von 1936, auch da steht das mysteriöse Hochhaus an seinem Platz. 



    Also muss das 1932er-Foto falsch datiert sein, sonst hätten wir eine Hochhaus da - Hochhaus weg - Hochhaus wieder da - Situation und die ist recht unwahrscheinlich, sogar in New York. Und Houdini oder Copperfield stecken da bestimmt auch nicht hinter. 

    Für diesen zeitlichen Ablauf spricht aus meiner Sicht auch, dass sich das Hochhaus an der Ecke 60th Street / Central Park West auf dem angeblichen 1932er-Foto noch im Bau befindet, auf den ca. 1929er-Bildern aber schon fertig ist. 


    Und es wäre ja durchaus denkbar, dass die Prince Albert-Reklame auf dem American Circle Building zuerst so aussah...


    ... und dann erst so: 



    Aber ich habe auf dem angeblichen 1932er-Foto noch etwas anderes Empörendes entdeckt. Es sieht nämlich fast so aus, als wäre die schöne Kuppel über dem Eingang des Theaters am Columbus Circle schon früher als gedacht dem Reklamewahn geopfert worden: 


    Dann wären vermutlich noch mehr Fotos oben falsch datiert, aber da werde ich jetzt nicht mehr hinterher haken, das soll jetzt reichen. Es ist jedenfalls nicht immer einfach, da eine sinnvolle Ordnung reinzukriegen und die Angaben sowohl bei MCNY als auch bei NYPL lassen einen da gelegentlich bis häufiger im Stich. 

    - FORTSETZUNG FOLGT -



    Irving Underhill, Columbus Statue at Columbus Circle, ca 1930, from the collections of the museum of the city of New York




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  • 12/26/17--14:30: Just Imagine (1930)


  • Mich haben ja schon immer Spielfilme fasziniert, bei denen man mit einer Zukunftsvision von New York City konfrontiert wird. 

    Da wäre zum Beispiel "Die Klapperschlange" (1981) von John Carpenter, der im Jahr 1997 spielt und in dem die Insel Manhattan seit 1988 nicht mehr regulär bewohnt und bewirtschaftet wird, sondern als Hochsicherheitsgefängnis dient. Klasse Idee! Heißt im Original übrigens "Escape from New York".




    Meine absolute Lieblingszukunftsvision von New York City ist zweifellos jenes New York, das man in "Das Fünfte Element" (1997) von Luc Besson sieht, der zum größten Teil im Jahr 2263 spielt. Ich habe diesem fiktiven New York vor einigen Jahren hier schon mal einen Beitrag gewidmet. 




    Im Prinzip auch diese Kategorie gehört auch Metropolis (1927) von Fritz Lang. Der hatte 1924 erstmalig die USA besucht und war mit dem Dampfschiff von Cuxhaven nach New York City gereist. Frühere Quellen sagen, dass ihn der Anblick von New York zu Metropolis inspiriert hätte, neuere Quellen relativieren das regelmäßig. Aber irgendwie kann die kurze animierte Zukunftsvision im Film doch nicht abstreiten, dass dort auch ein wenig New York City drinsteckt. 




    In diese Reihe passt auch der amerikanische Spielfilm "Just Imagine" aus dem Jahr 1930, der in einem fiktiven New York des Jahres 1980 spielt und der ebenfalls interessante Zukunfts-Ansichten bietet. Retrofuturistische Ansichten, um genau zu sein. Und Erinnerungen an später gedrehte Filme erweckt, wie den oben schon genannten "Das fünfte Element", aber auch die auf Coruscant spielenden Sequenzen in den ersten drei Star Wars-Episoden.














    Zu Beginn des Filmes werden drei Zeitalter von New York in jeweils 50-Jahres-Abständen vorgestellt. Zuerst 50 Jahre zurück in der Vergangenheit das New York im Jahr 1880:



    Dann die (damalige) Gegenwart im New York des Jahres 1930:

    https://www.tumblr.com/search/just%20imagine%20(1930)

    Und schließlich der Sprung 50 Jahre in die Zukunft in das New York des Jahres 1980:



    Verrückte Wissenschaftler gibt es natürlich auch wieder...



    ... sowie Personen in seltsamen Kostümen: 











    Ok liebe Leser, wenn Euch das GIF-Gezappel nicht abgeschreckt, sondern eher interessiert hat, dann habe ich noch was für Euch: die üblichen Wiki-Links und mindestens zwei Versionen des Films, auch damit noch möglichst lange eine Filmversion abrufbar ist, wenn bei Youtube mal wieder das große Löschen einsetzt. VIEL VERGNÜGEN!
















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    1933 ist nicht nur ein großer Menschenaffe auf dem Empire State Building herumgeturnt und musste mühsam mit Doppeldeckern wieder heruntergeschossen werden.

    Nein, später gab es dann auch noch ein Erdbeben und einen Tsunami. Das Empire State Building hats natürlich nicht überlebt. Da hätten die den Affen auch noch ein bisschen länger drauf herumturnen lassen können, mehr Schaden hätte der auch nicht anrichten können.

    Und ich frage mich, worüber ich hier im Blog eigentlich die ganze Zeit schreibe. Gibt's ja gar nicht (mehr).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deluge_(Film)
    https://en.wikipedia.org/wiki/Deluge_(film)


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    Und selbst wenn New York City erfolgreich dem Affen, dem Erdbeben und der Sturmflut getrotzt hätte, dann wäre das trotzdem alles umsonst gewesen.

    Denn 1933 hat das böse Eurasien auch noch einen Krieg mit den Vereinigten Staaten angezettelt und in dem Zuge das arme New York City mit Sprengbomben und Giftgas zum Teufel gejagt. Und spätestens dann war es vorbei mit dem Empire State Building. Von wegen 40 Jahre lang das höchste Gebäude auf der Welt. Keine weiteren Fragen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Men_Must_Fight







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  • 12/28/17--13:05: Moby - In This World (2002)


  • Erst Song oben starten und dann erstmal schön langsam lesen! Heute machen wir das mal anders rum als sonst. Das Sampling-"Opfer" von Moby war ein Gospel-Song aus den 1950ern namens "Lord Don't Leave Me", vorgetragen von den "Davis Sisters" und Vorsängerin Jackie Verdell. Mobys Single "In this World" aus dem Jahr 2002 verwendete ein paar markante Sequenzen aus diesem Song.

    Was das ganze mit New York City zu tun hat? Nunja, in Mobys Video zu dem Song landen Außerirdische in New York City und fallen sowas von nicht auf. Halte ich nicht für unrealistisch. Wenn Außerirdische sich einen wirklich schlechten Platz zum Landen suchen können, dann ist das wohl New York City. Aber das scheinen die meisten Außerirdischen ja auch zu wissen, denn diejenigen, an die man sich erinnert, sind seinerzeit schön spektakulär in der neu-mexikanischen Provinz herumgeflogen und abgestürzt. Das nennt man Marketing, nicht mit HELLO-Schildchen rumwedeln!

    https://en.wikipedia.org/wiki/In_This_World_(song)
    https://en.wikipedia.org/wiki/Jackie_Verdell
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Davis_Sisters
    https://en.wikipedia.org/wiki/Moby


    Ok - ich denke, Ihr habt jetzt genug von den Davis Sisters gehört. Dann dürft Ihr jetzt auch das Moby-Video starten. Viel Spaß:







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  • 12/30/17--10:00: Comparing Old and New


  • Zum Jahreswechsel mache ich noch eine weitere Folge aus der Reihe Comparing Old and New, wie immer mit Material von der wunderbaren Facebook-Seite "Dirty Old 1970's New York". 

    Leider kann ich mit dem Titelbild oben nicht einsteigen, denn da gibt es außer "South Bronx" keine greifbare Ortsangabe zu, der einen Vergleich möglich machen würde. Aufgenommen wurde es 1977 von Alan Le Garsmeur. Vielleicht kommt ja im Laufe der Zeit noch heraus, wo es entstanden ist, damit man vergleichen kann. 

    Dafür geht das aber mit dem nächsten Foto wieder, da hätte ich sogar keine Ortsangabe gebraucht, da weiß ich nämlich auch so, wo dieser Ort ist, weil ich 2006 schon mal das Haus mit dem weißen und das mit dem roten Anstrich fotografiert habe, das Bild hängt bis heute in meiner Wohnung.


    Aufgenommen wurde das Foto von Peter van Wijk 1979 in der "Canal Street" an Kreuzungspunkt mit dem "West Broadway". Das ist im Südwesten von Manhattan und grob geschätzt noch im Tribeca-Viertel. 

    google maps


    Der Ort selbst ist von oben gesehen etwas unübersichtlich, weil da sehr viele Straßen gleichzeitig vorbei- und durchlaufen und sich kreuzen, ein wildes Durcheinander:



    Besagte drei New Yorker Stadthäuser stehen an der Nordwestecke der Kreuzung Canal Street / West Broadway. 



    Grob beschrieben hat sich nicht allzu viel an der Ecke geändert, die drei Häuser und der bzw. die Shops links daneben scheinen immer noch vorhanden zu sein. Der Teufel steckt aber sicherlich im Detail. Und das mittlere Haus scheint ja im Augenblick mindestens kernsaniert zu werden, da bleibt abzuwarten, ob man da nachher, wenn das Gerüst weg ist, überhaupt noch was wiedererkennt. Der Kontrast zwischen roter und weißer Fassade wird jedenfalls zukünftig nicht mehr vorhanden sein, denn alle drei Häuser scheinen in der Zwischenzeit neue Fassaden erhalten zu haben. 




    Ich habe hier im Blog diese Häuser schon mal kurz erwähnt und zwar vor sechs Jahren in diesem Beitrag, der dem Photographen Nick deWolf im Jahr 1975 bei einem Rundgang durch SoHo folgte:

    Von dort stammt auch dieses Foto von 1975:


    Und nochmal 1979: 


    Worauf ich jetzt noch mal das Augenmerk lenken möchte, ist das Gotteshaus, das hinter bzw. nördlich der drei Häuser am West Broadway zu stehen scheint. Man sieht jedenfalls einen weißen Turm mit einem Kreuz drauf links im Bild hochragen. 

    Und jetzt schauen wir von 1979 aus nochmal ca. 50 Jahre in die Vergangenheit, ins Jahr 1932: 



    Keinen Durchblick? Ok, ich markiere mal die drei Häuser: 




    1932 verlief noch eine Hochbahntrasse entlang des West Broadways und damit direkt an unseren drei Häusern vorbei, nämlich die Sixth Avenue Elevated Railway (6th Ave El). Die sieht man rechts im Bild. 



    Und hinter den drei Häusern tatsächlich eine Kirche. Die scheint aber ihren spitzen Turmhelm in der Zeit zwischen 1932 und 1979 irgendwann verloren haben, so dass der Turm auf dem Ausgangsfoto über dem Geläut mit einem Flachdach abschließt. 




    Bei jener Kirche handelte es sich um die römisch-katholische Kirche "Church of St. Alphonsus Liguori", die Anfang der 1870er errichtet und 1981 abgerissen wurde. 


    Die beiden folgenden Aufnahmen stammen aus den Jahren 1927 und 1928 und zeigen ebenfalls jene Gebäudekonstellation auf der Nordwestseite der Kreuzung Canal Street / West Broadway, zuerst 1927 von etwas weiter westlich aus... 



    ...und 1928 wieder frontal vom Süden her, allerdings wohl mit einer Baustelle zwischen dem Photographen und den drei Häusern. 



    Wir gehen noch mal dreißig Jahre weiter in die Vergangenheit und schauen uns eine Aufnahme an, die Robert Bracklow von der Kirche gemacht und dabei auch die Hochbahntrasse und die drei östlichen Häuser eingefangen hat.

    Robert Bracklow, St. Alphonsus Liguori Church, 1870-1890, from the collection of the museum of the city of New York

    Na, ob das der Andacht der Kirchenbesucher wohl zuträglich war, wenn da alle paar Minuten ein Hochbahnzug vorbeigescheppert ist? Ich weiß ja nicht. Aber das waren wohl hinzunehmende Begleiteffekte, wenn man sich damals in so einer wild expandierenden Stadt wie New York City aufgehalten hat. 

    Das soll zu dem Photo dann auch mal reichen. Wir springen weiter zur nächsten Aufnahme:


    Diese Aufnahme von Stephen Shore aus dem Jahr 1974 führt uns an die 31st Avenue und Crescent Street im Stadtteil Queens. 



    Der Photograph stand seinerzeit in der Nähe der Kreuzung auf der 31st Avenue und hat von dort aus am Eckhaus vorbei (GOOD FOOD) die Crescent Street hinauf fotografiert:







    In Queens ist im Gegensatz zu anderen Schauplätzen in NYC in den vergangenen 43 Jahren die Zeit noch ziemlich stehengeblieben, große Veränderungen scheinen hier nicht stattgefunden zu haben. 

    Wir springen zurück nach Manhattan ins Jahr 1975:



    Daniel Katz hat das Photo an der Kreuzung 95th Street und Columbus Avenue aufgenommen. Der Schauplatz befindet sich in der Upper West Side in Manhattan zwischen Hudson River und dem oberen Drittel des Central Parks:



    Bei der Aufnahme wurde ein ziemlich langes Stück der Columbus Avenue eingefangen, über viele Straßenblocks hinweg: 




    Das Gebäude links im Bild mit der Marlboro-Cowboy-Reklame an der Wand hat entweder eine neue Fassade erhalten oder ist irgendwann zwischen 1975 und heute neu errichtet worden. Ich tippe auf einen Neubau: 




    Das Hochhaus rechts im Bild steht erst an der Nordostecke der Kreuzung 96th Street / Columbus Avenue: 





    Und von dort aus kann man auch die Columbus Avenue hinunter das Hochhaus mit dem Türmchen erkennen, allerdings ist das Türmchen in der Gegenwart noch etwas mehr von anderen Häusern verdeckt, als dies 1975 der Fall war:




    In den 1940ern waren die Häuser an der Columbus Avenue noch nicht so hoch wie 1975 und heute, wie diese Bilder aus den Jahren 1941 beweisen, die etwa den gleichen Blickwinkel von der 95th Street die Columbus Avenue in nördliche Richtung hinunter zeigen: 




    Einen Schauplatz möchte ich noch aufsuchen.



    Robert Lund hat dieses Foto 1976 an der McDougal Alley in Greenwich Village aufgenommen, mit Blickrichtung nach Osten. 



    Wie man sieht, ist dieser Schauplatz nicht schwer nachzuvollziehen, er liegt direkt oberhalb im Nordwesten des Washington Square Parks. Und der photographierte Ort scheint (sicherlich auch wegen der Abzäunung und der prägenden Eigenschaft als Sackgasse eine kleine Ruhe-Oase zu sein. Gegenüber 1976 hat sich jedenfalls nicht massiv was verändert, außer dass mal ne Tür rot angestrichen und ein Dixie aufgestellt wurde: 




    Das ist die McDougal Alley mit der Einfahrt in den abgesperrten, photographierten Teil, nach Süden photographiert: 



    Wenn man am Gitter vorbeigeht und auch den Washington Square links liegen lässt, dann erreicht man von hier aus gesehen rechts und noch etwa einen Block weiter Mamoun's Falafel, ebenfalls an der McDougal Alley gelegen, über den ich hier vor ca. zwei Jahren auch schon berichtet habe.



    Und mit ein paar Aufnahmen von der McDougal Alley aus den Jahren 1928 und 1933 möchte ich den Beitrag ausklingen lassen:










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  • 01/07/18--11:41: New York City - MoMA (1911)


  • In den 11 Jahren, in denen dieser Blog existiert, haben wir schon eine ganz ordentliche Menge an historischem Filmmaterial aus New York City besichtigt, was mal in mehr, mal in weniger guter Qualität im Netz zur Verfügung steht. 

    Und gelegentlich taucht auch immer mal wieder etwas auf, was bisher noch nicht im weltweiten Netz veröffentlicht worden ist. So zum Beispiel im vergangenen Sommer, als ich hier ein zweieinhalbminütiges Video vorgestellt habe, das im Sommer 1911, also vor 106 Jahren in New York City aufgenommen wurde. 

    Mittlerweile ist eine längere Fassung des Videos verfügbar, die eine Laufzeit von fast 9 Minuten hat und darüber hinaus auch in einer höheren Auflösung zur Verfügung steht. 

    Also! Schaut Euch dieses Video nicht auf dem Display eines Mobiltelefons an, sondern sucht Euch zur Feier des Tages einen schönen großen Monitor, mindestens ein Tablet, um das Video abzuspielen.

    Leider, leider, leider ist Einbetten hier auf der Seite nicht erlaubt worden, deshalb kann ich Euch nur den Link zur dazugehörigen Youtube-Seite anbieten:

    https://youtu.be/2LxxoaIa_uk

    Aufgenommen wurde der Film seinerzeit von einer Gruppe schwedischer Kameramänner, die an verschiedenen Orten in Nordamerika und Europa filmten, darunter auch New York City. Es war dann auch das Museum of Modern Art (MoMA) in New York, das die restaurierte Fassung der New York-Sequenz auf seiner Internetseite kostenlos zugänglich machte.

    Der Film soll 1911 entstanden sein, also im Jahr vor dem Untergang des Luxusdampfers Titanic und ca. drei Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs in Europa.

    Ich werde nachfolgend auf die einzelnen Sequenzen im Film eingehen, vor allem auf die, die belegen, dass die Aufnahmen tatsächlich 1911 entstanden sein können. Dank der hohen Auflösung des Films sind die Standbilder schon echt sehenswert, aber umwerfend wird es, wenn man sie in Bewegung sieht!



    Direkt zu Beginn sieht man den Turm des Bankers Trust Buildings an der Ecke Wall Street / Nassau Street in die Skyline hinausragen. Das Bankers Trust Building löste das Gillender Building an dieser Position ab und wurde ab 1910 errichtet und 1912 eröffnet. Hier ist die Bauphase noch nicht abgeschlossen, die markante Dachpyramide ist noch eine Baustelle, ein gutes Indiz dafür, dass 1911 zutreffen könnte. 



    Der Whitehall-Building-Annex wurde 1910 fertiggestellt, passt also auch in die Chronologie.

    Es folgen einige herrlich alltägliche Aufnahmen, die an Land und auf den Fähren im New Yorker Hafen gedreht wurden und die wirklich eine Tür in die Vergangenheit aufstoßen. Zu einer Zeit, als die Schiffe noch mit Dampf angetrieben wurden und sich im Stadtverkehr von New York Pferdefuhrwerke und Automobile noch zu etwa gleichen Anteilen mischten.










    Und irgendwo dazwischen wieder ein Hinweis auf das Entstehungsjahr. Hier sieht man das Municipal Building noch sehr deutlich während der Konstruktionsphase. Baubeginn war hier 1907, Bauende 1914, so dass für das im Film dokumentierte Stadium das Jahr 1911 durchaus realistisch sein könnte.



    Ich weiß nicht, in welchem Park das hier aufgenommen wurde, aber im Hintergrund verläuft eine Hochbahntrasse, also kommen wohl nicht soviele Parks in Frage:



    Es schließt sich eine Sequenz am Rande des City Hall Parks an mit dem alten Hauptquartier der New York Times (vor 1904, heute Pace University) in der Mitte im Hintergrund: Bemerkenswert ist auch der beinamputierte Zeitungsverkäufer rechts im Bild, das dürfte mit einem Packen Zeitungen unter dem Arm nicht allzu leicht auszubalancieren sein:






    Beachtlich sind die Schuhputzer zum Schluss der Park-Sequenz, die Hochbahnstation (oder die Brooklyn Bridge Station) in der Nähe im Hintergrund und der verstachelte Zaun zwischen Straße und Park.

    Noch ein 1911-Indiz, dieses Mal durch Nichtvorhandensein. In der Skyline ist das Singer Building noch das höchste Gebäude im Süden von Manhattan, das Woolworth Building, das 1913 den Staffelstab übernahm, ist zwischen Singer und Park Row Building noch nicht auszumachen. Wir befinden uns auf der Brooklyn Bridge, auf der die Verkehrsmittel noch anders aufgeteilt waren, als das in der Gegenwart der Fall ist:










    Die Aufnahmen aus der Hochbahnstation auf die Hochbahntrasse, die ich auch zu Beginn des Beitrags gezeigt habe, könnten auf der Station am Chatham Square entstanden sein, dort wo die zwei Trassen der Third Avenue Elevated Railway, die vom South Ferry Terminal und von der City Hall starten, zusammengeführt werden. Der Blick wäre dann auf die Linie gerichtet, die von der City Hall die Park Row hinauffährt.




    Diese Aufnahmen dürften dann auch irgendwo in der Nähe, vermutlich in der Lower East Side, entstanden sein, die Hochbahntrasse im Hintergrund könnte wiederum die 3rd Ave El sein oder die 2nd Ave El.





    Ob der Beinamputierte, der hier vorbeihumpelt, wieder jener Zeitungsverkäufer aus dem City Hall Park ist, vermag ich nicht zu sagen. Es spricht einiges dafür, dass diese Aufnahmen aus der Lower East Side stammen, man beachte die chinesischen Schriftzeichen an den Geschäften.

    Und nicht nur die Schriftzeichen an den Geschäften sehen chinesisch aus, auch die Personen, die davor stehen:




    Eine kurze Sequenz blickt aus einer Straße mit Straßenbahnen (vielleicht Broadway) auf einen offenen Platz, über den im Bildhintergrund eine Hochbahntrasse führt. Möglicherweise der Herald Square, der auch später noch Schauplatz der Aufnahmen sein wird.



    Die nächste Sequenz entstand irgendwo in mittelbarer Nähe zum Madison Square, man erkennt schwach im Bildhintergrund das zum Zeitpunkt der Aufnahmen höchste Gebäude in New York und auf der Welt, den Metropolitan Life Tower von 1909:




    Ich liebe in dieser Sequenz ja auch die frühen Automobile, die noch etwas ungelenk an der Kamera vorbeirumpeln. 

    Hier sind wir nun definitiv auf dem Herald Square angekommen. Im Vordergrund rechts das (etwas ungewöhnliche) Hauptquartier der Zeitung "New York Herald", das mal nicht in einem spektakulären Hochhaus untergebracht ist, sondern in einem wenigstöckigen Gebäude. Links führt der Broadway zum Times Square hinauf, in der Bildmitte sieht man auch das namensgebende Hauptquartier der New York Times (One Times Square) hinaufragen. Rechts kommt dann langsam die Hochbahntrasse der 6th Avenue El ins Bild, die seinerzeit entlang der 6th Avenue über den Herald Square führte und den Broadway kreuzte.





    Noch ein Schwenk über den Herald Square, dieses Mal an einer südlicher gelegenen Position mit der Hochbahntrasse als heimlicher Hauptdarstellerin:







    Dank der Gebäudebeschriftung wissen wir, wo der Kameramann bei der nächsten Aufnahme stand, nämlich auf der Fifth Avenue, vermutlich mit dem Madison Square im Bildhintergrund:





    Ja, zuletzt taucht noch das Flatiron Building aus dem Dunst auf, wir schauen hier vom Norden her in südliche Richtung auf den Madison Square. Die Fifth Avenue führt auf der rechten Seite am Flatiron Building vorbei, der Broadway auf der linken Seite.

    Jetzt ist der Klassiker von 1902 besser zu erkennen, links daneben der Broadway, später auch rechts davon die Fifth Avenue:








    Hier fährt die Kamera auf einem Waggon der Straßenbahn mit. Ich glaube, die Kabelbahn, die ursprünglich mal den Broadway entlangfuhr, war 1911 schon nicht mehr in Betrieb, auch wenn die Rinne zwischen den Schienen den Eindruck erweckt, dass die Kabelbahn hier noch fahren könnte.





    Die nächste Sequenz wurde ebenfalls von einer Straßenbahn aus gefilmt, wie es scheint. Die finde ich besonders bemerkenswert. Sie ist mir direkt beim ersten Ansehen des Videos aufgefallen und als ich später die Beschreibung zum Video gelesen habe, musste ich feststellen, dass das nicht nur mir so gegangen ist. Offenbar ist das nicht nur eine Erscheinung der Gegenwart, dass junge New Yorker Bewohner gerne den Eindruck erwecken, chronisch gelangweilt und unbeeindruckt zu sein, sondern das war wohl schon vor 106 Jahren Pflicht, wenn man in New York wohnte:










    Von der Straßenbahn gehts hinauf auf das Flatiron Building, ein guter Ort für einen Schwenk über das New York des Jahres 1911. Links auf der ersten Aufnahme sieht man den Turm des zweiten Madison Square Gardens (Nordostecke), von rechts schiebt sich der Turm des damals höchsten Gebäudes der Welt, der Metropolitan Life Tower (Südostecke), ins Bild, der ebenso wie das Flatiron Building (Südwestecke) am Madison Square stand.






    Der nächste Kameraschwenk schaut nach Süden:



    Wie das interessante Gebäude ziemlich weit vorne in der Bildmitte, das so ähnlich wie das alte Grand Central Terminal aussieht, heißt, weiß ich leider nicht. Der Park, den man in der Bildmitte am linken Rand im Hintergrund erkennt, ist der Union Square Park.


    Und eines der ältesten Hochhäuser in New York (1892 - Decker Building), das immer noch erhalten ist, kann man ebenfalls erkennen, dort wurde in der jüngeren Vergangenheit noch auf einen Künstler namens Andy Warhol geschossen (1968).





    Bei dem Gebäude mit der Kuppel auf dem Dach an der 5th Avenue handelt es sich nicht um das Sohmer Building, das so ähnlich aussieht und quasi schräg gegenüber auf der Westseite steht, allerdings mit einer etwas steileren Kuppel ausgestattet ist.




    Die Karte von 1916 verrät uns, welches Gebäude da 1911 vom Fuller Building (so der offizielle Name des Flatiron Buildings) gefilmt wurde: das McCready Building.



    Und dieses Gebäude steht immer noch zwei Blocks südlich vom Flatiron Building. Mehr erfährst Du hier, wenn Du Interesse hast:
    http://daytoninmanhattan.blogspot.de/2011/03/beaux-arts-beauty-at-no-141-147-fifth.html

    google maps

    Auch nach Norden wurde vom Flatiron Building aus gefilmt. Im Hintergrund links sehen wir wieder das zwei Squares weiter nördlich stehende One Times Square, das Hauptquartier der New York Times. Achso, die Straßen! Links führt der Broadway hinauf, rechts die Fifth Avenue:



    Das markante Gebäude mit heller Fassade in der Bildmitte ist das Croisic Building von 1910, das heute noch dort steht.
    https://www.emporis.com/buildings/115428/croisic-building-new-york-city-ny-usa

    Und der Film endet schließlich so, wie er begonnen hat, nämlich mit einem Blick aus der Ferne auf die Freiheitsstatue, die - wenn ich richtig gezählt habe - 1911 ihren 25. Geburtstag gefeiert haben müsste.



    Wer vom New York des Jahres 1911 dann immer noch nicht genug hat, der kann sich noch diesen 16minütigen Dokumentarfilm über die "Manhattan Trade School for Girls" ansehen, der ebenfalls im Jahr 1911 entstanden ist und den Focus auf die schulische Ausbildung der jungen weiblichen Bewohner von New York City richtet. Auch hier gibt es interessante Einblicke in das Großstadtleben vor 106 Jahren.






    Dieser Film bekommt eine besonderen Beigeschmack, wenn man im Hinterkopf hat, dass es genau solche Mädchen wie im Film waren, die wegen ausbeuterischer Praktiken in den New Yorker Textilfabriken beim "Triangle Shirtwaist Factory Fire" am 25. März 1911, also im gleichen Jahr ums Leben kamen. Nur dass die Mädchen in der Triangle-Hemdenfabrik aus Einwanderfamilien stammten und die in der Manhattan Trade School für Mädchen vermutlich aus etwas besser situierten Familien.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Brand_der_Triangle_Shirtwaist_Factory




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  • 01/13/18--02:56: Kolumbus darf bleiben


  • Ich war dann doch heute Nacht etwas überrascht, als ich gesehen habe, dass die Redaktion der alten Dame Tagesschau einen kleinen Gastbeitrag zu meiner Miniserie über den Columbus Circle geschrieben hat. Vielen Dank Tagesschau-Redaktion. 


    Das hat mich zugleich daran erinnert, dass der letzte Beitrag (Columbus Circle - Teil 5) schon vor Weihnachten veröffentlicht wurde und das es mal langsam an der Zeit ist, die Serie weiter fortzusetzen. 


    Wir haben schließlich nach den 1930ern noch ein paar Jahrzehnte abzuklappern, bis wir zum Beitrag der Tagesschau aufschließen können. Ob mir das an diesem Wochenende noch gelingt, weiß ich nicht, weil da heute abend auch noch ein Musikfestival (Rock im Saal, Haldern) ansteht, das meistens nicht ohne Folgen für die Fähigkeit, zeitig das Bett zu verlassen, bleibt. Mal schauen, was morgen möglich sein wird. 








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  • 01/14/18--07:50: Columbus Circle - Teil 6


  • Hier ist die sechste Folge aus der Mini-Serie über die Geschichte des Columbus Circles in New York, in der wir die 1940er und 1950er erreichen. 

    Hier sind die bisherigen Folgen: 
    http://nygeschichte.blogspot.de/2017/12/columbus-circle-teil-3.html
    http://nygeschichte.blogspot.de/2017/12/columbus-circle-teil-4.html
    http://nygeschichte.blogspot.de/2017/12/columbus-circle-teil-5.html
    http://nygeschichte.blogspot.de/2018/01/kolumbus-darf-bleiben.html )


    Die Mission, diese Serie fortzusetzen, wird ab dieser Folge etwas schwieriger. Das liegt daran, dass die beiden großen Bildarchive NYPL und MCNY bis in die 1930er gut mit Photos ausgestattet sind, danach nimmt aber das vorhandene Material stark ab. Weshalb ich für die Fortsetzung der Serie überwiegend auf Material der herkömmlichen Suchmaschinen zugreifen musste, was das Auffinden nicht immer erleichtert. Dann wollen wir mal schauen, was uns in dieser Folge so über den Weg läuft. 

    Die Leuchtreklame von Coca Cola, mit der ich den Beitrag eröffnet habe, befand sich seit den 1930ern auf dem niedrigen American Circle Building im Norden des Kreisels zwischen Broadway (links) und Central Park West (rechts). 



    Columbus Day, October 12 1940, from the collections of the museum of the city of New York


    Die langsame Annäherung an die Gegenwart kann man auch daran erkennen, das sich inzwischen auch mal echte Farbphotographien in das Bildmaterial mischen, bisher hatten wir da allenfalls colorierte Schwarz-Weiß-Photos:







    Das Gebäude rechts hinter der Reklame, genannt "Mayflower-Plymouth Apartment Hotels" oder auch kurz "The Mayflower", wie die Leuchtreklame auf dem Dach verrät, habe ich - glaube ich - noch nicht erwähnt. 

    61st-62nd Streets and Central Park West, Mayflower-Plymouth Apartment Hotels, 1928, from the collections of the museum of the city of New York


    Auch dieses Gebäude gehört zu den Lost Buildings am Columbus Circle. Gebaut wurde es zwischen 1926 und 1927. Abgerissen wurde es 2005. 

    Von der Dachterrasse hatte man in den ersten Jahren eine vorzügliche Sicht auf den Columbus Circle und den südlichen Central Park, wie diese Aufnahme aus den 1930ern zeigt:



    Hier sehen wir den Norden des Kreisels rechts oben im Bild, aufgenommen 1942: 


    Southmoor Apartments, from roof looking down on Columbus Circle, 5-29-1942, from the collections of the museum of the city of New York


    Für das trapezförmige Grundstück, wo im Norden des Kreisels das American Circle Building stand, sind Entwürfe für ein nichtrealisiertes Hochhaus erhalten geblieben, die aus dem Jahr 1945 stammen:

    Wurts Bros, Office building for Columbus Circle, rendering by G E Scheffler, 7-12-45, from the collections of the museum of the city of New York


    Tatsächlich blieb es aber zunächst weiter bei dieser Ansicht:




    Die nächste Aufnahme ist auch ganz interessant, sie zeigt einen Bus vor dem zweistöckigen American Circle Building (links), das die Coca-Cola-Reklame trägt. Er steht auf der Broadway-Seite, der Columbus Circle ist rechts und größtenteils außerhalb des Bildrands: 



    Und noch ein Bus-Bild vom Columbus Circle, von einem anderen Standort aus. Bei beiden Photographien sieht man rechts im Hintergrund jenes Anfang der 1940er fertiggestellte Apartmenthaus an der Ecke 59th Street / Broadway mit dem Namen "240 Central Park South".  



    Und nochmal das unvollständige Apartmenthaus im Hintergrund hinter der Menschenmenge, die sich 1944 auf dem Columbus Circle versammelt hat. 

    United States Office of War Information, Columbus Circle with crowd, 1944, from the collections of the museum of the city of New York


    Hier hat ein Don Freeman 1941 eine kleine Übersichtskarte vom Columbus Circle und seiner Umgebung gezeichnet: 

    Don Freeman, A Map of Columbus Circle, 1941, from the collections of the museum of the city of New York


    Und ein Blick vom Broadway nördlich die Kreisels, zu erkennen an den Eingängen zur U-Bahn-Station, auf den südlich der Position gelegenen Columbus Circle. Bei dieser Aufnahme sieht man auch den bedauerlichen Verlust der Kuppel über dem Eingang des International Theaters links von den größeren Reklametafeln. 



    Wir steigen auch mal kurz hinab in die Anfang des 20. Jahrhunderts künstlich in den Boden unter dem Columbus Circle hineingegrabene U-Bahn-Station, die 1955 so aussah: 

    Alfred C Loonam, 59th Street Station, IRT West Side Subway, ca 1955, from the collections of the museum of the city of New York


    Ein schönes Panoramafoto haben wir hier, aufgrund des Ausgangspunktes hinter der Coca-Cola-Reklame vermute ich, dass es vom Mayflower aus aufgenommen wurde: 



    Unten rechts wie gesagt das American Circle Building mit der Coca-Cola-Werbung. Dahinter der Gebäudecomplex mit den überdimensionalen Reklametafeln und dem schmalen Haupteingang zum International Theater, das während seiner Existenz wiederholt den Namen gewechselt hat. Auf dem Block zwischen Broadway (links) und 8th Avenue (rechts) im Hintergrund und unvollständig das General Motors Building und davor auf dem kleinen Grundstück als Relikt aus der Vergangenheit jenes Hotel, das uns schon seit dem 1890ern begleitet und das auf seine letzten Tage noch eine überdimensionale Reklametafel für Chevrolet aufgesetzt bekommen hat. Links im Bild schließlich noch das Apartmenthaus an 240 Central Park South. 


    Hier nochmal das kleine alte Hotel in Farbe. In der 1955er-Karte von Bromley war es schon nicht mehr mit einem eigenen Namen eingetragen, sondern nur noch mit einer Nummer für den Straßenblock (1030): 



    Aber das gute alte Hotel hatte in den 1950ern bereits die längste Zeit am Columbus Circle gestanden und diese Aufnahme von 1959, die zeigt, dass das Gebäude sich nicht mehr in Betrieb befindet, kündigt an, dass sich hier in näherer Zukunft eine Veränderung ankündigt, allerdings nicht mehr in diesem Jahrzehnt. Der Bildbeschreibung nach hieß das alte Hotel zuletzt wohl Boulevard Hotel

    Columbus Circle, the former Boulevard Hotel, This building is to be demolished, 1959, from the collections of the museum of the city of New York


    Wenden wir uns nun einer massiven Veränderung am Columbus Circle zu, die bereits in den 1950ern stattfand. Es fängt ganz harmlos an mit einem Film: 



    1954 wurde die Filmkomödie "It should happen to you" veröffentlicht, die von Regisseur George Cukor an verschiedenen Drehorten in New York City aufgenommen worden war. Darunter sind auch Aufnahmen, die am Columbus Circle entstanden sind. 
























    Der Film-Trailer zeigt bewegte Bilder vom damaligen Columbus Circle ab 1:22 min. Der überdimensionale Schriftzug GLADYS CLOVER, der die Reklametafel am Columbus Circle schmückt, ist der Rollenname der Hauptdarstellerin im Film.



    Der Film dokumentierte die alte und seit Jahrzehnten wenig bis gar nicht veränderte Westseite des Columbus Circles, kurz bevor dort ein massiver Eingriff stattfand. 

    Der Plan war nämlich der, dass zukünftig ein neues und ziemlich großes Gebäude den Westen des Kreisels schmücken sollte: das "New York Coliseum".



    Ich zeige Euch das mal auf der Karte, was geschah. Da die 59th Street den Übergang zwischen zwei Karten markierte, ist es notwendig, hier auch zwei Karten abzubilden:




    Wie Ihr sehen könnt, endete die Zeit, in der die 59th Street eine durchlaufende Straße ohne Unterbrechung war, bereits in den 1950ern. 

    Und zugleich bedeutete dieses Bauvorhaben, dass alles, was zwischen der 58th Street im Süden und der 60th Street im Norden den Columbus Circle säumte, abgerissen wurde. Also alles, was auf dieser Photographie gelb markiert ist: 



    Oder im Prinzip so ziemlich alle Gebäude, die man auf der folgenden Aufnahme vom 23. August 1953 sieht mit Ausnahme jener im Hintergrund in der Bildmitte: 

    Beecher Ogden, Columbus Circle, Aug 23, 1953, from the collections of the museum of the city of New York


    Von 1954 bis 1956 wurde am Columbus Circle gebaut und das nachfolgende Photo, das das New York Coliseum während der Bauphase zeigt, verdeutlicht zugleich, um was für einen monumentalen Kasten es sich dabei handelte: 



    Interessanterweise war wohl zu Beginn der Planung 1946 mal angedacht, an dieser Stelle den neuen (vierten) Madison Square Garden zu errichten. Der wurde - wie wir wissen - dann erst ein Jahrzehnt später und weiter im Süden an der 33rd Street zwischen 7th und 8th Avenue errichtet. 

    Und so sah dann aus, was dabei herauskam: 













    Auch das New York Coliseum, das 1956 am Columbus Circle seinen Platz einnahm, ist heute bereits wieder Geschichte. Es durfte rund 44 Jahre am Kreisel verbringen, bevor man entschied, auf seinem Grundstück einen Neubau zu errichten. 

    Damit endet die sechste Folge, die einen Blick auf die 1940er und 1950er geworfen hat. 


    - FORTSETZUNG FOLGT - 


    Curt Teich, Columbus Circle and Central Park, ca 1940, from the collections of the museum of the city of New York





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    Die Fülle an Webseiten, die sich mit der Geschichte von New York befassen, nimmt stetig zu. Bei der Recherche zu meinem nächsten Beitrag bin ich gestern eher zufällig auf die Seite "Visualizing 19th-Century New York" gestoßen, die mir bisher noch nicht aufgefallen war. 


    Wie der Name schon verrät, richtet diese Seite ihren Fokus auf die Geschichte New Yorks im 19. Jahrhundert. Hinter den ganzen Fähnchen, die man oben auf der Karte sieht, verstecken sich Beiträge, die sich mit einem Thema aus dem 19. Jahrhundert befassen. 



    Was ich sehr nützlich finde, ist der Zugriff auf eine Manhattan-Karte von 1852, die in dieser Form bisher nicht zur Verfügung stand und ich auch in die Kartensammlung des Blogs einreihen werde. Sie reicht von der Südspitze Manhattans bis hinauf zur 50th Street. 



    Ein Beitrag der Seite befasst sich mit der Geschichte jenes Flecks an der Mündung der Ann Street in den Broadway, ähnlich, wie ich 2013 auch schon mal im Rahmen eines Times Streams in der Lower Manhattan Saga getan habe. 






    Wer Lust hat, kann ja die Zeit bis zum nächsten Beitrag nutzen und mal rüberspringen und sich die Seite ansehen, es gibt dort bestimmt noch einiges zu entdecken und zu erfahren. 


    Ich weiß noch nicht, ob ich den nächsten Beitrag noch an diesem Wochenende fertig bekomme, ich habe gestern "Die dunkelste Stunde" in der Spätvorstellung angesehen (übrigens sehenswert!) und hatte heute morgen massive Startprobleme. 



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  • 01/21/18--12:43: The New York Crystal Palace
  • Piece of glass from the Crystal Palace, picked up on October 5, 1858,  after the Crystal Palace burned to the ground, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Es gab in New York Citys Vergangenheit einige spektakuläre Bauwerke, die eine Zeit lang die Stadtgeschichte mit gestaltet haben und dann wieder verschwunden sind, sei es wegen eines Feuers, wegen eines Terroranschlags oder einfach nur wegen der in New York sehr präsenten Neu-Bauwut.

    Heute möchte ich noch einmal auf ein Bauwerk zurückkommen, dem ich hier im Blog 2009 schon mal einen Beitrag gewidmet habe. Ganz einfach deshalb, weil sich das Netz seit 2009 bekanntermaßen weiterentwickelt hat und heute Informationen verfügbar sind, die vor 9 Jahren noch nicht greifbar waren, vor allem Bildinformationen. 



    Der "Crystal Palace", auf deutsch Glaspalast oder Kristallpalast, war ein spektakuläres Bauwerk am damaligen nördlichen Stadtrand von New York City auf Manhattan Island, der nur fünf Jahre gestanden hat (1853 bis 1858), bevor er durch ein Großfeuer vernichtet wurde. 

    Ich schlage vor, wir schauen uns zum Einstieg ein paar Artefakte an, die vom Glaspalast noch erhalten geblieben sind. Wie zum Beispiel Teile des zerstörten Glasdachs, die nach dem Großbrand von einem Herrn William McNeven Purdy aufgesammelt wurden und heute noch besichtigt werden können. 







    Pieces of glass from the Crystal Palace, picked up on October 5, 1858,  after the Crystal Palace burned to the ground, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Dann gab es Medaillen, die Besucher der Ausstellungen im Crystal Palace als Souvenir mitnehmen konnten, wie zum Beispiel diese hier:

    Souvenir Medal from Crystal Palace, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Errichtet wurde der Crystal Palace ja 1853 anlässlich einer Industrieausstellung ("Exhibition of the Industry of all Nations"), diese Ausstellung lieferte zu Beginn auch die Motive für die Medaillen: 

    New York Crystal Palace for the Exhibition of the Industry of All Nations, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Exhibition of the Industry of All Nations, New York , 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Aber auch andere Motive wie zum Beispiel H.B. West's Berühmte trainierte Hunde waren es wert, auf eine Medaillenseite geprägt zu werden: 


    H B Wests Famous Trained Dogs, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Auch auf dieser Papier-Rose, Empire City Rose genannt, taucht der Crystal Palace als eine der Sehenswürdigkeiten im New York der 1850er auf. 

    Empire City Rose - Various New York City Buildings, 1857, from the collection of the museum of the city of New York


    Und wo fleißig Ausstellungen besichtigt wurden, da meldete sich irgendwann auch der Hunger bei den Besuchern, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass der Nachwelt noch ein paar Löffel und Gabeln aus dem Crystal Palace erhalten geblieben sind. 

    Tablespoon from the Crystal Palace, from the collection of the museum of the city of New York




    Simpson, Hall, Miller and Company, Tablespoon Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York





    Simpson, Hall, Miller and Company, Fork Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York



    Kommen wir jetzt mal zur Position des Crystal Palace. Wie ich schon erwähnt habe, wurde als Standort für diese spektakuläre Ausstellungshalle ein Platz ausgewählt, der sich damals 1853 noch am Rande der Stadt New York befand, nämlich der heutige Bryant Park. 

    google maps


    Der Blick heute vom Süden her auf den Bryant Park: 




    Die Ausstellungshalle, also der Crystal Palace, stand genau dort, wo sich heute die Fläche des Bryant Parks befindet, also angrenzend an die 6th Avenue im Westen, an die 42nd Street im Norden und an die 40th Street im Süden. Hier der Blick auf den Crystal Palace, allerdings vom Norden her nach Süden. Im Vordergrund die 42nd Street, rechts die 6th Avenue: 

    Birds Eye View of the New York Crystal Palace and Environs, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Die New York Public Library stand damals in den 1850ern noch nicht auf dem an die 5th Avenue angrenzenden Nachbargrundstück. Dort befand sich seinerzeit ein massiver Trinkwasserspeicher namens Croton Reservoir, der Ende des 19. Jahrhunderts entfernt wurde. Im Vordergrund die 5th Avenue, rechts die 42nd Street, die Fläche, auf der später der Crystal Palace errichtet wurde, befindet sich kaum sichtbar hinter dem Wasserspeicher: 



    Und etwa dort, wo heute das hier gelb markierte Hochhaus steht...


    ... befand sich damals nördlich vom Crystal Palace auf dem Grundstück nahe der 6th Avenue zwischen 42nd und 43rd Street noch eine weitere Attraktion, nämlich ein Aussichtsturm, der den Namen Latting Observatory trug und als Teil des Ausstellungsgeländes ebenfalls 1853 entstand. 

    New York Crystal Palace 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Im Vordergrund die 6th Avenue, rechts die 40th Street, links im Hintergrund der Aussichtsturm. Ganz rechts im Hintergrund kann man noch ein wenig von der Mauer des Wasserspeichers erkennen.  

    Auf der Karte von 1836 bei David Rumsey sieht man, dass die Besiedelung von Manhattan und die Ausbreitung der Stadt New York nach Norden noch kaum die 14th Street und den gelb markierten Union Square erreicht hatte. 



    Mit dem roten Pfeil ist die Position des späteren Bryant Parks reserviert, die letzte Straße des Gitters, die nach Norden hin klar eingezeichnet wurde, ist die 42nd Street, an die der Park grenzt. 



    In der Karte von 1836 ist interessanterweise noch der gesamte Block zwischen 6th Avenue und 5th Avenue als Wasserspeicher eingezeichnet. Tatsächlich wurde 6 Jahre später das Croton Reservoir nur auf der östlichen Hälfte dieses Straßenblocks errichtet, so dass die gelb markierte Fläche dann 1853 für den Bau des Crystal Palace zur Verfügung stand. Auch scheint es zwischen Murray Hill und dem Reservoir damals in den 1830ern bereits eine kleine Siedlung gegeben zu heben. Und unten im Bildausschnitt kann man noch eine frühe Bahnstrecke erkennen, die damals zu einem Haltepunkt im Süden von Manhattan führte. 

    Die Karte von 1852 (bei der ich die Markierung in diesem Fall nicht zu beachten bitte) zeigt uns, dass sich die Stadt New York in den 16 Jahren seit 1836 schon ein ganzes Stück weiter hinauf in den Norden von Manhattan ausgebreitet hat:



    Im betreffenden Ausschnitt der Karte sehen wir, dass sich das Gelände damals wegen seiner noch spärlichen Bebauung als Ausstellungsgelände geradezu anbot: 



    Wie man sieht, teilt sich der Straßenblock mittlerweile in das Reservoir auf der östlichen Hälfte und dem "Reservoir Square" auf der westlichen Hälfte, dort wo ein Jahr später der Crystal Palace errichtet wurde und sich heute der Bryant Park befindet. 

    Der Vollständigkeit halber noch eine Karte von 1855, in die der zu diesem Zeitpunkt schon gebaute und noch nicht abgebrannte Crystal Palace eingezeichnet ist: 





    Ok, das soll an Kartenspielchen erstmal reichen. Wenden wir uns nun wieder dem Kristallpalast selbst zu. Die Idee zu einer Ausstellungshalle, deren Fassade hauptsächlich aus Glas besteht, stammt nicht von den New Yorkern. Die haben sich von dem 1851 anlässlich einer Weltausstellung errichteten Londoner Crystal Palace inspirieren lassen. 



    Allerdings ließ das ausgewählte Grundstück es nicht zu, ebenfalls eine langgezogene Halle wie im Hyde Park zu errichten, stattdessen basierte der New Yorker Crystal Palace auf einem Grundriss, der einem griechischen Kreuz entsprach. Auf dem Schnittpunkt der beiden Achsen wurde dann noch ein spektakulärer Glasdom aufgesetzt.

    New York Exhibition Building, ca 1852, from the collection of the museum of the city of New York


    Das Gebäude wurde dann - wie der Name es verrät - vornehmlich aus Glas und Stahl errichtet. Die Länge einer Achse betrug 111 Meter, die Breite 45 Meter. 

    Sixth Avenue and Bryant Park, Crystal Palace under construction, from the collection of the museum of the city of New York


    Crystal Palace under construction, from Croton Reservoir, from the collection of the museum of the city of New York


    Nach Fertigstellung wurde der New Yorker Kristallpalast bzw. die darin befindliche Industrieausstellung am 14. Juli 1853 vom damaligen amerikanischen Präsidenten Franklin Pierce eröffnet. 



    Ich mag ja gerne diese alten vergilbten und angedreckten Zeitdokumente....

    The New York Crystal Palace and the Latting Observatory, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York

    ... aber selbstverständlich gibt es aus der kurzen Existenz des Crystal Palace auch noch ein paar besser erhaltene Abbildungen. Diese hier scheint sehr beliebt zu sein, sie taucht häufiger auf: 




    New York Crystal Palace for the Exhibition of the Industry of All Nations, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Dazu gibt es noch eine Reihe von Varianten, die sich aber im Grundsatz alle ähneln. Was auch auffällt: der Crystal Palace stand zu einer Zeit in New York, als mit Pferdekraft gezogene Fuhrwerke noch den gesamten innerstädtischen Personen- und Warentransport abdeckten. 

    New York Crystal Palace, ca 1854, from the collection of the museum of the city of New York


    The New York Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Crystal Palace New York, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    The American Crystal Palace of New York, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    The Crystal Palace in New York, ca 1855, from the collection of the museum of the city of New York


    New York Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    The New York Crystal Palace, ca 1853, from the collection of the museum of the city of New York

    Natürlich gibt es diverse Innenansichten aus dem Crystal Palace. Die meines Erachtens wichtigste will ich mal vorwegnehmen. Wichtig im Sinne von "Wichtig für die Stadt New York" war diese Veranstaltung, die 1854 im Crystal Palace stattfand: 



    Dort führte Elisha Otis dem erstaunten Publikum seinen im Jahr zuvor erfundenen Sicherheitsaufzug vor, indem er das Seil, dass die Plattform, auf der er stand, durchtrennen ließ und so einen realistischen Aufzugabsturz simulierte. Der Fall der Plattform wurde nach kurzer Zeit durch das neue Sicherheitssystem abgefangen und weder der Erfinder auf der Plattform noch die Besucher darunter kamen zu schaden. Diese Erfindung war eine der Grundlagen für den einige Jahrzehnte später einsetzenden Hochhäuserbau, der New York City nachhaltig verändern sollte. 

    An Interior View of the Crystal Palace, 1853, from the collection of the museum of the city of New York


    Crystal Palace Interior, ca 1855,  from the collection of the museum of the city of New York




























    Diese Panorama-Ansichten aus dem Inneren des Crystal Palace....









    ... kann man hier im Rahmen eines virtuellen Rundgangs durch den Crystal Palace besichtigen:



    Wie ich bereits oben erwähnt hatte, war auf dem Straßenblock nördlich vom Crystal Palace als Teil des Ausstellungsgeländes noch ein hauptsächlich hölzerner Aussichtsturm errichtet worden, Latting Observatory genannt. Links die 42nd Street und ganz links der Aussichtsturm, im Vordergrund die 6th Avenue.  

    The Crystal Palace, ca 1853,  from the collection of the museum of the city of New York


    Dieser Turm wirft die Listen mit den höchsten Bauwerken in New York etwas durcheinander, weil er eigentlich Berücksichtigung verdient hat, aber aufgrund seiner kurzen Lebensdauer häufig übersehen wird. Mit 96 Metern Höhe überragte er für die Dauer seiner Existenz die 88 Meter hohe Trinity Church und war somit von 1853 bis 1856 das höchste Bauwerk in New York. 

    Er verfügte über drei Aussichtsplattformen auf unterschiedlichen Höhen, eine Idee, die Jahre später bei der Errichtung des Eiffelturms in Paris Inspiration lieferte. Man konnte von dort aus bis nach Queens, Staten Island und New Jersey schauen, ein Fernblick über 40 bis 60 Meilen war in Abhängigkeit von der Witterung möglich. 

    Latting Observatory near 6th Avenue and between 42nd and 43rd Street, New York, ca 1853,  from the collection of the museum of the city of New York

    In der Vergangenheit habe ich schon einige Male dieses faszinierende Panorama präsentiert, welches 1855 auf der Aussichtsplattform des Latting Observatory entstanden ist: 

     New from Latting Observatory, 1855, from the collection of the museum of the city of New York


    Ein wenig freundlicher sieht es allerdings in Farbe aus: 



    Zu Füßen des Betrachters sieht man links das Croton Reservoir und rechts den Crystal Palace. Die Fifth Avenue ist zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich spärlich bebaut, dass sollte sich aber - wie wir wissen - in den kommenden Jahrzehnten schlagartig ändern. Ein großartiges Panorama von einem in dieser Form schon lange nicht mehr existentem New York. 

    Dem Latting Observatory waren leider nur 3 Jahre Existenz vergönnt, dann brannte er 1856 ab und die Trinity Church war wieder das höchste Bauwerk in der Stadt. Bis die Pfeiler der Brooklyn Bridge in den 1870ern kamen bzw. das World Building 1890. Die spektakuläre Aussicht war jedenfalls zunächst einmal dahin.



    Das veränderte Aussehen des Turms gegenüber den Abbildungen oben ist darauf zurückzuführen, dass 1855 die Spitze des Turms abgenommen wurde. Das Feuer ereignete sich am 31.08.1856 und begann nachts um ein Uhr. Durch das Feuer wurde zum Glück niemand verletzt oder gar getötet, aber 12 Gebäude wurden das Feuer zerstört und einige Familien obdachlos. Die Befürchtung, dass der brennende Turm in den Kristallpalast stürzen könnte, hatte sich am Ende nicht bewahrheitet. Rechts im Bild sieht man die Kuppel des Crystal Palace aus dem Rauch herausschauen.

    Und der Brand des Latting Observatory sollte nicht das letzte Großfeuer in dieser Umgebung bleiben. Schon zwei Jahre später was es der Crystal Palace, der am Dienstag, den 5. Oktober 1858 lichterloh in Flammen stand und innerhalb von 25 Minuten völlig zerstört wurde. 

    The Destruction by Fire of the New York Crystal Palace, ca 1858, from the collection of the museum of the city of New York


    Burning of the New York Crystal Palace, on Tuesday Oct 5th 1858, ca 1858, from the collection of the museum of the city of New York


    Burning of the New York Crystal Palace, 1858, from the collection of the museum of the city of New York








    Zum Glück waren auch bei dieser Brandkastastrophe keine Menschenleben zu beklagen. Der materielle Schaden war aber natürlich groß. Am 06. Oktober konnte der Zeichner nur noch ein paar kümmerliche Überreste festhalten, die bei der Brunst stehen geblieben waren:







    Weder der Aussichtsturm noch der Kristallpalast wurden wieder aufgebaut. Auf der Karte von 1879 sind keine Hinweise mehr auf die gut 20 Jahre zuvor verschwundenen Bauwerke vorhanden, die freie Fläche neben dem Croton Reservoir heißt wieder Reservoir Square



    In der Karte von 1891 ist dann bereits aus dem Reservoir Square der heute noch vorhandene "Bryant Park" geworden. 



    Und 1899 schließlich wird das Nachbargrundstück für die in naher Zukunft zu errichtende Öffentliche Biobliothek von New York (NYPL) freigehalten. 







    In der Zwischenzeit gibt es auch einen umfangreichen und informativen Beitrag zur Planung, zum Bau und zu architektonischen Details in der deutschsprachigen Wikipedia: 




    weitere Wiki-Links: 




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  • 01/28/18--10:34: Columbus Circle - Teil 7


  • Hier ist die siebte Folge der Mini-Serie über den Columbus Circle in New York, in der wir uns näher mit den 1960ern und 1970ern befassen werden. 

    Hier findest Du die bisherigen Folgen: 


    Auch für diese Folge gilt: da die beiden großen Bildarchive mit historischem Fotomaterial wenig bis gar nichts aus den 1960ern und 1970ern enthalten, ist es notwendig, auch für diese Folge vornehmlich auf die Ergebnisse aus regulären Suchmaschinen zurückzugreifen, was nicht immer einfach ist, weil man eben auch viel ungefragtes Material präsentiert bekommt. Ich meine, Google wäre früher schon mal präziser gewesen bei den Suchergebnissen.

    Bevor wir in die 1960er einsteigen, möchte ich noch zweimal in die Vergangenheit zurückblicken mit Suchergebnissen, die ich während der Erstellung der Folgen über die jeweiligen Jahrzehnte nicht verfügbar hatte. 



    Hier sehen wir das "Circle Building" in voller Pracht, jenes Gebäude, das eigentlich ab Mitte der 1910er den Norden des Columbus Circles an der Südwestecke des Central Parks schmücken sollte. Eigentlich, denn wie wir wissen, ist dieses Gebäude nicht über die ersten zwei Stockwerke hinausgekommen und fiel im Ergebnis letztendlich auch schlichter aus als jenes Hochhaus oben auf der Fotomontage, das die geplante Ansicht simulierte. 



    Allerdings - und das war mir bisher neu - entspricht die Basis des realisierten Gebäudes wahrscheinlich in großen Teilen der Basis jenes geplanten Hochhauses, wie man hier insbesondere am Eingangsbereich sehen kann: 





    Wäre das American Circle Building tatsächlich wie geplant vollständig errichtet worden, hätte es vermutlich dem etwa zur gleichen Zeit entstandenen Woolworth Building geähnelt, auch hier hätte man im Eingangsbereich den Eindruck gehabt, sich möglicherweise nicht in einem Hochhaus, sondern in einer gothischen Kathedrale zu befinden: 








    Während der letzten Folgen haben wir aber erfahren, dass am Norden des Columbus Circles ab 1915 keine gothische Kathedrale entstanden ist...



    ... sondern ein flaches Gebäude, das in den folgenden Jahrzehnten vor allem dazu diente, überdimensionale Coca-Cola-Leuchtreklamen zu tragen wie hier auf der berühmten Photographie von Berenice Abbott aus dem Jahr 1936: 



    Der zweite Ausreißer in die Vergangenheit ist dieses Gemälde, dass der Maler Colin Campbell Cooper 1923 fertiggestellt hat und das den historischen Columbus Circle in Farbe zeigt, allerdings in einem Stadium, wie man es früher als Mitte der 1920er erlebt hat, ich würde da eher Anfang des 20. Jahrhunderts vermuten: 



    Ok - kehren wir nun zum Ende der letzten Folge zurück. Dort hatten wir erlebt, wie man 1954 die gesamte Westseite des Columbus Circles abgerissen hat (also den Teil, auf den man auf dem zuvor gezeigten Gemälde blickt), um dort straßenblockübergreifend das "New York Coliseum" zu errichten. Ich habe mir erlaubt, weitere Außen- und auch Innenansichten aus diesem Monumentalgebäude zu suchen:



























    Philipp Trager, Columbus Circle, ca 1977, from the collection of the museum of the city of New York


    Edmund Vincent Gillon, New York Coliseum, 10 Columbus Circle, ca 1975, from the collection of the museum of the city of New York


    Und zum Abschluss noch Bilder von einer Autoausstellung, die 1973 im NY Coliseum stattfand:












    Wenden wir uns nun dem Süden des Columbus Circles zu, wo sich die nächste massive Veränderung ankündigte. Wir erinnern uns: auf dem kleinen Inselgrundstück zwischen Broadway (links), 8th Avenue (rechts), 58th Street (dahinter) und 59th Street / Columbus Circle (davor) stand seit 1874 ein kleines Hotel, das im Laufe der Jahrzehnte vielfach den Namen geändert hat, aber immer den Veränderungen trotzten konnte. Bis in die späten 1950er hinein...



    Besagtes Gebäude befindet sich auf dem Foto oben unter der überdimensionalen CHEVROLET-Reklame. Die Fenster sind bereits zugeklebt, alles deutet darauf hin, dass diesem Gebäude bald die letzte Stunde schlagen würde. Der Abriss erfolgte im Laufe des Jahres 1960.

    In den frühen 1960ern entstand dann auf diesem Grundstück ein Neubau, der unter den Namen "2 Columbus Circle" bzw. "Museum of Arts and Design" bekannt ist. Solltet Ihr mal vom "Lollipop Building" am Columbus Circle hören - auch damit ist dieses Gebäude gemeint.

    Auf dieser Aufnahme von 1962 sieht man das 2 Columbus Circle während der Bauphase:



    Die Fertigstellung und Eröffnung erfolgte im Jahr 1964:









    Warum die Kunstgalerie auch "Lollipop Building" genannt wurde, erschließt sich schnell, wenn man einen genaueren Blick auf die Basis des Gebäudes wirft:



    Einen Blick ins Innere sollte ebenfalls drin sein:

    http://www.nyc-architecture.com/MID/MID095.htm


    https://www.archdaily.com/476318/ad-classics-2-columbus-circle-edward-durell-stone-and-associates




    http://www.travelandleisure.com/travel-guide/new-york-city/things-to-do/museum-of-arts-and-design


    Links:
    https://en.wikipedia.org/wiki/2_Columbus_Circle
    http://www.nyc-architecture.com/MID/MID095.htm


    Die Errichtung des "2 Columbus Circle" war aber noch nicht die letzte gravierende Veränderung, die der Columbus Circle während der 1960er erlebte.



    Und jetzt schließt sich wieder der Kreis zum Anfang der Folge. Auf dem Grundstück im Norden befand sich seit 1915 das zweistöckige American Circle Building dort, wo einst ein weiteres Hochhaus um Columbus Circle geplant war.



    1966 schlug auch diesem Gebäude die letzte Stunde. Auf dem nachfolgenden Foto aus dem Jahr 1967 sieht man das Grundstück vor den Mayflower Apartments unbebaut wie einst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem die Riding Academy 1902 abgebrannt war:

    Broadway at 60th to 61st Street, 1967, from the collection of the museum of the city of New York


    Und dann war es endlich soweit, dass auf diesem Grundstück doch noch ein Hochhaus errichtet wurde, nämlich das 44stöckige "Gulf and Western Building", das 1969 fertiggestellt wurde. Hier sieht man es links auf einem Photo von 1970:



    Links:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Trump_International_Hotel_and_Tower_(New_York)
    http://www.nyc-architecture.com/UWS/UWS001.htm


    Columbus Circle no date, from the collection of the museum of the city of New York





    1972 - sorry couldn't find the picture source again :-/






    1975 wurden Caroline Kennedy, John Kennedy Jr. und Jackie Onassis am Columbus Circle photographiert, Tochter, Sohn und Ex-Ehefrau von Präsident John F. Kennedy:








    Bereits 1967 fand diese Peace Ralley am Columbus Circle statt, bei der das Ende des Vietnamkriegs gefordert wurde:



     No Draft for Vietnam, End the War in Vietnam, 1967, April 15, from the collection of the museum of the city of New York



    1971 entstanden die nachfolgenden Aufnahmen vom Italian Unity Day am Columbus Circle:









    Zum Abschluss der Folge möchte ich noch einmal auf einen Spielfilm zurückkommen, den ich hier im Blog schon öfter erwähnt habe, auch deshalb, weil er einfach sehr stark mit New York City verhaftet ist.




    Martin Scorsese filmte seinen Filmklassiker "Taxi Driver" im Sommer 1975 in New York City. Einige Aufnahmen entstanden dabei am Columbus Circle.

    Wie zum Beispiel jene, als Travis seine Angebetete Betsy zum ersten Mal ausführt, in ein Cafe am Columbus Circle. Der nannte sich "Charles' Coffee Shop" und befand sich an der Ecke 58th Street und 8th Avenue.





    Ob es Charles Coffee Shop tatsächlich gegeben hat, kann ich nicht sagen, aber in dem Ladenlokal an jener Ecke hat es früher tatsächlich Restaurants gegeben.


    Die Aufnahme von 1974 zeigt das Restaurant CHILDS PANCAKE HOUSE, das sich ein Jahr vor den Dreharbeiten im Erdgeschoss des Eckgebäudes befand. Es wäre durchaus denkbar, dass dieses Restaurant auch die Realkulisse im Film lieferte. Man muss nur mal den Eingang auf dem Foto mit dem im Film vergleichen:




    Später im Jahr 1985 wurden in dem Ladenlokal das "SNOW WHITE RESTAURANT" photographiert. Im Hintergrund rechts erkennt man das New York Coliseum.



    Der Blick mit dem Street View in die Gegenwart zeigt, dass das Gebäude inzwischen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Es befindet sich auch kein Cafe oder Restaurant mehr an dieser Straßenecke:

    google street view


    Hier ist die Szene in Charles' Coffee Shop aus dem Film, leider unvollständig, der Anfang fehlt:





    Hier kann man die vollständige Szene besichtigen, allerdings in einer synchronisierten Fassung, vermutlich spanisch:






    Später im Film kehren die zwei - allerdings getrennt - nochmal an den Columbus Circle zurück. Travis trägt inzwischen eine ungewöhnliche Frisur, Betsy begleitet Senator Palantine bei einem Wahlkampfauftritt am Fuße des Maine Monuments.




    Gegen Ende der Sequenz hat Travis die Aufmerksamkeit der Sicherheitsleute auf sich gezogen und flieht in nordwestliche Richtung. Dort kommt er am "Gulf and Western Building" vorbei, das zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ca. 5-6 Jahre auf dem Grundstück zwischen Broadway und Central Park West stand und von dem man einen kleinen Teil der Gebäudebasis rechts oben im Bild sieht. Links oben sind die Gebäude oberhalb der 60th Street und am Broadway, das New York Coliseum befindet sich außerhalb des linken Bildrands.



    Hier besagte Szene zum Ansehen:














    Das Gebäude, in dem sich das Cafe an der Ecke 8th Avenue / 58th Street befand, ist übrigens dieses hier, leider kann man das Erdgeschoss nicht erkennen:



    - FORTSETZUNG FOLGT - 




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    Die Lower Manhattan Saga ist eine Langzeitserie hier im Blog, die ziemlich genau 6 Jahren im Januar 2012 gestartet wurde und sich - wie der Name es verrät - schwerpunktmäßig mit der Geschichte Südmanhattans befasst.

    Die bisherigen Folgen kannst Du hier finden: 


    1. Singer Building in Farbe

    Ich bin am letzten Wochenende auf diese Farbaufnahme des Singer Buildings gestoßen, die im Juni 1965 entstanden sein soll:



    Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich sie vielleicht schon mal zu einem früheren Zeitpunkt hier präsentiert habe, aber ein Gebäude wie das Singer Building hat es durchaus verdient, auch öfter an dieser Stelle Aufmerksamkeit eingeräumt zu bekommen. 

    Die Auflösung des Photos ist so hoch, dass man sich zumindest da, wo das Grünzeug nicht im Weg hängt, schön ein paar Details dieses Hochhausklassikers betrachten kann.








    2. Colin Campbell Cooper - "Rush Hour" (ca. 1900)




    Über den amerikanischen Maler Colin Campbell Cooper und seine Kunstwerke habe ich 2011 schon mal einen zweiteiligen Beitrag verfasst. Dieses Gemälde war mir damals aber nicht bei der Bildrecherche in die Finger geraten, sonst wäre ich da sicherlich intensiver drauf eingegangen. 


    Das Gemälde zeigt die Newspaper Row am City Hall Park vom Norden her gesehen und entstand etwa zur Zeit des Übergangs vom 19. in das 20. Jahrhundert. Das 1899 fertiggestellte Park Row Building mit den zwei kleinen Türmen als Merkmal, damals das höchste Gebäude in New York und auf der Welt, kann man rechts im Hintergrund erkennen. 



    Davor sieht man eine Straßenschlucht zwischen zwei historischen Hochhäusern, die ebenfalls noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. 



    Diese wird im Prinzip aus drei hier sichtbaren Gebäuden gebildet: Etwas unauffällig im Hintergrund und mit einer rötlcihen Fassade das Potter Building (P), davor das damalige Hauptquartier der New York Times (T), die wenige Jahre später an den heutigen Times Square umzog. Und auf der andere Straßenseite der Nassau Street das American Tract Society Building (A) mit dem markanten Giebeldach. Dahinter noch so gerade zu erkennen, aber ziemlich unscheinbar das Morse Building




    Davor wiederum zwei Gebäudeklassiker, die einst Hauptquartiere von bedeutenden New Yorker Tageszeitungen waren: 




    Das Tribune Building (TR) in der ursprünglicheren Version, wenige Jahre später wurde es um einige Stockwerke erhöht, um von der Größe an die Gebäude der New York Times und der New York World aufzuschließen. Dabei wurde der markante Spitzturm auch um ein paar Stockwerke höher gelegt. Daneben das kleine Gebäude der New York Sun, die sich nie an dem Wettrüsten der anderen Tageszeitungen beteiligte, sondern schön bescheiden an der Südostecke der Mündung Frankfort Street / Park Row stehen blieb und das für viele Jahrzehnte.



    Und schließlich haben wir hier noch das World Building / Pulitzer Building mit prachtvollerer Fassade zum City Hall Park hin und mit schlichterer Fassade nach Norden bzw. Osten:



    Was etwas überrascht, ist die Farbe der Kuppel des World Buildings. Nein - eigentlich nicht, denn auf zeitgenössischen Postkarten ist die Kuppel ebenfalls golden. 


    Irving Underhill, Municipal Building, Newspaper Row and City Hall Park, 1912, from the collections of the museum of the city of New York


    Auf späten Farbphotographien des Gebäudes erscheint sie dann allerdings patinafarben, was den Eindruck des Gebäudes in Farbe nachhältig geprägt hat: 



    Zuletzt sieht man im Vordergrund links noch den Aufgang zu einer Hochbahnstation. Dabei dürfte es sich um die City Hall Station auf dem Nebenast der Third Avenue Elevated Railway handeln, der dem Verlauf der Park Row folgte und am Chatham Square in die Hauptlinie der 3rd Ave El einmündete. Das Menschengetümmel, dass dieses Bauwerk zwangsläufig anzieht, dürfte auch für den Bildtitel "Rush Hour" mit verantwortlich sein:



    Im Vordergrund kann man außerdem noch vier U-Bahn-Zugänge erkennen, sogenannte Kioske, die zur berühmten City Hall Station gehörten, der prachtvollsten unter den Stationen entlang der ersten U-Bahn-Linie von New York aus dem Jahr 1904.


    3. Tribune Building

    An das Tribune Building in seiner späteren Erscheinungsform mit zusätzlichen Stockwerken erinnern diese beiden Photographien:





    Jew, der mich in der letzten Zeit häufiger mal mit Fotos versorgt hat, hat die folgenden beiden Aufnahmen des späten Tribune Buildings geschickt, die ich bisher meines Wissens ebenfalls noch nicht kannte.

    Diese Aufnahme des Tribune Buildings aus den 1950ern und aus nördlicher Richtung aufgenommen nach dem Abriss des World Buildings zeigt sehr schön, dass das vom City Hall Park aus sehr massiv aussehende Hochhaus gar nicht so massiv war. 



    Tatsächlich handelte es sich bei dem klotzig aussehenden Gebäudeteil an der Park Row auch nur um einen schmalen Flügel, mit einem halboffenen Innenhof dahinter:



    Etwas leichter nachzuvollziehen ist das sicherlich, wenn man zusätzlich den etwas unregelmäßigen Grundriss des Tribune Buildings nach mehreren Erweitungs- und Anbauten im Laufe der Jahrzehnte seit 1875 vor Augen hat, wie zum Beispiel hier auf der betreffenden Karte des Bromley Stadtatlas von 1911:



    Diese Aufnahme der Photographin Carole Teller zeigt das Tribune Building zu einem sehr späten Zeitpunkt, möglicherweise kurz vor dem Abriss im Jahr 1966. Ich meine, schon ein Auffangnetz aus Draht zu erkennen, das an den unteren Stockwerken angebracht ist:



    4. The End of the World Building

    Jew hat mir auch die nächsten zwei Aufnahmen geschickt, die das World Building im Jahr 1955 zeigen. Zuerst eine schöne Panoramaaufnahme aus dem Jahr 1955, die Lower Manhattan vom Osten her von Brooklyn aus fotografiert zeigt:



    Das World Building sieht man dort am rechten Bildrand, im Jahr seines Abrisses. Links daneben kann man auch das spitze Türmchen des Tribune Buildings erkennen.



    Sehr interessant ist auch die folgende Aufnahme, die am 12.05.1955 auf der Hochbahnstation am Chatham Square entstanden ist:




    Schauen wir uns den Bildausschnitt rechts oben mal etwas genauer an:




    Keine Frage, das große Gebäude mit der hellen Fassade rechts ist das Municipal Building, das die Stadtverwaltung von New York City beherbergt. Aber welches von den Gebäuden in der Bildmitte ist das World Building?

    Ich erinnere mich, dass es bei Shorpy eine ähnliche Aufnahme von der Chatham Square Station in südliche Richtung aus den 1910ern gibt, die vielleicht dank der höheren Auflösung ein wenig Orientierung geben kann, auch wenn der Standort des Photographen damals ein anderer war:



    Hier ziehen wir auch mal einen ähnlichen Bildausschnitt wie oben. Rechts oben am Rand wieder die Fassade des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellten Municipal Buildings.



    Links im Hintergrund sieht man den markanten Turm des Singer Buildings (S) und in der Bildmitte das spitze Türmchen des Tribune Buildings (T) und die Kuppel inklusive Fahne oben auf dem World Building (W).



    Der hintere östliche Teil des World Buildings scheint von einem Gebäude verdeckt zu sein, das nördlich irgendwo zwischen City Hall Park und Chatham Square steht. Schauen wir uns im direkten Vergleich das weniger gut aufgelöste Bild vom Mai 1955 an. Dank der ähnlichen Perspektive kann man auch hier Singer Building, Tribune Building und World Building ohne große Probleme zuordnen, auch wenn hier leider nur Schemen zu erkennen sind.



    Man könnte, man möchte sich einbilden, dass am Dom schon Spuren der Abrissarbeiten zu sehen sind, denn ganz rund sieht er irgendwie nicht mehr aus. Vielleicht ist dieses aber auch einfach nur der geringen Auflösung des Photos geschuldet. Ich habe mal versucht, eine zweite Version des Photos aufzutreiben und bei Pinterest noch eines gefunden, leider nicht in einer besseren Auflösung, aber dieses Mal nur mit einem Fahrgast auf dem Bahnsteig. Es sieht glatt so aus, als ob bei der Photographie oben der Mann mit dem Rücken zur Kamera erst später eingefügt worden ist.





    Bei der Suche nach einer Alternativversion bin ich bei Gettyimages noch auf ein weiteres Bahnsteig-Photo von der Chatham Square Station gestoßen, die ebenfalls 1955 aufgenommen worden sein soll:



    Dort sieht man den Dom des World Buildings noch ohne sichtbare Abrisspuren:



    Oben habe ich es schon einmal angesprochen, die Farbe der Kuppel des World Buildings und auch Jew war die Veränderung aufgefallen. Es sieht so aus, dass die Kuppel ursprünglich goldfarben erschien, wie auf dem Gemälde von Colin Campbell Cooper von der Jahrhundertwende, als das Gebäude ungefähr 10 Jahre alt war.



    Irgendwann danach hat sich die Dachfarbe von goldfarben zu patinafarben geändert. Ob das durch einen natürlichen Korrisionsvorgang geschehen ist wie bei Kupferdächern oder ob das durch einen Anstrich bewusst herbeigeführt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Jew hat hierzu noch einige Bilder zusammengetragen, die allerdings nicht alle Farbbilder sind. Die teilweise zu beobachtenden Schwankungen zwischen gold und grün könnten darauf zurückzuführen sein, dass beim Colorieren der frühen Schwarzweißbilder "künstlerische Freiheit" eine Rolle gespielt haben könnte.















    Ich habe mal unter "Patina" recherchiert und erfahren, dass die auch bei Bronze auftreten kann. Ist ja auch kein Wunder, in Bronze ist ja Kupfer drin. Ich vermute mal, dass die Kuppel ursprünglich 1890 mit einer Art Goldbronze gestrichen oder gedeckt wurde, die aus der Entfernung den Eindruck einer goldenen Kuppel erweckte. Und das diese Goldbronze im Laufe der Zeit, so nach 15-20 Jahren in Patinagrün umschlug.


    5. John Wolfe Building

    Eines der schönsten Exemplare unter den frühen Wolkenkratzern aus dem 19. Jahrhundert ist sicherlich das John Wolfe Building von 1895, errichtet mit der Front zur Williams Street mit der Maiden Lane und der Liberty Street als sonstige Begrenzungen.



    Um den Detailreichtum an der Fassade richtig schätzen zu können, hier nochmal ein anderes Photo mit höherer Auflösung und der Möglichkeit zur digitalen Annäherung:

















    Leider ist das John Wolfe Building beinahe ausschließlich in den Anfangsjahren photographiert worden. Oder zumindest sind nur aus den frühen Jahren Aufnahmen verfügbar. Später war die Umgebung des John Wolfe Buildings so dicht und so hoch und so eng bebaut, dass keiner mehr auf die Idee gekommen ist, für diesen schwer ablichtbaren Klassiker Photomaterial zu verbrauchen.

    Das Problem wird vielleicht deutlich, wenn man sich dieses Video mit Filmmaterial aus den 1960ern ansieht, bei dem das schwer photographierbare Gebäude mal nebenbei gestreift wird.





    Das John Wolfe Building schiebt sich ungefähr ab Minute 1:00 min ins Bild, leider nur sehr schattenhaft und schemenhaft, eher zu erahnen als zu erkennen. Es ist wirklich sehr schade, dass bisher kein besseres spätes Film- oder Bildmaterial zur Verfügung steht.






    Und damit endet die 44. Folge der Lower Manhattan Saga.

    Wenn Du Dir weitere Folgen der Serie ansehen oder einfach nur erfahren möchtest, wie der Blog früher einmal aussah, bevor er das heutige Erscheinungsbild erhalten hat, dann folge diesem Link:
    http://nygeschichterucksack.blogspot.de/2012/02/lower-manhattan-journey-through-time.html




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  • 02/03/18--12:57: Comparing Old and New


  • Zeit für eine neue Folge der Serie, die Bilder aus den 1970ern (oder 1980ern wie in dieser Folge) mit der Gegenwart vergleicht. Den Stoff hat wieder die Facebook-Seite Dirty Old 1970s New York geliefert. 

    Über den markanten Gebäudekomplex oben habe ich vor langer Zeit schon einmal geschrieben. Dabei handelt es sich um die ehemalige Krebsklinik von New York, das "Cancer Hospital". Der Beitrag ist aber auch schon vor langer Zeit veröffentlicht worden, so dass man das Thema an dieser Stelle durchaus nochmal aufwärmen kann. 


    Das Foto oben wurde 1983 von Robert Mulero aufgenommen und zeigt die Südwestecke der Straßenmündung 106th Street in die Central Park West. Dazu müssen wir auf der Westseite des Central Parks weit weit hinauf, fast bis zur Nordwestecke.

    google maps




    Wie man sieht, handelt es sich bei dem ehemaligen Cancer Hospital mal nicht um eines von den vielen Lost Buildings, sie steht nach wie vor an der Südwestecke der Mündung 106th Street / Central Park West: 



    Und deshalb fällt es jetzt auch nicht allzu schwer, das 1983er-Foto mit dem Google Street View nachzustellen. 

    google street view


    Links geht die Central Park West nach Süden und auch Richtung Columbus Circle, nach Passieren des Kreisels wird sie dann zur Eigth Avenue. Und rechts führt die 106th Street in westliche Richtung zum Ufer des Hudson Rivers hinunter. 

    Ein bisschen was verändert hat sich augenscheinlich aber schon zwischen 1983 und 2017 in dieser Gegend und damit meine ich nicht nur das Hochhaus, das hinter dem Cancer Hospital erschienen ist. 




    Das Gebäude wurde ab 1884 erbaut und 1887 eröffnet. Es wurde bis in die Mitte der 1950er hinein als Spezialklinik für die Behandlung von Krebserkrankungen genutzt, dann zog das Cancer Hospital in ein moderneres Gebäude um. 

    In den folgenden zwanzig Jahren war in dem Gebäude eine Altenpflege-Einrichtung untergebracht, die wegen erheblichen Unzulänglichkeiten traurige Berühmtheit erlangte und 1974 geschlossen wurde. 

    Danach war es fast 3 Jahrzehnte lang ungenutzt und -bewohnt, aber seit 1976 unter Denkmalschutz, weshalb es nicht abgerissen wurde. Ab dem Jahr 2000 erfolgte eine massive Renovierung, heute befinden sich in dem Gemäuer Luxusapartments.

    Zum Abschluss zwei Fotos aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, als das Gebäude noch als Spezialklinik für Krebserkrankungen genutzt wurde:

    106th Street and Central Park West - General Memorial Hospital, ca 1917, from the collection of the museum of the city of New York





    Das zweite Bild ist in Schwarz-Weiß und stammt im Gegensatz zum ersten dann tatsächlich mal wieder aus den schmutzigen Siebzigern: 



    Steve Schwartz hat es 1972 gar nicht so weit entfernt vom letzten Standort aufgenommen. Um genau zu sein, nur ein paar Blöcke südwestlich an der Hausnummer 101 West 96th Street.

    Ein paar von den Bloglesern wird es sicherlich freuen, links im Bild Hinweise auf eine Dachdeckerfirma mit mutmaßlich deutscher Abstammung zu entdecken: HARRY REICH, ROOFING COmpany:




    Die Wäscherei im Nachbarhaus rechts gibt Rätsel auf. Ist der Inhaber vielleicht ein Vietnamese? Oder ein Jude? Oder ein vietnamesischer Jude oder ein jüdischer Vietnamese? Nun ja, in New York City ist vieles möglich. 




    Standort 1 an der 106th Street habe ich nochmal in Gelb reingemalt, der neue Standort an der 96th Street ist mit einem roten Picker markiert:



    Wir befinden uns offenbar einen Block weiter westlich an der Kreuzung Columbus Avenue / 96th Street. Oh je, bei den vielen Neubauten rund um die Kreuzung habe ich keine allzu große Hoffnung, dass wir noch etwas von den Gebäuden wiedersehen, die dort 1972 fotografiert wurden.



    Richtig geunkt: das hier ist das aktuelle Haus an der Hausnummer 101 West 96th Street: 



    Also sind die Gebäude auf dem 1972er-Foto in die Kategorie Lost Buildings einzustufen:





    Wichtige Merkmale für die Wiedererkennung dieser Gebäude auf historischen Fotos sind die zwei dreieckigen Ornamente, einmal links oben über dem Fenster und einmal rechts über dem Eingang.



    Und jetzt schaut Euch mal dieses Foto aus dem Jahr 1929 an, das die Columbus Avenue an besagter Kreuzung zeigt: 




    Wenn man sich die Gebäude am rechten Bildrand ansieht, kann man beide Ornamente wiederfinden: 



    Besser noch gelingt das auf dieser Aufnahme von 1931, weil da kein blöder Lieferwagen im Bild steht. 





    Und schließlich rundet noch diese Aufnahme von 1940 das Gesamtbild ab, auch wenn da jemand ein Reklameschild über das Dreieck links oben gehängt hat.





    Nachdem wir nun doch noch einen Eindruck vom Schauplatz des 1972er-Photos erhalten haben, schlage ich vor, den nächsten Schauplatz aufzusuchen:



    Robert Mulero hat dieses Photo 1978 ziemlich im Süden von Manhattan an der Mündung der Little West 12 Street in die Gansevoort Street aufgenommen. Der Aufnahmeort befindet sich nahe dem südlichen Endpunkt des Highline Parks im West Village, die Gansevoort Street deutet dieses ja schon an.





    Die Aufnahme ist jedenfalls irgendwo dort entstanden, wo Little West 12th Street und Gansevoort Street einander treffen.



    Ich gehe dieses Mal den Weg über die Vergangenheit, um die Gebäude auszumachen. Die nachfolgenden zwei Fotos wurden 1930 und 1937 von der Hudson Street aus nach Westen hin die Gansevoort Street hinunter geschossen. Das bzw. die fraglichen Gebäude sieht man links im Bild.





    Schenkt man der Bildbeschreibung Glauben, dann dürfte es sich bei dem Gebäude(komplex), der links im Foto unvollständig abgebildet wurde, um das "Trio Building" handeln.



    Auffällig ist bei diesem Gebäude jenes optische Merkmal in der Fassadengestaltung, bei dem die Fenster jeweils auf der Hälfte durch ein helles Mauerband geteilt werden. Dieses sieht man sowohl auf den Aufnahmen aus den 1930ern als auch auf dem Ausgangsfoto:



    Passende Häuser mit einer entsprechenden Fassadengestaltung habe ich in dem Umfeld der Bildbeschreibung erst etwas weiter im Osten entdeckt, jenseits der Hudson Street zwischen Gansevoort Street und West 13th Street.






    Ok - es wäre eine Möglichkeit denkbar, wie das Foto seinerzeit 1978 entstanden sein könnte. Ich starte mal mit dem Street View auf der 9th Avenue mit Blick in östliche Richtung, dorthin, wo Little West 12th Street und Gansevoort Street in einem Dreieck zusammenstoßen.



    Das Schild an der wunderschönen alten Laterne auf dem Ausgangsfoto verrät, dass dort, wo der Fotograf in etwa gestanden hat, auch jener Mündungspunkt gewesen sein muss, wo die Little West 12th Street auf die Gansevoort Street trifft, weil sonst würde das Straßenschild an der Laterne keinen Sinn machen.



    Heute ist die Little West 12th Street im Mündungsbereich schon länger verkehrsberuhigt, wie es aussieht, aber eine Laterne steht dort immer noch, leider nicht mehr jene schöne, die 1978 photographiert wurde.



    Jenes leere Grundstück hinter dem Zaun, über das hinweg seinerzeit das Trio Building photographiert wurde, wurde in den vergangenen 40 Jahren zumindest wieder einer Nutzung zugeführt.

    Dennoch kann man an der Laterne vorbei einigermaßen auf das Trio Building blicken und man kann sich vorstellen, dass das in etwa auch der Blick ist, den der Photograph damals gewählt hat.





    Das nächste Foto ist gerade erst frisch vor drei Stunden veröffentlicht worden und führt in das Jahr 1985, ich finde es aber so attraktiv, dass ich auch hier nicht widerstehen konnte.



    Geoffrey Hiller hat es - wie gesagt - 1985 aufgenommen und zwar im Norden von Manhattan und zwar dort, wo sich St. Nicholas Avenue und 111th Street treffen, Blickrichtung nach Osten.

    Auch dieses Mal müssen wir wieder zum Norden des Central Parks hinauf, allerdings dieses Mal etwas weiter nach Osten, als beim Cancer Hospital.




    Ich muss noch mal drehen, um nachzuvollziehen, wie das Bild entstanden ist, nämlich so, dass man den Blick in die östliche Richtung sehen kann:






    Das Gebäude mit der blau gestrichenen Basis, das mindestens über zwei Stockwerke verfügte, steht heute nicht mehr und wurde durch einen einstöckigen und straßenblockfüllenden Neubau ersetzt, das erkerreiche Apartmenthaus im Hintergrund ist dageben erhalten geblieben.






    1941 wurden das Apartmenthaus und die 111th Street in östliche Richtung photographiert:



    Und auch von dem Gebäude auf dem dreieckigen Straßenblock an der St. Nicholas Avenue ist ein Photo aus dem Jahr 1941 erhalten:



    Es wäre durchaus denkbar, dass dieses dasselbe Gebäude ist, das auf dem 1985er-Photo mit blau gestrichener Basis abgebildet wurde.

    Das letzte Foto für heute stammt ebenfalls aus dem Jahr 1985:


    Stephen F. Harmon hat dieses Bild am Treffpunkt von 80th Street und Broadway westlich des Central Parks aufgenommen. Wir befinden uns noch ein paar Blöcke westlich vom Naturkundemuseum:



    Laut Bildbeschreibung blickte der Photograph bei dieser Aufnahme nach Osten, also in Richtung Central Park.







    Die Gegenüberstellung fällt hier nicht schwer:




    Ein historisches Foto von dem Gebäude an der Ecke, das der Bildbeschreibung nach das erste Hochhaus an der 80th Street war, habe ich auch noch auftreiben können, vom Juni 1920:

    Looking north from 79th Street, Woods store is the first tall building on 80th Street at right, June 1, 1920, 
    from the collection of the museum of the city of New York


    Und damit soll diese Folge von Comparing Old and New dann auch mal enden.





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  • 02/03/18--13:07: Article 3
  • Die letzten drei Beiträge, die am vergangenen Wochenende und im Laufe dieser Woche in diesem Blog gepostet wurden, waren folgende: 


    Columbus Circle - Teil 7


    Lower Manhattan - A journey through time and space - Part 44


    Comparing Old and New




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    Regulating and Grading 8th Avenue, 1875, from the collections of the museum of the city of New York


    Wenn man sich in New York aufhält oder die Stadt virtuell besucht so wie hier im Blog, dann ist man immer wieder geneigt, anzunehmen, dass da nie etwas anderes als eine Stadt war, einfach deshalb, weil New York City so sehr das verkörpert, was man unter "Stadt" versteht. 

    Gelegentlich stößt man bei der Bildrecherche auf Bilder, die einem wieder vor Augen führen, dass das nicht so ist und das der Nicht-Stadt-Zustand in vielen Teilen von Manhattan noch gar nicht so lange her ist. 

    Bei der Bildrecherche zum Teilbeitrag über das Cancer Hospital bin ich auf drei Bilder gestoßen, die etwa am Standort des Cancer Hospitals aufgenommen wurden, allerdings schon im Jahr 1875. Damals wurde diese Umgebung an der Nordwestecke des Central Parks auf die langsam aber sicher immer näher rückende Stadt New York vorbereitet. Zunächst einmal, indem die Straßen, die dank des künstlich über die Karte gelegten Straßengitters auf der Insel Manhattan verlaufen sollten, auch tatsächlich in die Landschaft eingearbeitet und befahrbar gemacht wurden, wie hier an der Eigth Avenue, die heute in diesem Abschnitt Central Park West heißt.

    Leider kann ich nicht in die Bilder hineinzoomen, dann wäre es vielleicht möglich gewesen, noch mehr Details auszumachen. So bleibt nur ein verblichener Rückblick auf ein lange verschwundenes New York, das bereits 143 Jahr in der Vergangenheit liegt. 


    Regulating and Grading 8th Avenue, 1875, from the collections of the museum of the city of New York



    Die Perspektive und der Standort des Photographen lassen sich zum Vergleich zwar nicht mehr vollständig rekonstruieren, aber ich habe versucht, jenen Standort, der mit "LOOKING NORTH FROM 106TH STREET" unten auf dem Photo beschrieben ist, über den Google Street View nachzuvollziehen: 

    google street view



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    Ich habe ja in den vergangenen Wochen einen thematischen Schwerpunkt der Berichterstattung hier im Blog bei jenem Kreisverkehr an der Südwestecke des Central Parks in New York gesetzt. Das ist aber nicht der einzige Kreisverkehr, den man rund um den Central Park findet. Bei der Suche nach Bildmaterial von dem Kreisverkehr an der Nordwestecke des Central Parks bin ich dann auf die Hochbahntrasse gestoßen, die einst dort drüber hinwegführte und deren Bilder ich zwar immer mal wieder gesehen habe, aber noch nie in den Mittelpunkt eines Beitrags gerückt habe. Das soll sich jetzt ändern. 

    Um die Bilder räumlich und innerhalb der Karte von Manhattan einordnen zu können, werden uns zunächst einmal mit der Hochbahntrasse beschäftigen, die einst oberhalb der 9th Avenue verlief und ab Ende des Central Parks rüber auf eine Strecke oberhalb der 8th Avenue wechselte. 



    Hier ist mal wieder die Karte von 1904 mit den wichtigsten Linien der damals neu eröffneten Untergrundbahn IRT (rot) und mit den vier Hochbahnlinien (blau), die alle vertikal über die Insel Manhattan führten. Die westliche der vier Linien war die 9th Ave El, die im Süden am Fähranleger South Ferry startete und bis hinauf zur 155th Street fuhr.

    Kenner der Materie wissen bereits, dass die Ninth Avenue El die erste Hochbahnlinie in Manhattan war, gestartet noch als Kabelbahn, wenig später dann aber mit Dampfmaschinen gezogen. 



    Sie startete unten in South Ferry und führte dann im Westen durch den Financial District, durch Tribeca und den Westen von Greenwich Village, bis sie schließlich auf Höhe der 14th Street in den Verlauf der 9th Avenue einschwenkte. 



    Vom Columbus Circle kennen wir das ja bereits: die magische Linie für die Namensgebung ist die 59th Street. Unterhalb der 59th Street heißt die 9th Avenue "9th Avenue", darüber ändert sich der Name in "Columbus Avenue". Dementsprechend verlief die Hochbahntrasse der 9th Ave El westlich vom Central Park oberhalb der Columbus Avenue durch die Upper Westside. 




    Am Ende des Central Parks wurde dann ein kühnes Manöver eingeleitet. Ziel des Manövers war es, die Hochbahntrasse von der Columbus Avenue einen Block weiter östlich zur Eight Avenue zu verlagern. 



    Um dieses Manöver auszuführen, schwenkte die Hochbahn kurz vor der 110th Street in eine mutige 90-Grad-Rechtskurve, um dann einen Block weiter östlich direkt in eine ebenso mutige 90-Grad-Linkskurve zu lenken und in den Verlauf der Eigth Avenue einzuschwenken. 

    Danach folgte die Hochbahntrasse dem Verlauf der 8th Avenue bis hinaus zur 155th Street, danach mündete sie in einen Betriebshof, in dem die Züge wieder für die sich anschließende Fahrt gen Süden umgedreht wurden. 



    Es gibt ja zum Glück noch die umfangreichen Luftbilder von New York City aus dem Jahr 1924 bei NYCityMaps, die zu einer Zeit aufgenommen wurden, als die Hochbahntrassen noch existieren. Dort wollen wir uns den Verlauf der Ninth Avenue El im Bereich der 110th Street mal von oben anschauen:



    In dem Schwarz-Weiß die Hochbahntrasse auszumachen, fällt nicht sonderlich schwer. Die Aufmerksamkeit möchte ich auch auf jene Großbaustelle im Nordwesten der S-Kurve lenken, dort wurde seit 1892 die Kathedrale "John the Divine" an der Amsterdam Avenue gebaut. 



    Damit nicht genug, genau zwischen den beiden mutigen Schwüngen gab es auch noch eine Hochbahnstation, die 110th Street Station. Die war in der langen Kette von Stationen zwischen die Station an der 104th Street im Süden und die an der 116th Street im Norden eingepasst. 





    Während die meisten Stationen in diesem Bereich der Strecke bereits seit 1879 in Betrieb waren, nahm die Station an der 110th Street erst am 3. Juni 1903 ihren Betrieb auf. Wahrscheinlich war man nach gut 20 Jahren Wirkbetrieb zu dem Ergebnis gekommen, dass der Abstand zwischen den Stationen an der 104th und der 116th Street auf Dauer zu groß war. 

    Als nächstes werfen wir einen Blick in den Stadtatlas von 1879, der also etwa den Zustand der Stadt abbildet, wie er Gegenwart war, als die Hochbahntrasse dort oben in Betrieb genommen wurde. 



    Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Umstand, das beim Bau der Hochbahntrasse die Planer recht visionär vorgegangen sind. 1879 hatte die Stadt New York noch nicht das Ende des Central Parks erreicht, die enge städtische Besiedelung hörte viele Blocks weiter südlich bereits auf. Aber man hatte die zu erwartende Zukunft von New York City bereits vor Augen und so wurde für die kommende Metropole bereits die passende und notwendige Infrastruktur für den öffentlichen Personennahverkehr in die Landschaft gesetzt, obwohl die Personen für den Nahverkehr NOCH nicht da wohnten. 



    Die Karte verrät, dass die Besiedelung im Bereich des großen Schwungs noch äußerst spärlich war. Es finden sich ein paar Häuser, markant sind eigentlich nur die Löwen Bierbrauerei zwischen der 107. und 108. Straße und das Waisenhaus zwischen 111th und 112th Street. 

    So, dann wollen wir uns mal anschauen, wie das damals aussah, als im letzten Fünftel des 19. Jahrhunderts eine Hochbahntrasse in die offene Landschaft an der Nordwestecke des Central Parks hineingebaut wurde.

    Wir starten mal mit dieser wunderbaren Panoramaaufnahme, die um das Jahr 1882 entstanden sein soll: 





    Die Ninth Avenue schwingt links im Panoramabild aus der Columbus Avenue heraus...



    ... folgt dann ein kurzes Stück dem Verlauf der 110th Street...



    ... und schwingt dann ein zweites Mal nach Norden, um ab dort dem Verlauf der 8th Avenue zu folgen: 



    Schon auf 1880 ist diese Stereocard datiert, die die Hochbahntrasse von unten zeigt:

    Elevated RR 110 Street, ca 1880, from the collections of the museum of the city of New York


    Ein weiteres schönes Panorama der S-Kurve  mit dem Schwung aus der Columbus Avenue im Vordergrund (ca. 1885):

    Elevated railroad curve, 110th Street and 8th Avenue, ca 1885, from the collections of the museum of the city of New York


    Ca. 1885 entstand die folgende Aufnahme, die auf der 110th Street entstand und die Kurve auf die Eighth Avenue von unten zeigt.

    West 110th Street, from the collections of the museum of the city of New York


    Die nächste Aufnahme, ebenfalls 1885, zeigt einen der beiden Schwünge mit einer Bahn auf dem Gleis.

    West 110th Street, from the collections of the museum of the city of New York


    Diese Stereocard unbekannten Datums zeigt eine Hochbahn, die gerade über den Schwung in die Eighth Avenue einschwenkt:

    The elevated railroad at 110th street, from the collections of the museum of the city of New York



    Diese hochaufgeständerte Kurvenkombination erhielt schnell schmeichelhafte Spitznamen wie "Angel's Curve" oder "Suicide Curve". Hier sehen wir eine Aufnahme von 1886 mit beiden Kurven, ich denke, dass der Zug hier von der 110th Street in die Eigth Avenue einschwenkt. 



    1891 soll die nächste Aufnahme entstanden sein, bei der die S-Kurve mit größerem Abstand aus dem Central Park heraus photographiert wurde:

     L Road W 110 Street NY from Central Park, 1891,from the collections of the museum of the city of New York


    Die nächsten Aufnahmen sind auf ca. 1890 datiert und zeigen weitere schöne Momentaufnahmen, die unter der S-Kurve entstanden sind (Eighth Avenue, Columbus Avenue, 110th Street):



    Elevated railroad curve 110th Stret and 8th Avenue, looking north, ca 1890, from the collections of the museum of the city of New York



    Von ca. 1894 stammt die nächste Aufnahme. Wir sehen einen Zug von Norden her kommend in die Kurve von der 110th Street in die Columbus Avenue einschwenken. Ungefähr dort wo der Zug sich befindet, entstand 10 Jahre später die 110th Street Station. 



    Hier sehen die Hochbahn nach der Linkskurve aus der 110th Street, wie sie dem Verlauf der Eight Avenue nach Norden folgt (1895): 



    In den folgenden zwei Jahren scheint sich bereits einiges tun, denn 1896 und 1897 sieht man schon ein eine etwas andere Kulisse im Umfeld der Kurve:






    Etwa in die gleiche Zeit dürften auch die folgenden zwei Aufnahmen fallen, die leider nicht datiert und leider auch nicht genauer beschrieben sind, weshalb es schwer fällt, hier die Blickrichtung zu bestimmen. Die zweite Aufnahme zeigt wahrscheinlich wieder den Schwung in die 8th Avenue, dieses Mal von der 110th Street aus. 





    Ich bin geneigt, anzunehmen, dass auch die nächsten Aufnahmen noch im 19. Jahrhundert oder ganz zu Beginn des 20.Jahrhunderts entstanden sind:


    Elevated railroad curve, 110th Street and 8th Avenue, ca 1905, from the collections of the museum of the city of New York


    Elevated railroad curve, 110th Street and 8th Avenue, ca 1900, from the collections of the museum of the city of New York



    Elevated railroad at 110th Street and 8th Avenue, ca 1895, from the collections of the museum of the city of New York


    110th Street, looking east from Columbus Avenue, ca 1890,from the collections of the museum of the city of New York


    Wegen des ungewöhnlichen Streckenverlaufs der Suicide Curve haben auch Kameraleute in den Pionierzeiten des Kinos ihre Geräte auf den Hochbahnzügen aufgebaut und die Strecke oberhalb der 104th Street Station in bewegten Bildern dokumentiert, hier in einem Kurzfilm aus dem Jahr 1899:




    Ein zweiter Film zeigt die Kurvenkombination, etwa vier Jahre später gefilmt im Jahr 1903, allerdings bevor die Station auf dem geraden Teil zwischen den zwei Kurven eingerichtet wurde. 





    Zum Abschluss der Folge nochmal ein Blick auf eine Karte, in diesem Fall den Stadtatlas von 1897, der uns zeigt, dass in den knapp 20 Jahren in der Umgebung der S-Kurve einiges passiert ist. Vor allem wurde nördlich des Central Parks im Stadtviertel Harlem mächtig viel gebaut, was durchaus auch daran gelegen haben könnte, dass mit der Ninth Avenue El eine gute Nahverkehrsverbindung in den Süden hinunter vorhanden war.



    Das direkte Umfeld der S-Kurve stand gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber noch relativ frei in der Gegend herum, die Gebäude rückten erst später nah an die Hochbahntrasse heran. 20 Jahre Geschichte waren bereits um, weitere 40 warteten noch im 20. Jahrhundert.




    Wikis:


    -   F o r t s e t z u n g   f o l g t   -  



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    Madison Avenue and 55th Street, showing street construction, ca 1875, from the collections of the museum of the city of New York


    In der vergangenen Woche habe ich ja schon eine kleine Bilderserie vorgestellt, die bei der Vorbereitung der 8th Avenue an der Nordwestseite des Central Parks um das Jahr 1875 aufgenommen worden waren. Dazu passt ganz gut diese Aufnahme hier, die aus der gleichen Zeit stammt und ebenfalls den Umbruch im Norden von Manhattan dokumentiert, als die Stadt New York langsam aber unaufhaltsam den bis dato eher ländlich geprägten Teil der Insel Manhattan erreichte. 

    Die Straßen des künstlich über die Insel gelegten Gitters sind bereits in die Landschaft hineingegraben, die dabei geschaffenen Straßenblöcke in den 1870ern aber vielfach noch nicht bebaut oder teilweise auch noch mit Felsen belastet wie auf dem Block vorne rechts.

    Um näher zu erkunden, was genau man hier sieht, habe ich mal wieder den Bromley Stadtatlas von 1879 gezogen, der zeitlich ja recht nahe an die Aufnahme, die ca. 1875 entstanden sein soll, heranreicht. Die ersten wichtigen Informationen zur Position des Photographen befinden sich auf dem Photo, denn dort hat jemand freundlicherweise die beiden wesentlichen Straßen im Vordergrund beschriftet. Einmal die Madison Avenue, die im Bild von unten links nach oben rechts verläuft und einmal die East 55th Street, die im Vordergrund über die ganze Breite das Bild durchmisst.